Sonntag, 26. November 2017

Die erste Kita-Übernachtung der Kleinen

Die Kleine, die sehr lange Zeit ohne mich nicht einschlief, geschweige denn die ganze Nacht ohne mich geschafft hätte, hat nun tatsächlich zum ersten Mal allein auswärts geschlafen. In unserer Kita werden mehrmals im Jahr Kita-Übernachtungen veranstaltet, die natürlich völlig freiwillig sind, aber von vielen Kindern geliebt werden. Ich selbst finde die Idee an sich schön, stehe aber einer sehr frühen Übernachtung eher skeptisch gegenüber und halte es eigentlich für überflüssig, so kleine Kinder nach der anstrengenden Kitawoche noch dem Stress einer Fremd-Übernachtung auszusetzen. Aber für viele Kinder ist das ein absolutes Highlight und auch die meisten Eltern sind begeistert.

Als die Kleine noch im kleinen Elementarbereich war, haben wir sie nie für eine Kita-Übernachtung eingetragen. Das war uns einfach noch zu früh und es hätte wahrscheinlich auch nicht funktioniert.  Nun ist sie 4 1/2 Jahre alt, kann seit ca. einem Jahr ohne mich einschlafen und hat in diesem Jahr mehrfach, u.a. bei meiner Mutter-Kind-Kur, gezeigt, dass sie auch nachts ohne mich auskommt. Eine auswärtige Übernachtung hielt ich trotzdem lange für sehr heikel, denn sie benötigt viel Körperkontakt und hat am liebsten jemanden, der direkt neben ihr schläft. Sie hat auch noch nie bei den Großeltern übernachtet, was der Große ab 3 1/4 Jahre gemacht hat. Trotzdem wollten wir es nun zum ersten Mal mit einer Kita-Übernachtung probieren; einerseits wollte sie selbst gern und außerdem wird sie nächstes Jahr mit auf die Kitareise fahren, so dass man es schon vorher mal testen muss. Wäre es schwierig geworden, sind wir in 10 Minuten an der Kita und hätten sie abgeholt. Darauf haben wir uns auch eingestellt.

Der Große hat zweimal an Kita-Übernachtungen teilgenommen, die ihn so überfordert haben, dass er beide Male anschließend eine Woche krank war. Und er ist kein Kind, was oft krank wird, und selbst wenn, dann ist er meist nach 2 Tagen wieder fit. Das war für uns sehr ernüchternd und anstrengend, solch eine Quote hat für uns keinen Sinn gemacht. Hier könnt ihr über seine erste Kita-Übernachtung nachlesen und hier über die zweite. Da es bei den Kitafahrten und Großelternübernachtungen keine Probleme mit ihm gab, haben wir nach diesen Malen auf Kita-Übernachtungen für ihn verzichtet. Das hat er problemlos akzeptiert und wir sind mit dieser Entscheidung glücklich gewesen.

Nun sollte die Kleine es mal versuchen. Der Mann holte die Kinder am Freitag ab und brachte sie beizeiten nach Hause, damit die Kleine sich noch ein wenig ausruhen konnte. Ich hatte damit gerechnet, dass wir sie nicht wieder loseisen würden können, aber sie schnappte sich ihren Rucksack, sagte fröhlich, sie wolle jetzt losgehen und wurde vom Mann um 18 Uhr wieder in die Kita gebracht bzw. davor abgegeben. Und dann konnten wir nur abwarten.

Da das Motto der Übernachtung "Tiere" war, hatte sie ein Pandakostüm dabei, was ich mir von einer Freundin ausgeliehen hatte. Die Kinder aßen in der Kita Abendbrot, dann wurde ein Film geschaut und irgendwann scheinen alle geschlafen zu haben. Am nächsten Morgen wurde gefrühstückt und um 9:30 Uhr durften die Kinder wieder abgeholt werden. Es war sehr süß, wie alle fertig angezogen und mit stolzen Gesichtern die Treppe herunter kamen. Auch meine Kleine war sehr sehr stolz, dass sie es geschafft hatte, und ich muss sagen, dass sie mich damit ein bisschen überrascht hat. Also, ich habe schon geglaubt, dass sie es schaffen könnte, wusste aber nicht, ob sie wirklich wollte oder sich nicht doch lieber nach Hause sehnen würde. In ganz kleinen Schritten entwickelt sich das Thema "Schlafen ohne Mama" bei ihr weiter und manchmal muss man eben auch etwas probieren, um zu sehen, ob es schon funktioniert. Gut gemacht!

Am Samstag wirkte sie völlig normal, weder überdreht noch verwirrt. Sie erzählte auf Nachfrage einiges von der Übernachtung und wollte das unbedingt wiederholen. Nicht einmal besonders müde wirkte sie, das war beim Großen anders gewesen. Dennoch bestanden wir auf einem Mittagsschlaf, den sie eigentlich seit einem Jahr nicht mehr hält, und sie schlief auch anderthalb Stunden. Das hatte allerdings zur Folge, dass sie am Abend sehr lange brauchte, um einzuschlafen. Als sie endlich eingeschlafen war und ich mich rausschleichen wollte, wachte sie wieder auf. Das kommt sonst nie vor! Der Mann legte sich dann nochmal mit ihr hin, bis sie fest schlief. Doch auch dann wachte sie nach einer halben Stunde wieder auf, weinte und klammerte sehr, bis sie wieder eingeschlafen war. Ich denke schon, dass solche Herausforderungen ihr ziemlich viel abverlangen, auch wenn man ihr äußerlich nichts anmerkt. Ich weiß mittlerweile auch aus der Erfahrung mit dem Großen, dass es immer irgendwelche Nachwirkungen gibt. Je nachdem, wie groß diese ausfallen, wird man ein Experiment nochmal oder nicht mehr stattfinden lassen.

Ich bin sehr stolz auf sie und freue mich, dass sie die Kita-Übernachtung so gut gemeistert hat. Die nächste Herausforderung wird sein, sie mal bei den Großeltern schlafen zu lassen. Mal sehen, wann es dazu kommen wird. Schritt für Schritt geht der Abnabelungsprozess weiter, in ihrem Tempo, mit unserer Unterstützung, mit Herausforderung und Sicherheit. So wie sie es braucht.

Samstag, 18. November 2017

Angst vor der eigenen Endlichkeit

Ich habe Momente, da falle ich in ein schwarzes Loch. Alles dreht sich, ich habe Todesangst, ich werde mir der Endlichkeit des Lebens zutiefst bewusst und das versetzt mich in eine solche Panik, dass ich zittere, die Luft anhalte und erstarre. Das Herz rast. Es sind Momente, wo ich Dinge begreife, die das menschliche Gehirn eigentlich nicht begreifen kann. Die Unendlichkeit des Universums zum Beispiel und vor allem die Gewissheit des eigenen Todes, die Auslöschung meiner Person und die Weiterexistenz der Welt ohne mich. Dinge, die man sich eigentlich nicht vorstellen kann und deshalb verdrängt, werden plötzlich begreifbar und kreisen glasklar in meinem Verstand. Es ist unerträglich und ich bin nach solchen Attacken immer fix und fertig.

Sie halten relativ kurz an, nur ein paar Minuten, und danach ist alles wieder beim Alten. Während man im normalen Alltagsleben theoretisch weiß, dass man sterben muss wie alle Menschen auch, das Leben der anderen weitergeht und man innerhalb kurzer Zeit vergessen ist, kommt in solchen Momenten das Begreifen mit aller Macht und Ausweglosigkeit und stürzt mich ins Bodenlose, ins Schwarze, ins Unerträgliche. Ich begreife dann das eigentlich Unbegreifliche, und das ist furchtbar, schmerzhaft und grauenhaft. Es ist, als würde die normale Beschränktheit des menschlichen Verstandes für einen kurzen Moment ausgehebelt und man erhält Anteil am "Weltgehirn". Es fühlt sich an, als würde man gleichzeitig verrückt und allweise werden. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Es ist panik- und angsteinflößend und gleichzeitig faszinierend.

Ich hatte diese Momente schon früher. Zwar weiß ich nicht mehr, wann es angefangen hat, aber seit meinen frühen Zwanzigern erinnere ich mich daran. Ein anthroposophischer Freund hat damals immer gesagt, als ich ihm das erzählte: "Das ist die Erfahrung des Nichts." Früher fühlte ich mich noch ausgelieferter und verwirrter, mittlerweile weiß ich auch mitten in diesen Momenten, dass sie bald vorüber gehen. Die Intensität ist geblieben und die Häufigkeit sogar angestiegen, je älter ich werde. Es sind keine konkreten Auslöser erkennbar, auch wenn neuerdings immer öfter beim Anblick von alten Menschen das Bewusstsein der Vergänglichkeit hochkommt. Trotzdem falle ich dabei selten in diese "Attacken" hinein. Sie treten unvorhersehbar tags, nachts, in jeder Situation auf, manchmal wochenlang gar nicht, dann wieder öfter. Ein gewisser Ruhezustand ist Voraussetzung dafür, und kurioserweise hat die Häufigkeit zugenommen, obwohl ich selten Ruhe und Muße habe. Ich habe keinen Einfluss darauf und kann in den Momenten auch nichts tun, damit sie aufhören.

Ich vermute, dass es sowas wie Panikattacken sind, allerdings geht es darin nicht um die Angst, irgendetwas im Leben nicht bewältigen zu können, sondern schon immer nur um die Endlichkeit meiner Existenz, die räumliche Unendlichkeit des Universums und gleichzeitig seine zeitliche Endlichkeit, verbunden mit den Fragen: was war davor, was kommt danach? Wobei ich die Vorstellung, dass es eine lange Geschichte vor mir gegeben hat, nicht ganz so unvorstellbar finde wie die Tatsache, dass es nach mir einfach so weitergehen wird. Das klingt vielleicht narzisstisch, aber ich empfinde das in diesen Momenten ganz existenziell. Die Erkenntnis der Vergänglichkeit schneidet wie ein Blitz durch meinen Körper.

Quelle: Pixabay

Die Kinder als Trost?

Man hat früher zu mir gesagt, dass es besser werden würde, wenn Kinder da sind, weil man dann die Gewissheit hat, sozusagen in den Kindern weiterzuleben und etwas von sich selbst auf der Erde zu hinterlassen. Besser geworden ist es nicht, seit ich Kinder habe, im Gegenteil, die eigene Endlichkeit ist mir noch stärker bewusst geworden und die Angst vor dem Ende noch intensiver. In den letzten Jahren haben wir meine Schwiegereltern beerdigt. Ich habe gesehen, wie schnell alles, was ein Leben ausgemacht hat, entsorgt und vergessen ist, und während es Menschen gibt, denen das nichts bedeutet, finde ich das ganz schrecklich. Ich sehe, wie die Jahreszeiten und Geburtstage vergehen, und all das führt näher ans Ende. Besonders der Herbst und Winter werden von Jahr zu Jahr immer schwerer für mich zu ertragen. Ich sehe, dass ich seit fast 7 Jahren und noch ca. 14 weitere Jahre nicht so oder nur eingeschränkt leben kann, wie ich eigentlich gern möchte. Ich sehe, wie meine Eltern und Verwandten älter werden, das Verhältnis immer schwieriger wird und die Familien auseinanderfallen, seit die Großelterngeneration nicht mehr da ist. Ich sehe, wie schnell alles in Vergessenheit gerät. Ich merke, wie schnell ich selbst vergesse.

All das macht mir ehrlich gesagt große Angst. Einerseits lebe ich zwar in den Kindern weiter, andererseits erinnern sie mich aber auch mehr als je zuvor an mein eigenes Ende. Das ist schmerzhaft und manchmal auch schon mit dem normalen Bewusstsein kaum auszuhalten. In den schwarzen Momenten ist das unmöglich. Die Existenz der Kinder hat darauf keinerlei Auswirkung, weder ist sie ein Trost noch kann sie solche Momente verhindern. Eher hat sie sie noch verstärkt. Das ist insofern merkwürdig, weil mein Empfinden sonst generell weniger tief geworden ist, seit ich die Kinder habe.

Im Sturm "Xavier", der Anfang Oktober über Norddeutschland tobte, ist eine Frau ums Leben gekommen, die ich persönlich kannte. Es ist schon viele Jahre her, seit sich unsere Wege beruflich kreuzten, und wir haben kaum mehr als ein paar Worte gewechselt. Trotzdem fühlte sich dieser Tod für mich anders an als sonstige unpersönliche Todesfälle, und die Irrationalität eines solch verfrühten Lebensendes trat besonders deutlich zum Vorschein. Das hat mich stark beschäftigt und lässt mich bis heute nicht los. Sie war nur ein Jahrzehnt älter als ich, als ein dummer Zufall, anders kann man es nicht nennen, während des Sturms ihr Leben auslöschte. Es ist unbegreiflich und führte mir die eigene Endlichkeit und besonders auch die potentielle Plötzlichkeit des Endes hart vor Augen. Ich ringe streckenweise stark mit dem Thema und nein, meine Kinder sind mir dabei kein Trost. Das eine hat mit dem anderen für mich überhaupt nichts zu tun.

Ungefähr die Hälfte meines Lebens ist vorbei. Die zweite Hälfte vergeht bekanntlich immer schneller. Und obwohl ich mir wünsche, dass die Kinder älter werden und ich dadurch wieder etwas freier leben kann, habe ich gleichzeitig Angst davor, denn mit dem Älterwerden der Kinder vergeht mein eigenes Leben. Diese Ambivalenz ist schwer auszuhalten. Ich möchte sie ja gern noch lange begleiten und sehen, wie sie ihr Leben gestalten. Andere, leichtere Gemüter als ich würden jetzt sagen: "Ach was, genieße einfach jeden Moment deines Alltags, damit du weißt, du hast dein Leben gut gelebt." So simpel ist das aber für mich nicht und wird es auch nie werden. Aber auch das gehört zu meiner Existenz dazu. Vielleicht kommt dieses Gefühl, wenn das Hamsterrad des Alltags etwas nachlässt. Was aber nichts an der Unausweichlichkeit des Endes ändert. Wir müssen alle mit dieser Perspektive leben. Der eine verdrängt, dem anderen gelingt das nicht. Ich gehöre zu Letzteren, schon immer. Daran hat die Mutterschaft nichts geändert. Und bei euch?

Dienstag, 14. November 2017

Dritter Blog-Geburtstag mit Verlosung

 Bildquelle: Pixabay

Heute feiere ich mich selbst, denn mein Blog ist nun 3 Jahre alt! Happy Birthday to me und danke an euch alle, die ihr hier so treu mitlest und kommentiert! Am 14. November 2014 veröffentlichte ich meinen ersten Text Ich sollte nicht ins Kino gehen und schrieb von da an mehr oder weniger regelmäßig Geschichten aus unserem Alltag, meine Gedanken über Elternschaft und meine Kinder, Erinnerungstexte, Buchrezensionen, Reiseberichte und hin und wieder auch einen Kooperationstext.

Mittlerweile habe ich nun mit meinem Großen, der bei Blogstart 3 3/4 Jahre alt war, seit diesem Jahr ein Schulkind und meine Kleine, die damals gerade mal 1 1/2 Jahre zählte, wird nächstes Jahr schon ein Vorschulkind sein. Was die Kinder angeht, so hat sich in den letzten 3 Jahren sehr viel verändert, sie haben sich unheimlich entwickelt und es ist wahnsinnig interessant, zu verfolgen, wie sie sich verändern, welche Charakteristika geblieben, welche neu dazugekommen sind und wie sich diese beiden Individuen entwickeln. Auch meine eigenen Prognosen und Einschätzungen muss oder darf ich immer wieder korrigieren im Leben mit ihnen: während z.B. der Schulstart des Großen weitaus glimpflicher verlaufen ist als befürchtet, durchlebt die Kleine und wir mit ihr seit geraumer Zeit eine sehr anstrengende Phase, was ich niemals für möglich gehalten hätte. Man lernt die Kinder immer wieder neu kennen und wird von manchem positiv, von anderem negativ überrascht. Kontinuität und Verlässlichkeit gibt es kaum im Leben mit meinen Kindern und sie fordern eine große mentale Flexibilität von uns Eltern. Allerdings merke ich, dass ich, je älter die Kinder werden, durchaus zurückhaltender als früher über diese Entwicklungen berichte. Ich denke, das ist normal. Einiges flechte ich in die Geschichten aus unserem Alltag mit ein, anderes wird nachträglich oder halt gar nicht erzählt.

Im Gegensatz zu den Veränderungen bei den Kindern hat sich in unserem äußeren Leben in den letzten 3 Jahren seit Blogstart nichts verändert, die Arbeits- und Wohnsituation sind gleich geblieben, die fehlende Entlastung ist weiterhin ein großes Thema für mich, auch wenn es mit dem Älterwerden der Kinder sukzessive etwas einfacher wird, und mein Mamasein, meine Mutterschaft, meine Gefühle und Gedanken als Mama sind überwiegend auch gleich geblieben, das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich meine alten Texte lese. Ich würde sagen, bis heute ist es nicht so, dass mir das Mamasein leicht fällt, auch wenn der Alltag funktioniert und auch Krisensituationen mittlerweile viel besser gemanaged werden als früher. Aber ich habe irgendwie akzeptiert, dass dieses Gefühl wohl für immer zu meinem Mamasein dazugehören wird und vielleicht schreibe ich deshalb auch kaum noch darüber. Ich denke, ihr lest es trotzdem zwischen den Zeilen...

Nun aber möchte ich meinen dritten Blog-Geburtstag mit euch feiern! Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Lesertreue, euer Mitfiebern, euer Mitleiden, euer Mitdenken, die Kommentare, Mails, Herzchen und Likes. Laut der blogeigenen Statistik hatte ich seit Blogstart fast 500.000 Seitenaufrufe, laut Google Analytics immerhin ca. 345.000. Das sind unglaubliche Zahlen! Danke für einen tollen Austausch, der immer noch - neben dem Niederlegen der eigenen Gedanken - einer meiner Hauptbeweggründe für das Bloggen ist. Danke dafür, dass ich durch euch immer wieder merke, wie viele Gleichgesinnte bzw. ähnlich empfindende Mamas es gibt. Ich freue mich auf das nächste Blogjahr und habe nun auch etwas für euch!

Verlosung

Als Dankeschön für eure Treue möchte ich an euch die beiden tollen Henry-Bücher für hochsensible Kinder von Petra Neumann verlosen. Ihr wisst, dass das Thema hochsensible Kinder in meinem Blog eine Rolle spielt und ich diverse Bücher zum Thema rezensiert habe (siehe hier). Wenn ihr wissen wollt, worum es in den Henry-Büchern geht, dann lest mal hier nach.

Es sind Bücher für hochsensible Kinder im Grundschulalter, die erklären, ermutigen und anleiten sollen, damit Kinder besser mit ihrer Hochsensibilität, ihrer "Superfühlkraft", umgehen können. Ich finde sie wunderbar lebensnah und undogmatisch und besonders auch für Eltern hochsensibler Kinder eine große Bereicherung. Schaut auch mal auf der Webseite von Petra Neumann vorbei, sie schreibt tolle bodenständige Texte voller Herz, die zur Verbreitung und Vermittlung des Themas "hochsensible Kinder" beitragen!

Ihr könnt gewinnen:

1.  "Henry mit den Superkräften ... oder - warum in jedem Kind ein Held steckt"* von Petra Neumann, erschienen im Januar 2015

ODER

2.  "Das Handbuch für SuperFÜHLkrafthelden. Henry und Johanna öffnen ihre Trickkiste"* von Petra Neumann, erschienen im April 2016


Beide Gewinne sind natürlich neu und unbenutzt und wurden mir für die Verlosung von der Autorin zur Verfügung gestellt. Um in den Lostopf zu hüpfen, hinterlasst mir bitte hier auf dem Blog einen Kommentar, in dem ihr euch kurz vorstellt und erzählt, wie ihr das Mamasein empfindet. Gern könnt ihr auch schreiben, welche Themen euch besonders interessieren/ berühren und natürlich bitte nicht vergessen, welches der beiden Bücher ihr gern gewinnen möchtet. Es kann ja sein, dass ihr schon eines habt;-). Zusätzlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir auf Facebook folgt und die Verlosung teilt. Ist aber keine Bedingung. Bitte gebt euren Namen an!

Die Verlosung läuft bis zum 19. November 2017, 23:59 Uhr. Unter allen bis dahin eingehenden Kommentaren werden die beiden GewinnerInnen ausgelost und hier per Kommentar sowie auf Facebook bzw. Twitter bekanntgegeben. (Ich sehe keine Mailadressen, kann euch also nicht per Mail benachrichtigen.) Beide Gewinne werden direkt von mir versendet, d.h. eure Adresse landet nur bei mir. Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Versand nur innerhalb Deutschlands. Mindestalter 18 Jahre. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Viel Glück!

Vielen Dank an die Autorin Petra Neumann für die Verlosungsexemplare.

*Affiliate Link

Donnerstag, 9. November 2017

Das Schlafen verlernt

Ich habe das Schlafen verlernt. Ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr abschalten, nicht mehr tief in das Reich des Morpheus versinken. Ich bin immer mit einem halben Ohr da, das Gehirn ist auf Standby, bereit, sofort zu reagieren, wenn ein Kind ruft. Ich brauche jeden Abend sehr lange, um überhaupt einzuschlafen, liege wach im Bett und warte auf den Schlaf. Ich schlafe nie tief und bin meist sofort wieder da, wenn ich dann nachts geweckt werde. Und dann liege ich wieder ewig wach. Manchmal ist das Kreisen der Gedanken daran schuld, manchmal sind es äußere Störungen wie Schlafgeräusche der Kleinen, die ja meist noch neben mir schläft. Meist jedoch liegt es daran, so vermute ich jedenfalls, dass mein Gehirn, das nun fast 7 Jahre in ständiger Bereitschaft ist, einfach nicht mehr abschalten kann. Es findet nicht mehr in den kompletten Ruhezustand.

Ich habe das gemerkt, als ich in diesem Jahr erstmals, seit ich Mama bin, zwei Mal für 3 Tage allein verreist war. Ich habe in diesen 2 x 2 Nächten geschlafen, ja, auch durchaus gut geschlafen, aber überhaupt nicht tief, ich brauchte wie zuhause ewig lange, um einzuschlafen, und war morgens viel zu früh wach, dafür, dass ich eigentlich hätte ausschlafen können. Obwohl ich allein war und für niemanden Verantwortung hatte, konnte ich mich, was die Schlafprobleme betrifft, in der kurzen Zeit nicht umstellen. Ich würde dringend mal wieder tiefe und lange Schlafnächte brauchen, aber es ist einfach nicht mehr möglich. Jetzt, wo die Kinder alt genug sind und mich nur noch selten nachts brauchen, ist das umso frustrierender. Ich habe das Schlafen durch die Kinder verlernt.

Bildquelle: Pixabay

Der Große war anfangs ein grauenhafter Schläfer, sowohl tagsüber als auch nachts. Stundenlang saß ich in den Nächten mit ihm im Stillsessel, musste immer wieder zu ihm, wenn er im Bett lag und schrie, und es gab viele Nächte in seinem ersten Lebensjahr, in denen er 3 Stunden knallwach war und herumgetragen werden musste. Dazu kam, dass er trotz dieser schlechten Nächte den Schlaf nicht morgens verlängert hat, sondern schon immer ein Frühaufsteher war (zwischen 5 und 6 Uhr). Das war für mich eigentlich das Schlimmste. Mit 15 Monaten verbesserte sich sein Nachtschlaf deutlich und er schlief dann ungefähr jede zweite Nacht durch, allerdings in Phasen, d.h. ein paar Tage lang gar nicht und dann einige Tage jede Nacht, vereinfacht gesagt. Es war unberechenbar, aber eine große Verbesserung. Mit 3 1/4 Jahren (da war die Kleine schon 1 Jahr alt!) schlief er dann endlich zuverlässig durch, und seitdem ist er wirklich ein super Schläfer. Er schläft gut ein und sehr tief, er kann auch in neuen Umgebungen mittlerweile wunderbar schlafen und er benötigt uns nachts eigentlich gar nicht (Ausnahmen bei Krankheit). Ich staune, wie er sich so komplett gewandelt hat und das Schlafen, das Zur-Ruhe-Kommen und Abschalten selbst mit der Zeit "gelernt" hat. Ich habe es aber zuerst durch ihn VERlernt.

Die Kleine war von Anfang an ganz anders in ihrem Schlafverhalten. Sie schlief tagsüber wunderbar im ersten halben Jahr, nachts etwas durchwachsener, aber für mich erträglicher als der Große seinerzeit. Ich bekam mehr Schlaf ab als bei ihm, da sie nachts schnell wieder einschlief und kaum lange nächtliche Wachphasen hatte. Allerdings wachte sie auch mit über einem Jahr, als der Große begann, besser zu schlafen, noch sehr oft auf und wollte teilweise alle 1-2 Stunden nachts stillen. Das war ziemlich anstrengend und ich war froh, als das vorbei war. Mit ca. 19 Monaten konnte sie durchschlafen, allerdings schläft sie bis heute (sie ist 4 1/2 Jahre) nicht zuverlässig durch, sondern wacht noch manchmal nachts auf. Es ist kurios, dass das Kind, was anfangs grottenschlecht schlief, nun der zuverlässige Durchschläfer ist und die Kleine eher die unzuverlässige Schläferin. Da ich meist bei ihr schlafe, bin ich davon natürlich auch direkt beeinflusst. In unserem Mallorca-Urlaub letzte Woche hatte sie einen solchen nächtlichen Husten (bei völliger Gesundheit tagsüber), dass ich eine Woche lang nachts kein Auge zugetan habe. Dort konnte ich ja auch nicht in ein anderes Zimmer ausweichen wie zuhause. Mit ihr habe ich schon sehr viele Nächte durch, in denen sie sich ständig erbrochen hat. Sowas kenne ich vom Großen gar nicht. Sie braucht auch viel Körperkontakt und kommt mir nachts sehr nahe, ich habe ihre Füße im Gesicht und ihre Hand an meinem Hals. Das lässt mich nicht schlafen bzw. weckt mich immer wieder auf. Sie hat aber Angst und wandert nachts in der Wohnung herum, wenn ich nicht bei ihr schlafe. Deshalb können wir daran auch im Moment nicht viel ändern.

Ich bin, selbst wenn ich schlafe, immer mit einem halben Ohr da, immer im Standby-Modus, bereit, sofort aufzuspringen, wenn ein Kind ruft, weint, schlecht träumt, erbricht oder raus muss. Mit einem Klick bin ich hellwach und einsatzfähig, so, als hätte ich gar nicht geschlafen. Einen richtigen Tiefschlaf kenne ich schon lange nicht mehr. Früher habe ich viel und lebhaft geträumt, das hat fast völlig aufgehört. Ich vermisse meinen guten, erholsamen, regenerativen, unbeschwerten Schlaf sehr!

Mir wurde gesagt, das mit dem Schlafen käme irgendwann wieder. Man könne das wieder lernen! Ich glaube da nicht dran. Ich fürchte, es ist endgültig vorbei. Ich werde nie wieder tief, lange und unbeschwert schlafen. Ich werde mich immer in Bereitschaft fühlen, auch nachts. Das Gehirn wird wohl nie wieder so abschalten können wie früher. Dass mir Schlaf fehlt, sieht man mir an. Dass mir Schlaf fehlt, fühle ich selbst. Aber ich kann ihn nicht herbeizwingen. Ich gehe spät ins Bett, weil ich sowieso wach liege. Und weil der späte Abend die einzige Zeit ist, wo ich längere Zeit ungestört und allein sein kann. Ich schlafe schon länger schlecht und das ist auch in Phasen völliger Erschöpfung der Fall. Oder eben auch, wenn ich mal allein in einem Hotelzimmer bin, was dieses Jahr erstmals vorkam. Seit fast 7 Jahren unterbrochene Nächte fordern ihren Tribut. Das Gehirn hat sich darauf eingestellt, dass es nicht schlafen darf. Und ich fürchte, dieser Vorgang ist nicht wieder umkehrbar.

Als Kind war uns unverständlich, dass unsere Eltern auch am Wochenende freiwillig um 7 Uhr aufstanden. Niemals wollten wir so werden! Aber wahrscheinlich werden wir das nicht verhindern können, denn mit eigenen Kindern verlernt man das Schlafen. Dabei würde man genau in dieser Lebensphase den Schlaf so dringend brauchen. Lieber Schlaf, komm bitte wieder zurück zu mir!

Sonntag, 5. November 2017

WMDEDGT? am 5. November 2017 - Urlaubsnachwehen

Es ist der 5. des Monats und bei Frau Brüllen werden wie immer unter #wmdedgt (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?) Berichte des Tagesablaufes von Bloggern gesammelt. Es ist Sonntag und der letzte Tag der ersten Herbstferien meines Großen. Wir Eltern hängen noch ziemlich durch, da wir am Freitag aus unserem Sonnen-Urlaub auf Mallorca zurückgekommen sind und uns noch nicht richtig akklimatisiert haben. Deshalb war die Devise für heute: minimale Anstrengung und keine Aufregung:-)

Ab 7:15 Uhr
Alle wachen so langsam auf, der Mann geht zum Bäcker und wir frühstücken um 8:30. Danach wird Schriftkram erledigt, die Blumenkästen werden entsorgt und die letzte Maschine Urlaubswäsche gewaschen. Die Kinder streiten, toben und haben wie immer, wenn sie nicht gecoacht werden, nur Unsinn im Kopf. Der sinnlose Lärm geht an unsere nervliche Substanz, zumal die letzten beiden Wochen nicht gerade einfach waren.

10:30 Uhr
Ich verziehe mich mit dem Großen in sein Kinderzimmer und gehe mit ihm zusammen seine Schulsachen durch, denn morgen startet die Schule wieder. Dann mache ich mit ihm noch einige Leseübungen, was sonst meist der Mann übernimmt, und stelle fest, dass ich niemals Grundschulpädagogin sein könnte, denn es macht mich irre, Dinge hundertmal erklären zu müssen, die für Erwachsene selbstverständlich sind. Trotzdem ist es natürlich süß, ihm zuzuhören, wie er mühsam Buchstaben und Silben aneinander reiht (und den Sinn des Gelesenen nicht versteht, weil er so auf die Buchstaben konzentriert ist).

12:30 Uhr
Mittagessen und danach Mittagspause. Bitter nötig, denn gestern waren wir über Mittag unterwegs und konnten uns nicht ausruhen. Ich überlege derweil, was ich am Nachmittag mit den Kindern allein machen könnte, weil der Mann durchhängt und ich auch ziemlich schlapp bin. Außerdem fängt es an zu nieseln.

14:45 Uhr
Ich fahre mit den Kindern ins Zeiss-Großplanetarium und wir schauen um 15:30 Uhr das Programm "Mit Raketen zu Planeten". Die Kleine ist wie immer sehr unruhig, aber der Große macht gut mit und erinnert sich an einige astronomische Fakten. Ich kann sitzen und mich ausruhen, und da die Astronomie auch zu meinen vielen nicht gepflegten Interessen gehört, finde ich das Kinderprogramm sogar bereichernd.


17 Uhr
Wir sind zurück zuhause, essen Abendbrot und lassen den Abend ruhig ausklingen. Morgen heißt es wieder "Back to Alltag" und wir hoffen, das bringt den Kindern etwas Ausgeglichenheit zurück. Denn die beiden Ferienwochen waren sie wirklich unsäglich gelaunt und viel länger hätten wir das nicht ertragen. Insofern freuen wir uns auf Schule, Kita und Arbeit und trotzdem hoffe ich, dass die dunklen Monate November und Dezember schnell vorbei gehen;-). Kommt gut in die Woche!

Mehr #wmdedgt gibt es bei Frau Brüllen.