Freitag, 25. Mai 2018

Der 5. Geburtstag der Kleinen

Als Montagskind wurde sie am 6. Mai 2013 geboren, und in diesem Jahr fiel ihr Geburtstag auf einen Sonntag. 5 Jahre alt ist die Kleine vor kurzem geworden und am Pfingstmontag haben wir nun ihren Kindergeburtstag nachgefeiert, da die Kita direkt nach ihrem Geburtstag geschlossen hatte. Das war etwas doof für sie, aber es ließ sich nicht ändern und ich denke, nach der wirklich schönen Feier mit ihren Freundinnen ist sie damit versöhnt.

Am Geburtstag selbst hielt sie sich zum ersten Mal an die Bitte, in ihrem Zimmer zu bleiben, bis wir sie holen würden. Dann aber war kein Halten mehr, und sie stürmte ins Wohnzimmer, um ihre Geschenke in Beschlag zu nehmen. Ihr großes Geschenk war diesmal das Puppenhaus Chelsea* von KidKraft, das ich schon mindestens 2 Jahre im Hinterkopf hatte. Wir hatten noch ein bisschen mehr Zubehör gekauft, wie z.B. eine Puppenfamilie*. Sehr gefreut hat sie sich außerdem über die CD "Lieder für Mädchen"*, die seitdem fast täglich bei uns läuft und auch beim Stoptanz beim Kindergeburtstag zum Einsatz kam. Außerdem bekam sie den Baby Born Sister Styling Kopf*, den ich bei Mom's Favorites & More gewonnen hatte, einen Geschichten-Sammelband "Freche Feen, zauberhafte Elfen und mutige Prinzessinnen"* (über dessen mangelhaften Zeilenumbruch ich mich allerdings jedes Mal beim Vorlesen ärgere), ein Eiskönigin-Stickerbuch*, ein Notizbuch, eine Waschtasche für ihre baldige erste Kitafahrt und den Kosmos Experimentierkasten "Mein erstes Gewächshaus"*. Der Große half beim Auspacken der Geschenke, nicht zuletzt weil er selbst so gespannt war;-)

Nach dem Frühstück war ein Ausflug zu Karl's Erdbeerhof geplant. Das ist mittlerweile schon Tradition zu ihrem Geburtstag, weil sie den Erdbeerhof liebt und immer wieder dorthin fahren möchte. Das Wetter war traumhaft und das Gelände um einige Neuerungen erweitert worden. Wir verbrachten mehrere Stunden dort und fuhren am späten Nachmittag nach Hause.




Abends machten wir zu dritt noch ein Pizza-Pickick zuhause, das finden die Kinder immer klasse, und dann war der Geburtstag schon wieder vorbei.

Über ihre bzw. unsere gemeinsame Entwicklung habe ich bei Instagram Folgendes geschrieben:
Ihre Geburt war total schön, die ersten Tage mit ihr allein im Krankenhaus paradiesisch und überhaupt empfand ich sie die ersten 3 Jahre als leicht zu händeln. Dann hab ich sie irgendwie verloren und seitdem haben wir ziemlich viele Konflikte. Sie ist gleichzeitig sehr selbstständig und in manchem noch total kindlich. Sie ist sehr liebevoll und gleichzeitig bringt sie mich so sehr auf die Palme, wie es der Große selten geschafft hat, vor allem nicht mehr in dem Alter. Ihr Wesen ist so anders als meines und trotzdem ist sie mir in manchem auch ähnlicher als der Große. Mein liebes kleines Mädchen, ich hoffe, dass wir ganz bald wieder zu dem innigen, selbstverständlichen Verhältnis wie früher zurück finden.
Nach dem Geburtstag am 6. Mai folgten die Kitaferien, zuerst ein Montag allein mit ihr zuhause, an dem wir die Geschenke der Großeltern, den Eiskönigin Spielplatz* und ein 3D-Puzzle Pferde als Stifteköcher von Ravensburger*, auspackten und bespielten, und danach zwei Tage, an denen ich mit ihr eine kleine Reise nach Potsdam mit Übernachtung im Hotel machte. Über Himmelfahrt waren wir für 4 Tage an der Müritz und dann startete die Kita wieder.

Am Pfingstmontag stand dann endlich ihre Kindergeburtstagsfeier an. Sie hatte vier Mädchen eingeladen, darunter ihre besten Zwillingsfreundinnen. Da der Große in diesem Jahr (erstmalig) in einem Indoorspielplatz feierte, wollte sie das natürlich auch gern für sich in Anspruch nehmen. Aber für die 4-5-Jährigen war uns das zu früh und sie willigte etwas widerstrebend ein, zuhause zu feiern. Dafür hatte ich Gipsfiguren zum Bemalen besorgt, das macht sie nämlich total gern. Und das Motto war Pferde, wie könnte es anders sein. Die Kleine war sehr aufgeregt und freute sich sehr.


Als die Mädchen eintrafen, war sie zuerst sehr scheu und zurückhaltend. Glücklicherweise die anderen nicht, und auch der Große legte sich ins Zeug. Wir packten die Geschenke aus, aßen Papageienkuchen, Donuts und Obst, dann führte der Große eine Schatzsuche an, wir machten Stoptanz, bemalten die Gipsfiguren,...


... tanzten in Kostümen, bauten Höhlen und zwischendurch spielten die Kinder auch frei. Es war total lustig und angenehm, die Gäste waren alle fröhlich und zugänglich, es gab so gut wie keine Zickereien und Auseinandersetzungen und die Mädchen fühlten sich wie ein tolles Team an. Einzig die Kleine hatte zwei Situationen, wo sie aus Frust weinte. Naja, das kennen wir ja schon von unseren Kindern bei Geburtstagsfeiern, ist auch nachvollziehbar, denn sie stehen ja durchaus unter Druck bzw. es ist alles aufregend. Sie ließ sich aber ganz gut beruhigen und steckte auch kein anderes Kind an. Die Stimmung war super, alle hatten Spaß und gingen am Abend freudig nach Hause. Alles in allem war es, fand ich, der entspannteste Kindergeburtstag von allen, die wir bisher mit beiden Kindern gefeiert haben. Die eingeladenen Gäste passten gut zusammen und der Große übertraf sich als Entertainer selbst. Irgendwie hat diesmal alles gestimmt. Trotzdem bin ich froh, dass wir nun erstmal wieder 10 Monate Pause bis zum nächsten Kindergeburtstag haben;-)

Und zwei Tage vor ihrem Kindergeburtstag stieg die Kleine, die zu ihrem 4. Geburtstag vor einem Jahr ein Fahrrad bekam, sich aber nur mit Stützrädern zu fahren traute, auf ihr Fahrrad auf und fuhr problemlos ohne Stützräder los. Toll! So ein großes Mädchen!



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Mittwoch, 16. Mai 2018

Exklusivzeit und Sightseeing: Die Kleine und ich im Kurzurlaub

Unsere Kita hat traditionell in der "Himmelfahrts-Woche" geschlossen, was ich immer toll fand, weil der Mai einfach meist so eine wunderschöne Zeit für Urlaub ist. Zwar sind dann keine Schulferien, aber ich finde es auch mal ganz nett, wenn die Kleine Ferien hat und der Große nicht, denn sonst ist es meist umgekehrt. Ich hatte mir die Tage freigenommen und wollte gern mit der Kleinen etwas Besonderes erleben, denn die Zeit zuhause mit den üblichen Dingen zu verbringen, finde ich immer etwas schade. Das liebe ich nur, wenn ich ganz allein zuhause bin...

Da sie am Sonntag (6. Mai) Geburtstag hatte und wir am Feiertag sowieso wegfahren würden, war die potentielle Zeitspanne klein und es sollte auch nicht zu weit weg gehen. So kam ich auf einen Kurzurlaub in Potsdam, von dem die Kinder bisher nur die Biosphäre kannten. Ich war früher, als ich im Südwesten von Berlin lebte und studierte, oft in Potsdam gewesen, aber nun schon lange nicht mehr, was ich sehr bedauerte. Ich hatte große Lust, mir die Stadt wiedermal anzuschauen und der Kleinen einige "Königsschlösser" zu zeigen. Die Vorteile: wir konnten mit der S-Bahn hinfahren und ich kannte mich soweit aus, dass mir die fremde Stadt keinen Stress verursachen würde. Ich buchte ein Hotel-Schnäppchen für eine Nacht und freute mich, wiedermal mit der Kleinen Exklusivzeit zu verbringen und ihr eine neue Stadt zeigen zu können. Ich finde es schön und wichtig, Exklusivzeit mit jedem Kind einzeln zu haben und das Kind möglicherweise anders als sonst zu erleben. Auch die Kinder genießen das meist sehr, und es ist für sie natürlich auch ein kleines Abenteuer. Bei der Kleinen, die ja seit nun schon mehr als 1,5 Jahren ein sehr herausforderndes Verhalten an den Tag legt, erhoffe ich mir durch gemeinsame Unternehmungen immer irgendwie eine Verbesserung der Situation. Deshalb hatte ich das im vergangenen Sommer zum ersten Mal mit ihr ausprobiert, als sie 4 1/4 Jahre alt war. Dieser erste gemeinsame Städtetrip war etwas merkwürdig gewesen, sie wirkte überfordert und verstört, ich konnte nicht wirklich viel mit ihr machen und hatte mir mehr davon versprochen. Nun war sie 5 Jahre alt geworden und wirkte begeistert, als ich ihr erzählte, dass wir wiedermal allein einen kurzen Urlaub, diesmal in Berlins Nachbarstadt Potsdam, machen würden.

Nikolaikirche

Freilich wusste ich, dass ich mit ihr weder Besichtigungen noch lange Spaziergänge durchführen könnte. Deshalb plante ich die Zeit so, dass meine Wünsche mit ihren Möglichkeiten halbwegs konform gingen. Ich wollte möglichst viele der Sehenswürdigkeiten "abklappern", wobei mir Vorbeifahren und Sehen völlig reichte. Ich hatte nicht im Geringsten den Anspruch, mir ein Museum/ Schloss o.ä. von innen anzuschauen. Ich wollte, dass sie Spielplatzzeit hat und wir gemütlich irgendwo im Freien essen konnten. Ich wollte mich am Wasser aufhalten, vielleicht sogar eine Schifffahrt erleben. Da sie sehr lauffaul ist, hatte ich mir überlegt, dass wir eine Hop On-Hop Off-Bustour machen, damit wir an den Sehenswürdigkeiten nach Belieben aus- und wieder einsteigen könnten. Außerdem nahm ich ihren Roller mit, den ich zusammengeklappt problemlos transportieren konnte. Immerhin hatte ich ja auch unser Gepäck zu tragen. Sie fand alle Ideen gut und freute sich.

Filmmuseum

Den Tag nach ihrem Geburtstag verbrachten wir noch zuhause, zumal es mir seit einer Woche überhaupt nicht gut ging, mit mehrmaliger Migräne, permanenten Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlappheit. Ich fürchtete sogar, alles absagen zu müssen, aber am Dienstag ging es dann halbwegs und wir fuhren nach dem Frühstück los. Nach 1 Stunde Fahrzeit kamen wir in Potsdam an und gingen erst einmal auf die Freundschaftsinsel in der Havel hinter dem Bahnhof, um Wasser und Grün zu tanken und uns zu bewegen. Einen schönen Spielplatz gibt es dort auch im hinteren Teil, aber die Kleine war sehr verhalten. Sie wollte gern ein Tretboot ausleihen, aber das war mir wiederum zu teuer und auch zu lange. Der erste Konflikt eine halbe Stunde nach unserer Ankunft;-)

Bei der Alten Meierei

Dann bestiegen wir unseren Hop On-Hop Off-Bus und nahmen am ersten Teil der Stadtrundfahrt teil. Dieser führte durch die Innenstadt zur Glienicker Brücke und weiter zum Schloss Cecilienhof. Dort stiegen wir aus und gingen zur Alten Meierei, wo es einen schönen Biergarten direkt am Jungfernsee gibt. Diesen kannte ich noch von früher. Wir stärkten uns, genossen das traumhafte Wetter, die Lage und die Sonne und die Kleine spielte ein wenig auf dem Mini-Spielplatz. Nun wollte ich den kurzen Weg zum Schloss Cecilienhof gehen. Da fing sie schon an zu schwächeln. Hilfe, es war erst Mittag...

Cecilienhof

Ich zeigte ihr Cecilienhof von außen, es war auch einiges los, da es der 8. Mai, der Tag der Befreiung war. Allerdings interessierte sie sich überhaupt nicht für die Geschichte hinter dem Ort, die ich ihr wirklich kindgerecht und einfach erzählte. Da war der Große im gleichen Alter tatsächlich anders gewesen, ihn konnte man dann schon wohldosiert mit ausgewählten Informationen füttern. Mit einem solchen Kind macht das dann natürlich auch mehr Spaß. Wir machten nochmal eine Eis-Pause. Danach fuhren wir weiter mit dem Bus, durch die Alexandrowka, die russische Siedlung, am Schloss Sanssouci vorbei bis zum Neuen Palais am anderen Ende des Parks Sanssouci. Das war sehr interessant für mich, ich sah vom Bus aus einige Sehenswürdigkeiten, die ich noch nicht kannte (Drachenhaus etc.) und war froh, diese Fahrt ausgesucht zu haben, da ich so auch auf meine Kosten kam. Allerdings interessierte sich die Kleine schon nicht mehr für die Informationen aus dem Kopfhörer und wirkte müde. Auf der Busfahrt konnte sie sich etwas ausruhen.

Sanssouci

Park Sanssouci

Zurück am Schloss Sanssouci stiegen wir aus und ich wollte etwas um das Schloss und im Park herumlaufen. Aber sie konnte nicht mehr, klagte immer wieder, wie anstrengend es sei (wir waren wirklich noch nicht viel gelaufen!) und dass sie ausruhen wolle. Also legten wir uns auf eine schattige Parkbank und machten Picknick. Es war sehr warm, aber total schön, und besser als Regenwetter allemal. Ich freute mich, Sanssouci endlich wieder zu sehen, fühlte mich aber ein wenig ausgebremst und hätte ich es noch gar nicht gekannt, wäre ich ziemlich frustriert gewesen. Dabei hatte ich so gut wie nichts erwartet. Natürlich erzählte ich kindgerecht etwas zur Geschichte, wir schauten dem verkleideten Friedrich zu, gingen in den Souvenirshop und machten immer wieder kleine Pausen. Aber sie konnte nicht mehr und so stiegen wir wieder in den Bus und fuhren zurück zum Bahnhof. Unser Hotel befand sich nämlich am 2 S-Bahn-Stationen entfernt gelegenen Griebnitzsee, also außerhalb des städtischen Trubels. Das war super und als wir in Griebnitzsee ausstiegen, genossen wir augenblicklich die Ruhe des Vororts.

Griebnitzsee

Das Hotel lag direkt am See und nach einer Ausruhzeit im Zimmer sogen wir noch gemeinsam die Abendstimmung am See auf. Die Kleine wirkte wieder fit, wollte zum Spielplatz und freundete sich dort gleich mit einem Mädchen an, so dass wir erst spät wieder im Zimmer waren. Ich war dann auch recht erschöpft und schlief früh, aber schlecht. Die Kleine war leider sehr früh wach, warum schlafen denn Kinder nicht länger nach so einem anstrengenden Tag?! Das leckere Frühstück auf einer sonnigen Terrasse direkt am Griebnitzsee entschädigte für die Nacht und wir genossen den Blick auf das Wasser, die Boote, das Grün und die Ruhe. Es war so schön, dass ich ihr nach dem Frühstück Malzeug holte und wir noch ein wenig länger sitzen blieben. Danach ging es kurz auf den Spielplatz und Getränke kaufen, wir checkten aus und warteten auf unser Schiff, das direkt am Hotel anlegen sollte. Ich hatte die Kleine gefragt, ob sie Lust auf eine Schifffahrt rund um Potsdam hatte, und sie hatte bejaht. Na mal sehen, bisher waren Schifffahrten mit ihr immer sehr unruhig und nervig gewesen.


Das Wetter war wieder klasse, wir bestiegen unser Schiff der 7-Seen-Rundfahrt und bekamen u.a. die Villen von Griebnitzsee und Babelsberg, den Park Babelsberg, die Glienicker Brücke, die Sacrower Kirche, die Pfaueninsel und den Wannsee zu sehen, eine total schöne und abwechslungsreiche Tour, die ich früher schon mal, aber nun ewig nicht mehr gemacht hatte. Die Kleine bekam ein Eis, ich erzählte ihr, was ich an dieser oder jener Stelle früher erlebt habe und wir gingen auf dem Schiff herum, damit es ihr nicht langweilig wurde.

 Glienicker Brücke

 Sacrower Kirche

Wannsee

In Wannsee stiegen wir nach ca. 1 h 20 min aus, sie kletterte auf dem tollen Spielplatz herum, wir aßen etwas, suchten uns eine Stelle, wo wir die Füße ins Wasser tauchen konnten und sangen "Pack die Badehose ein...". Das war echt schön, ich hatte viel gesehen und  Erinnerungen aufgefrischt, die Kleine war auch fröhlich und ausgeglichen und direkt am Wasser ist es sowieso immer herrlich. Gegen 14 Uhr fuhren wir mit der S-Bahn zurück nach Hause und unser Mädelskurztrip war beendet.

Am Wannsee

Fazit

Für mich war das Verhältnis diesmal ausgeglichen, was die Befriedigung ihrer und meiner Bedürfnisse anbelangt. Ich habe in der kurzen Zeit sehr viel gesehen und erlebt und bin ein Stück weit in meine Vergangenheit eingetaucht. Die Umgebung war vertraut und das Programm entspannt, das Wetter war super und die Kleine verschonte mich zum Glück weitestgehend von ihren üblichen Aussetzern, Kreischanfällen und Aggressionen. Wie auf unserer ersten gemeinsamen Reise war sie unerwartet still, zurückhaltend und scheu, dabei trotzdem wie gewohnt unruhig und hibbelig. Mit ihr kann man nicht lange an einer Stelle verharren oder sich auf eine Sache konzentrieren. Mit ihr kann man leider auch noch keine tiefergehenden Gespräche, z.B. über historische Anekdoten, führen. Sie interessiert sich noch nicht wirklich für die Dinge, für die ich mich begeistere. Trotzdem ist sie unternehmungslustig und freut sich generell darauf, etwas zu erleben.

Ob sie sich vielleicht was anderes unter unseren Ausflügen vorstellt, weiß ich nicht. Ich hatte ihr vorher mehrfach erzählt, was wir machen würden, und sie auch gefragt, ob sie darauf Lust habe. Im Zoo auf unserem ersten Kurztrip war sie ja auch so verhalten gewesen, obwohl sie Zoos liebt. Diesmal wollte ich ihr mal was anderes präsentieren. Und ich möchte sie auch ganz langsam und behutsam an diese Art des Reisens heranführen. Ich meine, die Urlaube mit kinderspezifischen Aktivitäten wie Buddeln am Strand, langen Spielplatz- oder Tierparkbesuchen, Schwimmbad, Kinderhaus etc. sind ja absolut in der Mehrzahl und das ist auch völlig okay. Dennoch soll sie (wie auch der Große) erleben, was Reisen auch bedeutet und dass man, wenn man mit einem Elternteil allein unterwegs ist, vielleicht ganz andere Dinge erleben kann als sonst. Man muss ja dann auch weniger Kompromisse schließen und kann spontaner sein. Ich finde es soviel einfacher, mit einem Kind allein unterwegs zu sein. Die Kinder genießen die Exklusivzeit meist auch sehr. Und es ist immer wieder spannend, eines meiner Kinder in solch einer Konstellation zu erleben.

Zwar ist die Kleine noch nicht so ein entspannter und reifer Reisepartner wie der Große, aber mir ist es wichtig, dass wir ihr etwas zutrauen und auch mal Dinge mit ihr machen, die der Große noch nicht kennt. Dann gewinnt sie mehr Selbstvertrauen, fühlt sich ernst genommen oder lernt vielleicht auch ihre Grenzen kennen. Für mich war das jedenfalls wieder ein spannendes Experiment, das ich sicherlich wiederholen werde. Und diesmal hatte ich wirklich selbst auch etwas davon, das war schön.

Fahrt ihr mit einem eurer Kinder allein in den Urlaub oder macht Kurztrips? Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht?

Freitag, 27. April 2018

Kleine Botschaften

Ich habe vor kurzem eine neue Mappe angelegt. Darin sammle ich beschriebene Zettel, Botschaften, Notizen, Anweisungen, Nachrichten meines Großen. Mein Großer geht seit einem dreiviertel Jahr in die Schule. Er konnte vorher nur einzelne Buchstaben und wenige Wörter schreiben, aber niemals zusammenhängende Sätze oder Botschaften. Es ist wirklich toll zu sehen, was er in dieser kurzen Zeit gelernt hat. Und ich finde es total rührend, wie er die neuen Fähigkeiten anwendet.

Als er das erste Mal mit so einem Zettel ankam, musste ich mehrere Tränchen verdrücken. Es war so überraschend, dass er sich hingesetzt und einen kleinen Text für mich überlegt hatte. Keine Geschichte, sondern eine Botschaft an mich, die er vielleicht nicht so aussprechen konnte, wie er sie geschrieben hatte. Ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals "Mama, ich hab dich so lieb!" zu mir gesagt hätte. Er kann Gefühle nur schwer mitteilen. Er war auch selbst ganz stolz und ein bisschen perplex über sein Geschriebenes. Ich glaube, er realisierte in diesem Moment, wieviel man mit geschriebener Sprache anfangen und erreichen kann. Und er konnte an meiner Reaktion sehen, wie es andere berührt.


Auch ist er, wie ich, ein Typ, der sich damit schwer tut, Gefühlsdinge mündlich zu äußern oder auch die richtigen Worte zu finden. Zwar ist er ein Kind, das oft stark von seinen Emotionen gebeutelt wird, aber er kann diese immer noch sehr schlecht ausdrücken und konkret mitteilen. Dafür ist das Schreiben natürlich toll. Sich ausdrücken zu können, ohne etwas sagen zu müssen, was ihm vielleicht peinlich ist, passt zu seinem Wesen. Seine Gedanken purzeln oft durcheinander, gleichzeitig braucht er recht lange, um Gedankenkonstrukte zu entwickeln, und wenn er redet, kann er nicht gleichzeitig überlegen, was er als nächstes sagen will. Beim Schreiben kann man ja gut die Gedanken sortieren, das merke ich beim Bloggen oft. Vielleicht hilft ihm diese Möglichkeit, sich auszudrücken und in Ruhe Überlegungen entwickeln zu können.


Für mich als Mama ist es total faszinierend, dass mein Großer jetzt kleine "Texte" schreiben kann. Das Rechnen und Lesen empfinde ich persönlich als nicht ganz so spektakulär. Er kann beides schon gut, wobei man beim Lesen merkt, dass er "mechanisch" vorliest, d.h. Texte meist nicht inhaltlich versteht. Auch dies geht mir übrigens ähnlich, weshalb das Vorlesen nicht unbedingt zu meinen liebsten Beschäftigungen gehört: ich bekomme nicht viel vom Inhalt einer Geschichte mit, wenn ich vorlese. Ich muss still lesen. Das macht er noch nicht.

Natürlich ist noch nicht alles orthographisch korrekt, was er schreibt, er schreibt nach Gehör und so, wie er es sich eben denkt. Das stört mich, der grobe Rechtschreibfehler eigentlich immer unangenehm aufstoßen, nicht im Geringsten, denn man versteht, was er meint und ich finde es toll, dass er sich traut, das aufzuschreiben, was ihn umtreibt, obwohl er sonst ein totaler Perfektionist ist und Dinge nur macht, wenn er sie beherrscht. Insofern ein großer Schritt für ihn.


Letztens habe ich zufällig auf Twitter in eine Diskussion hineingelesen, wo sich Menschen über die Fehler in solchen Botschaften von Kindern (eines ebenfalls 7-Jährigen in diesem Falle) aufregten. Der Tenor war: "Die lernen ja heute nichts mehr!" oder "Solche Fehler zeigen das Niveau der Schule!" etc. Ich war ehrlich schockiert. Jeder zweite Tweet, viele Texte im Netz, in Printmedien, viele Statements in sozialen Medien und privaten Nachrichten von Erwachsenen strotzen vor Rechtschreibfehlern. Viele Erwachsene können nicht "Das" und "Dass" unterscheiden, beachten keine Zeichensetzung oder scheinen den Akkusativ nicht zu kennen. Besonders lustig war, dass in dem ersten Aufreg-Tweet schon ein Rechtschreibfehler enthalten war. Ich finde solche Reaktionen wirklich unmöglich. Die Kinder haben gerade erst das Alphabet gelernt und sollen schon eine perfekte Orthographie beherrschen? Nein, also das ist doch fernab jeglicher Realität. Sie wenden einfach an, was sie bisher in der Schule gelernt haben, nämlich Buchstaben und Silben aneinanderzureihen und zu überlegen, wie ein Wort geschrieben wird. In Diktaten werden die Wörter, die bis jetzt bereits gelernt wurden, abgefragt. Da hatte mein Großer zuletzt null Fehler. Alles Weitere kommt im Laufe der Jahre (oder bei manchen nie;-)).


Neulich zeigte mir mein Großer bei Ebay ein paar Dinge, für die er sich interessierte. Da wir nicht eingeloggt sind, wenn er "recherchiert", konnte er nichts speichern. Er war kurz frustriert, weil er sich nicht alles merken konnte, bis ich zu ihm meinte: "Schreib die Sachen doch auf!" Dann schien ihm selbst erst wieder einzufallen, dass er ja jetzt schreiben kann und nicht mehr von uns abhängig ist. Das war echt süß!

Ich finde es großartig und sehr rührend, dass er neuerdings kleine Texte selbstständig, nämlich ohne bei jedem Wort zu fragen, wie es geschrieben wird, verfasst und sich traut, seine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben. Ich freue mich über jedes Zettelchen, über jede Botschaft und sammle diese akribischer als die "Kunstwerke". Und ich merke daran, dass die geschriebene Sprache für mich einen ganz besonderen Wert hat. Dass nun mein erstes Kind damit beginnt, finde ich toll. Und manchmal sind diese Botschaften ganz besonders berührend, wie diese an seine kleine Schwester:



Sonntag, 15. April 2018

"Mein Schreibaby verstehen und begleiten. Der geborgene Weg für High-Need-Babys" (Rezension mit Verlosung)

Ein halbes Jahr nach ihrem letzten Buch "Ich! Will! Aber! Nicht!"* über die Trotzphase hat Susanne Mierau, Kleinkindpädagogin und Autorin des Blogs Geborgen Wachsen, zusammen mit Anja Constance Gaca, Hebamme und Autorin des Blogs Von Guten Eltern, ein neues Buch vorgelegt, mit dem sie sich wieder der Babyzeit zuwendet: "Mein Schreibaby verstehen und begleiten. Der geborgene Weg für High-Need-Babys"*, erschienen im GU Verlag am 10. April 2018.

An dem Begriff Schreibaby, der bei vielen Eltern einen unangenehmen und stigmatisierenden Beigeschmack hat und das Phänomen nur unzureichend beschreibt, sollte man sich dabei nicht stören; er wurde vom Verlag vorgeschlagen, damit das Buch von betroffenen Eltern besser gefunden werden kann (siehe hier). Es geht um Babys, die nicht nur mehr schreien als andere, sondern insgesamt höhere Bedürfnisse haben, ihre Eltern stark fordern und an ihre Grenzen bringen. Bekannt sind auch die Begriffe High-Need-Babys, 24-Stunden-Babys, untröstlich weinende Babys oder bedürfnisstarke Kinder. Diese Babys schreien viel, ausdauernd und schrill, lassen sich nur schwer beruhigen, schlafen wenig, sind schnell überreizt, können schlecht abschalten, sind unruhig ("hyperactive" nach William Sears, der die 12 Kriterien für High-Need-Babys aufstellte, siehe hier) und von unzufriedenem Temperament, sehr empfindsam und sensibel, trennungsängstlich und schreckhaft und insgesamt sehr anspruchsvoll. Während man früher die starre Dreier-Regel (Schreien über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen an mindestens drei Tagen pro Woche mehr als drei Stunden pro Tag) heranzog, um festzulegen, wann ein Kind als Schreibaby zu bezeichnen ist, wird heute eher "das Ausmaß der Beeinträchtigung der Eltern als Grundlage für Behandlungsbedürftigkeit angesehen" (S. 30). Die subjektiv erlebte Belastung ist nun entscheidender als das bloße Zutreffen der alten Dreier-Regel. Genau da setzt das Buch an und möchte nicht das Problem, sondern die Lösung in den Mittelpunkt stellen.

Ich selbst habe das Buch aus der Perspektive einer ehemals betroffenen Mama gelesen, denn mein Sohn, jetzt 7 Jahre alt, war ein solches Baby, und zwar nicht nur in den ersten 12 Wochen, sondern sein gesamtes erstes Lebensjahr hindurch. Es war die härteste Zeit meines Lebens, sie hat mich dauerhaft über meine Grenzen gehen lassen und viele Wunden geschlagen, die teilweise bis heute nicht verheilt sind. Ich erinnere mich sehr genau an die Probleme und Herausforderungen, vor denen wir damals standen, an unsere Überforderung und Hilflosigkeit, an Verzweiflung, an Aggressionen und Wut. Und ich reagiere bis heute allergisch auf Menschen, die das Problem bagatellisieren, nivellieren oder betroffenen Eltern sogar Schuldgefühle einreden wollen. All dies spielte in meine Lektüre dieses Buches hinein, und ich muss sagen, ich hatte fast ein wenig Angst davor. Denn allzu oft trifft man auch in der Fachliteratur noch auf die Auffassung Entspannte Eltern - entspanntes Baby und Ansätze, die besagen, wenn du Folgendes tust und beachtest, schreit kein Baby unstillbar bzw. es beruhigt sich schnell. So einfach ist es eben nicht, auch wenn man gewisse Dinge wissen und beachten sollte, wenn man ein solches Kind hat. Auf diese Dinge geht das Buch ausführlich ein, ohne Schuldzuweisungen oder allzu einfache Erklärungen vorzulegen.

Das Temperament

Gleich zu Anfang betonen die Autorinnen, dass sich Babys von Geburt an unterscheiden und es Kinder mit einem angeborenen besonders empfindsamen Temperament gibt, deren Verhalten nicht so einfach zu deuten ist wie normalerweise oder die nicht auf die üblichen Beruhigungsstrategien ansprechen, ohne dass die Eltern deshalb etwas falsch machen. "Sie haben [...] besondere Bedürfnisse und stellen an Eltern andere Anforderungen als 'easy' Babys." (S. 9) Sie schlagen für den Umgang mit solchen Babys einen dreistufigen Weg vor: Beobachten - Verstehen - Handeln (S. 12). Besonders der Punkt des Verstehens ist bei diesen Babys sehr wichtig, da diese Babys eine andere Sprache sprechen als die Babys in der Umgebung, die wiederum von den Eltern andere Handlungsmuster verlangt als bei etwaigen Geschwister- oder Nachbarskindern.

Ursachen

Natürlich beschreibt das Buch mögliche Ursachen für exzessives Schreien, z. B. das Gebärmutterheimweh, Unreife, Frühgeburten, traumatische Geburten, stressige Schwangerschaften, Schmerzen, Stillprobleme, Regulationsstörungen o.ä. Betroffene Eltern sollten keinesfalls zögern, ärztliche Hilfe zu Rate zu ziehen, um körperliche oder sonstige Probleme auszuschließen. Oft dient gerade unstillbares Weinen von Babys auch dem Stressabbau, so dass man dies lediglich begleiten soll und aushalten muss (siehe Aletha J. Solter: "Warum Babys weinen"*). Im Grunde geht es aber bei High-Need-Babys um die Ausprägung eines bestimmten Temperaments, das sich eben nicht verändern, behandeln oder abstellen lässt. So mussten wir nach dem Ansprechen unserer Probleme bei der Kinderärztin, die überhaupt keine Hilfe war, nach zwei osteopathischen Sitzungen und mehreren (erfolglosen) Terminen mit der Schreibabyambulanz akzeptieren, dass keine Ursache für das Verhalten unseres Babys zu finden war, sondern wir die Tatsache, dass er ist, wie er ist, hin- und annehmen müssen. Auch im familiären Umfeld und Freundeskreis stand man dem Phänomen und vor allem unserer Überforderung hilflos gegenüber und pendelte zwischen der Aussage, das Kind würde sich doch so verhalten wie alle anderen Babys, und impliziten Schuldzuweisungen hin und her. Das einzige Buch, was mir damals wirklich half, war von Harvey Karp: "Das glücklichste Baby der Welt"*, ein Buch, das viele wertvolle und nützliche Ansätze jenseits der üblichen Ratschläge für mich bot. Ich denke, das hier vorgestellte Buch würde ich damals ebenfalls als sehr hilfreich empfunden haben.

Strategien

Genau wie auf mögliche Ursachen gehen die Autorinnen auch auf konkrete Strategien und Hilfestellungen ein, die den Alltag mit einem High-Need-Baby erleichtern können. Es geht um Körperkontakt und Hüllen (Pucken), um bequeme Babylagerung, ums Tragen und Wiegen, um eine bestimmte Schritttechnik ("Elefantenschritte", siehe S. 99), ums Stillen und Füttern, um Reizminderung und ums Schlafen. Mit dem Elefantenschritt (rhythmisch in die Knie gehen) haben wir gute Erfahrungen gemacht. Doch diese Methode hat uns damals niemand nahegebracht, sondern wir haben sie durch Ausprobieren gefunden. Die Autorinnen betonen aber auch, dass Eltern solcher Babys ganz individuell schauen müssen, was gut angenommen wird oder was vielleicht sogar noch zusätzlichen Stress auslöst.

Genauso wichtig wie die Bedürfnisse des Babys sind jedoch die Bedürfnisse der Eltern in einer solchen Ausnahmesituation. Besonders diese Eltern sollten sehr gut auf ihre Ressourcen achten und ihre Belastungsgrenzen ganz klar kommunizieren. Dass dies als Schreibaby-Eltern schier unmöglich scheint, weiß ich selbst aus eigener Erfahrung, und dennoch kann man es nicht genug betonen. Mit dem heutigen Wissen hätte ich damals auch einiges anders gemacht bzw. mich schneller von der Vorstellung, wie es doch eigentlich sein müsste, verabschiedet. Oft genug entsteht ja auch ein Stress-Kreislauf, der sich wiederum auf das sowieso schon leicht erregbare Baby auswirkt und eigentlich durchbrochen werden müsste, was aber ohne konkrete Entlastung kaum möglich ist. Deshalb finde ich besonders den ersten Punkt in der Sechs-Punkte-Liste für Schreisituationen (S. 109), nämlich sich zuerst kurz auf sich selbst zu konzentrieren, um sich selbst zu beruhigen, unheimlich wichtig. Denn man kann einen anderen Menschen nur beruhigen, wenn man selbst halbwegs ruhig bleibt. Dass dies in solchen Situationen, die sich über Monate hinweg aufbauen, wo alle Sinne angespannt und gereizt sind, sehr schwer ist, steht außer Frage.

Auch auf die Arbeit der Schreibabyambulanz wird kurz eingegangen. Mit einem guten, verständnisvollen Therapeuten kann hier sicherlich vieles erreicht werden. Bei uns war es eher so, dass die Haltung und die Aussagen unserer Therapeutin eher noch unsere Schuldgefühle verstärkten, so dass wir die (kostenpflichtige) Therapie nach der 3. Sitzung beendeten. Auch unsere Hebamme strotzte vor Unverständnis: sie habe noch nie ein Baby erlebt, was so war, wie wir unseren Sohn beschrieben. Und (ein Mal!) auf ihrem Arm war er ja ruhig. Es müsse also an unserer Unentspanntheit liegen. Unsere Kinderärztin traf ähnliche Aussagen. Zu diesem Thema raten die Autorinnen, sich von verständnislosen Menschen, die die Situation nicht nachvollziehen können und eher eine Be- als eine Entlastung sind, bewusst zu lösen. Dies ist jedoch nicht so einfach, denn dann steht man ganz schnell komplett allein da. Und die gefühlte Isolation ist ein weiterer tragischer Aspekt am Schreibaby-Elterndasein.

Schlafen

Für mich als Mama wurde im Laufe der Monate übrigens der Umgang mit dem Schlafproblem meines Großen zentral. High-Need-Babys wollen nämlich schlafen und benötigen zur Verarbeitung der vielen ungefilterten Reize, die auf sie einströmen, sogar mehr Schlaf als "normale" Babys, können aber nicht einschlafen. Sie finden nicht von allein in den Schlaf bzw. wehren sich mit aller Kraft dagegen, Letzteres bei uns sehr ausgeprägt. Der wichtigste Punkt, den wir lernten zu beachten, war, unseren Sohn regelmäßig zum Schlafen zu bringen, um Überreizung und unstillbare Schreiattacken zu vermeiden. Als das Einschlafen beim Stillen nicht mehr funktionierte, haben wir nach spätestens 3 Stunden Wachzeit darauf geachtet, ihm zum Schlafen zu verhelfen, immer gegen seinen Widerstand, aber im Grunde alternativlos. Ich habe solch eine nervenaufreibende und sehr belastende Situation, die wir täglich mehrmals hatten, mal in meinem Text Spießrutenlauf beschrieben. Da waren schon mehrere Monate vergangen, in denen ich meine Vorstellung, alle Babys schliefen allein, an jedem Ort und problemlos ein, verabschiedet hatte. Hatte mein Großer lange genug geschlafen, war er ausgeglichener und zufriedener, bis der Kreislauf der Überreizung wieder begann. Das Regulieren seines permanenten Schlafdefizites und das Zum-Schlafen-Bringen war elementar für uns in seinem Babyjahr, und so ist es bis heute geblieben, wenn er unter Stress steht. Das Thema kommt mir im Buch etwas zu kurz, weil es wirklich zentral im Umgang mit einem Schreibaby ist.

Übrigens wird im Buch auch auf Hochsensibilität kurz Bezug genommen (S. 55f. und S. 85), sowohl auf Kindes- als auch auf Elternseite, was mich freut, da ich mich mit diesem Thema ja schon lange beschäftige. Alle diese Begriffe sollen aber Kinder weder in Schubladen stecken noch stigmatisieren, sondern einfach Verständnis wecken für gewisse Besonderheiten. Für viele Menschen, mich eingeschlossen, ist es hilfreich, einen Namen für bestimmte Phänomene zu haben. Und gerade die Kombination hochsensible Mutter - hochsensibles Kind birgt tatsächlich nochmal besondere Herausforderungen.

Fazit

Das Buch von Susanne Mierau und Anja Constance Gaca stellt weder das Schreibaby als Problemfall in den Vordergrund, noch reproduziert es Schuldzuweisungen an die Eltern, die das Baby vermeintlich nur "falsch behandeln". Es fokussiert sich weniger auf mögliche Ursachen, sondern zeigt Strategien auf, um das Leben mit solch einem herausfordernden Baby zu meistern und Schwierigkeiten etwas abzumildern. Dass es kein Patentrezept gibt, sollte klar sein, und da oft (nicht immer; siehe hier) ein angeborenes Temperament die Bedürfnisstärke dieser Babys verursacht oder bedingt, ist dies auch nicht grundlegend änderbar: "Das Kind ist, wie es ist, und wir begleiten es auf diesem Weg, so gut wir eben können." (S. 9)

Ausführlich werden die Belastungen für die Psyche betroffener Eltern beschrieben, was ich persönlich sehr wichtig und hilfreich finde, da die Eltern sich oftmals alleingelassen und unverstanden fühlen. Versagensgefühle, Selbstvorwürfe, Stressreaktionen, Depressionen oder Aggressivität bis hin zum Eltern-Burnout sind nicht zu vernachlässigende Begleiterscheinungen einer solch herausfordernden Situation. Nicht selten kommt es auch zu Konflikten im Familienleben, die nicht gerade zur Beruhigung der angespannten Nerven beitragen. Insofern ist es essentiell wichtig, dass Eltern mit einem bedürfnisstarken Baby in besonderem Maße auf sich achten. Und ich finde es toll, dass ein Buch über Schreibabys viel Augenmerk darauf legt.

Wenn man ein Schreibaby hat, das nur herumgetragen werden will, kaum schläft und im wachen Zustand ständig unzufrieden und unruhig ist, bleibt nicht viel Zeit zum Lesen. Deshalb ist ein nicht zu umfangreiches, gut gegliedertes und auch häppchenweise lesbares Buch sehr angenehm. Das Werk von Susanne Mierau und Anja Constance Gaca ist da genau das Richtige. Es eignet sich nicht nur zum Durchlesen, sondern auch zum Nachschlagen. Und es gibt betroffenen Eltern an keiner Stelle ein schlechtes Gefühl, sondern hilft dabei, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist.

Ich hoffe, dass dieses Buch Neu-Eltern hilft, ihr Baby, das vielleicht viel schreit, mehr als andere fordert und starke Bedürfnisse zeigt, einerseits besser zu verstehen, andererseits aber auch sich selbst in dieser Ausnahmesituation nicht zu verlieren. Ich hoffe auch, dass das Wissen um solche Babys sich noch weiter verbreitet und damit Falschinformationen und Schuldzuweisungen der Umgebung aufhören. Ich wünsche dem Buch viele Leser: Eltern, Großeltern, Hebammen, Kinderärzte, Krankenschwestern und vielleicht auch Menschen, die ein entspanntes Baby hatten, damit sie verstehen, wie verschieden Babys sind und das Leben mit ihnen sein sein kann. Und sollte mein Sohn dereinst ebenfalls ein High-Need-Baby bekommen, würde ich ihm dieses Buch mit Sicherheit ans Herz legen.

Klare Leseempfehlung!


Verlosung:

Ich möchte gern mein Rezensionsexemplar an euch verlosen, denn ich selbst benötige es nicht mehr für meine Kinder. Es ist in gelesenem, aber so gut wie neuwertigem Zustand und kann bestimmt einem/r von euch noch weiterhelfen. Um in den Lostopf zu hüpfen, hinterlasst mir bitte hier einen Kommentar darüber, was euch an dem Thema interessiert, beispielsweise ob ihr ein Schreibaby habt oder hattet oder vielleicht betroffenen Eltern im Bekanntenkreis helfen wollt usw. Zusätzlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir auf Facebook folgt und vielleicht sogar die Verlosung teilt. Ist aber keine Bedingung. Bitte gebt euren Namen im Kommentar an, sonst kann ich euch nicht berücksichtigen!

Die Verlosung läuft bis zum 22.04.2018, 23:59 Uhr. Unter allen bis dahin eingehenden Kommentaren wird der Gewinner/die Gewinnerin ausgelost und hier sowie auf Facebook bekanntgegeben. Da ich keine Mailadressen angezeigt bekomme, müsst ihr bitte die Folgekommentare abonnieren, um eine Benachrichtigung zu erhalten, oder nach der Auslosung am 23.04.2018 nochmal vorbeischauen. Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang zu Facebook. Versand nur innerhalb Deutschlands. Mindestalter 18 Jahre. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!


Die Eckdaten:

Anja Constance Gaca, Susanne Mierau: Mein Schreibaby verstehen und begleiten. Der geborgene Weg für High-Need-Babys*, GU Verlag, April 2018, 128 Seiten, ISBN 978-3833865589, 14,99 €


Vielen Dank an den GU Verlag und Susanne Mierau für das Rezensionsexemplar.

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Bilder: GU Verlag, Frühlingskindermama 


Auslosung am 23.04.18: Gewonnen hat Irin, die letzte Kommentatorin. Herzlichen Glückwunsch! Danke an alle für's Mitmachen!

Donnerstag, 5. April 2018

WMDEDGT? am 5. April 2018 - Osterferien

Wir sind mitten bzw. schon fast am Ende der Osterferien. In der vergangenen Woche war ich mit den Kindern allein ein paar Tage im Urlaub. In dieser Woche sind nun die Großeltern 3 Tage hier, um den Großen zu betreuen, der nicht gern in den Ferienhort geht. Zuletzt waren sie zur Einschulung des Großen in Berlin, also im September 2017. Da die Kleine seit Ostersamstag etwas kränkelt, bleibt sie vorsichtshalber ebenfalls zuhause und die Großeltern bespaßen 2 ganze und einen halben Tag beide Kinder. Da der Große sich nach einer Impfung am Dienstag schonen soll, gibt es kein aufregendes Programm.

Um 7:45 Uhr kommen die Großeltern aus ihrer nahegelegenen Ferienwohnung, damit ich zur Arbeit fahren kann. Um 8 Uhr breche ich auf, obwohl es mir nicht besonders gut geht. Aber mit 4 Leuten zuhause kann ich mich auch nicht wirklich ausruhen;-). Die Großeltern spielen mit den Kindern in der Wohnung und laufen dann zu einem kleinen See, wo man Minigolf spielen kann. Der Große wird als Sieger gekürt (zum Glück, denn er kann gerade wieder extrem schlecht verlieren), es wird am See Mittag gegessen und gegen 14:30 Uhr kommen sie wieder nach Hause. Dorthin bin ich mittlerweile von der Arbeit zurückgekehrt und mache mir etwas zu essen. Auch die Kinder haben noch Hunger.

Wir verabschieden die Großeltern, die um 15 Uhr zurück in ihren Wohnort fahren. Die Kinder sind ziemlich kaputt, also ruhen wir uns erstmal alle etwas aus. Danach fängt es an zu regnen und wir spielen und puzzeln. Der Große fängt gleich wieder an zu stänkern und zu motzen. Das habe ich in den 3 Tagen wahrlich nicht vermisst! Als der Regen aufhört, gehen wir noch kurz raus. Ich muss zur Packstation, um ein Paket abzuholen. Die Kinder nehmen ihre beiden Roller mit. Der Große hat nämlich vom Osterhasen endlich auch einen Roller* bekommen und will zukünftig damit zur Schule fahren, wie viele Grundschüler. Die Kleine hat ja seit letztem Jahr ihren "fun pro"-Roller, den sie sehr liebt und um den es oft Streit gab.


Da die Kinder Spaß haben, fahren wir noch eine kleine Runde Richtung Park und bleiben recht lange draußen. Es ist total leer und sehr viel kühler als gestern. Zuhause essen wir Abendbrot und dann bringe ich die Kinder ins Bett. Um 20:30 Uhr ist Feierabend und ich hoffe, dass es mir morgen besser geht. Dann steht schon das letzte Ferienwochenende vor der Tür und am Montag beginnt hier wieder die Schule. Wahnsinn, bis zu den Sommerferien sind es nur noch 3 Monate und dann ist schon das erste Schuljahr geschafft. Die Zeit rennt...

Mehr #wmdedgt findet ihr wie immer bei Frau Brüllen.

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Montag, 19. März 2018

Der erste Kinobesuch der Kleinen

Eigentlich wäre der erste Kinobesuch der Kleinen keinen eigenen Blogpost wert, da er so ziemlich wie erwartet ablief. Da es aber meinem Gerechtigkeitsempfinden widerspricht, über das erste Mal Kino beim Großen vor fast genau einem Jahr ausführlich zu berichten und bei der Kleinen nicht, folgt hier nun doch ein kleiner Text darüber. Irgendwie bekommen die Entwicklungsfortschritte der Zweitgeborenen nie soviel Aufmerksamkeit wie beim ersten Kind und das finde ich schade. Andererseits empfinde ich ihre Schritte auch oft als nicht so spektakulär, schwierig oder berichtenswert wie beim Großen, da sie vieles wie nebenbei meistert, mit dem er sich selbst oder wir uns mit ihm arg gequält haben.

Übrigens hat sie auch gerade problemlos ihre zweite Kita-Übernachtung gemeistert, die die Feuerprobe für ihre erste Kitafahrt im Mai war. Nun werden wir bald erfahren, ob sie mitfahren darf. Im November 2017 übernachtete sie zum ersten Mal in der Kita (hier zum Nachlesen) und nach Weihnachten erstmals bei den Großeltern. Wir machten uns also diesmal keine Sorgen und es klappte auch alles wunderbar. Wenn ich da an die schwierigen Begleitumstände der Kita-Übernachtungen des Großen denke, staune ich, wie unspektakulär mit ihr vieles abläuft. Der Tag danach ist zwar immer ziemlich durcheinander, aber insgesamt wirft so ein Ereignis weder sie noch uns so aus der Bahn, wie es beim Großen immer war.

Nun aber zu ihrem ersten Kinobesuch: Bekanntlich bin ich grundsätzlich kein Freund von sehr frühen Kinobesuchen und habe zudem noch als erstes Kind ein Kind, mit dem ich sehr vorsichtig in diesen Dingen vorgehen musste. So habe ich seinerzeit einen Kinobesuch des Großen mit der Kita im Alter von gerade 5 Jahren abgelehnt und lieber noch ein Jahr gewartet, bis ich das Gefühl hatte, dass er jetzt bereit dazu war. Sein erstes Mal Kino mit 6 Jahren wurde dann ein absolut positives Erlebnis, wir hatten einen schönen Nachmittag mit der "Häschenschule" und er erinnert sich bis heute daran. Nun ist die Kleine nicht nur ein anderer Charakter als er, sondern aufgrund ihres Zweitgeborenen-Status' sowieso auch von Anfang an vieles gewöhnt, was beim Großen erst später begann. Waren wir mit ihm mit knapp 3 Jahren das erste Mal im Kindertheater, so begleitete sie uns zwangsläufig schon in einem jüngeren Alter dahin. Auch Shows und sonstige Ereignisse bekam sie schon früher zu sehen als er. Das ist, glaube ich, normal bei den zweiten (und weiteren) Kindern. Sie wird nun in knapp 2 Monaten 5 Jahre alt.


Dazu kommt, dass sie anders auf visuellen Input reagiert als er. Zwar ist sie sehr begeisterungsfähig, saugt aber nicht im gleichen Maße auf wie der Große und wird nach einer Weile sehr unruhig, was zwar nervend für uns ist, sie aber wahrscheinlich zumindest teilweise vor der Überreizung durch zu viele Eindrücke schützt. Auch achtet sie selbst sehr gut auf sich, was die Geräuschkulisse angeht, und fordert sofort den Peltor Kid-Gehörschutz ein, den wir bei lauten Veranstaltungen immer dabei haben. Sie schafft es also gut, sich zu schützen und ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals nach einer Veranstaltung überreizt war oder durchgedreht ist. Sie kann das einfach besser verarbeiten als der Große und hat, was das betrifft, eine recht gute Selbstregulation. Wenn ihr etwas zuviel wird, macht sie dies sehr deutlich. Das wiederum kann für uns sehr anstrengend sein, weil sie dann herumläuft, stört, essen und gehen will. Jedes Kind hat halt so seine Macken;-)

Ich habe einen schönen Anfänger-Film für ihren ersten Kinobesuch herausgesucht, nämlich "Die Biene Maja 2 - Die Honigspiele". Wichtig ist mir immer, dass wir in ein kleines Programmkino gehen und glücklicherweise wurde der Film bei uns in der Nähe in unserem "Stamm-Programmkino" gezeigt. Am Sonntag 11. März, dem Tag nach der Kindergeburtstagsfeier des Großen, verbrachte ich mit ihr bei herrlichem Frühlingswetter erst 5 Stunden im Garten, wo wir uns an der frischen Luft austobten, und fuhr dann mit ihr gemütlich zu dem kleinen Kino, wo der Kinosaal wie erhofft wegen des schönen Wetters fast leer war. Perfekt! Sie suchte sich ihren Platz aus, wobei ich wieder einen Randplatz vorschlug, und war sichtlich stolz, dass sie nun auch endlich mal im Kino war.


Der Film (80 Min.) war wirklich niedlich und auch absolut geeignet als Einsteigerfilm, aber sie hält eben tatsächlich noch nicht so lange durch wie der Große. Nach 45 Minuten wollte sie das erste Mal aufstehen. Ich zog sie dann nochmal 20 Minuten mit knabbern und Schoß sitzen, aber sie fing an aufzustehen, herumzulaufen und laut zu reden, so dass wir kurz vor Schluss das Kino verließen. Sie hatte wirklich genug gesehen und wollte nicht mehr. Obwohl ich mich zugegebenermaßen ein bisschen geärgert habe, dass wir das Ende verpassten, finde ich es eigentlich grundsätzlich positiv und auch bewundernswert, dass sie deutlich zeigt, wann es für sie genug ist. Wenn sie nun noch lernt, das ohne zu stören und andere in Mitleidenschaft zu ziehen zu kommunizieren, wäre es für alle angenehmer. In diesem Fall war es auch insofern einfach, weil ich allein mit ihr schaute und entsprechend ihrer Bedürfnisse auf sie reagieren konnte. Was aber, wenn der Große dabei ist und noch bis zum Ende schauen will? Schwierig. Dann müssen wir entweder einen Kompromiss schließen oder eines der Kinder hat das Nachsehen. Hier wäre das der Große gewesen, weil sie sonst weiter gestört und im schlimmsten Fall das Kino zusammengeschrien hätte. Der Große war übrigens an diesem Tag mit dem Papa unterwegs und nachmittags auf einen Kindergeburtstag eingeladen. Insofern passte das super.

Hinterher wirkte sie fröhlich und zufrieden, aber nicht aufgedreht oder durcheinander. Ich glaube, sie hat das sehr gut weggesteckt. Ein bisschen hatte ich auch den Eindruck, ihr ging es vor allem darum, das Gleiche zu machen wie der Große;-). Ich finde, das war trotz des vorfristigen Aufbrechens ein erfolgreicher erster Kinobesuch für die Kleine. Längere Filme werde ich mit ihr aber tunlichst meiden. Dafür ist sie einfach noch zu unruhig. Nun war ich also mit einem meiner Kinder schon vor dem 5. Geburtstag im Kino. Die Umstände passten einfach und vor allem, das Kind ist anders. Das ist der ausschlaggebende Punkt. Sehr spannend, diese Unterschiede, und man lernt nie aus.

Dienstag, 13. März 2018

Der 7. Geburtstag des Großen

Vor genau einer Woche haben wir den 7. Geburtstag meines Großen gefeiert. 7 Jahre, ist denn das zu fassen?! Ich finde es einfach nur toll und bin überhaupt nicht wehmütig. Die schwierigen ersten Jahre sind ein für allemal vorbei, der Schulstart wurde von ihm toll gemeistert und man kann meist ganz wunderbar mit ihm zusammenleben. Ein Höhepunkt im vergangenen Lebensjahr war sicherlich unsere gemeinsame Mutter-Kind-Kur, die uns nochmal mehr zusammengeschweißt hat. Ich freue mich über sein Größerwerden und all die Dinge, die wir jetzt gemeinsam machen können. Er hat sich wahnsinnig toll entwickelt und ist ein wunderbarer, angenehmer, beliebter, integrierter und bewusster Junge geworden.


An seinem Geburtstag, dem 6. März, einem Dienstag, trat nach dem Auspacken der Geschenke und kurzem Bespielen natürlich der Alltag ein. Der Papa brachte das Geburtstagskind zur Schule und die Kleine zur Kita. In der Schule wurde er ein wenig gefeiert und brachte Muffins und Süßkram mit. Ich selbst hatte frei genommen, damit ich den Großen mittags abholen konnte. Das wünschte er sich so sehr, um in Ruhe sein Lego bauen zu können. Also holte ich ihn nach der Hofpause um 12:30 Uhr ab und wir schlenderten nach Hause, aßen Mittag, telefonierten mit den Großeltern und bauten gemeinsam an einem der Lego-Sets*, bis der Papa um 15:30 Uhr kam. Hier könnt ihr nachlesen, was er außer Lego noch an Geschenken bekam.


Dann tauschten wir und ich holte die Kleine ab, während der Papa sich seinem Geburtstags-Sohnemann widmete. Den Nachmittag voller Exklusivzeit und Ruhe hat er unheimlich genossen, so etwas ist im normalen Alltag ja so gut wie nie möglich. Am Abend machten wir noch ein Pizza-Picknick im Wohnzimmer, weil er sich das ebenfalls gewünscht hatte. Ich glaube, das war so ziemlich der ruhigste und ereignisloseste Geburtstag, den er bisher hatte, aber für ihn war das genau richtig und alle waren ausgeglichen und zufrieden. Er hatte Zeit zum Spielen und ging glücklich ins Bett. Ich selbst dachte noch viel an den Tag seiner Geburt, die erste Nacht und die darauffolgenden schwierigen Tage. Und bin sehr froh, all das zu einem Zeitpunkt, als ich mich noch besser erinnern konnte, aufgeschrieben zu haben.

Am Samstag, 10. März, fand seine Kindergeburtstagsfeier statt. Zum ersten Mal nicht in unserer Wohnung, sondern wir hatten einen Tisch in einem Indoorspielplatz gebucht. Auch dies hatte er sich dringend gewünscht, weil viele seiner Freunde schon dort gefeiert hatten. Wir wussten, dass das recht anstrengend werden würde, aber wenigstens blieb die Wohnung unversehrt und es gab nur wenig vorzubereiten. Er hatte diesmal 5 Kinder eingeladen, so dass es mit unseren beiden insgesamt 7 Kinder waren. Wir trafen uns vor unserer Haustür und fuhren mit 2 Autos zu dem Indoorspielplatz. Dort empfing uns wie immer ohrenbetäubender Lärm. Wir verzogen uns erstmal nach oben zu unserem Geburtstagstisch, der schön dekoriert war, und aßen den von mir mitgebrachten "Ninjago-Kuchen" (mit Ninjago-Figuren aus Esspapier*). Auch die Mitgebsel-Tüten waren mit Ninjago-Kleinkram gefüllt, z.B. Radiergummis*, Ninja-Fallschirmspringern* und Ninjago-Bleistiften*.


Dann zogen die Kinder in die Tobewelt los, und im 5-Minuten-Takt kam mindestens eines der Kinder mit einem Anliegen zu uns. Einer hatte Nasenbluten, eine war geschubst worden, einer hatte Bauchschmerzen, einer war gegen eine harte Säule gestürzt, einer schüttete ein Glas um, mehrere Kinder mussten auf Toilette, der Große war zerrissen zwischen seinen Freunden und wusste nicht, mit wem er zuerst losziehen sollte, und die Kleine, die es gewohnt war, sonst mit dem Großen zusammen dort zu toben, fühlte sich isoliert und allein und hing ständig bei uns rum. Es gab keine 10 Minuten Ruhe, das war in Kombination mit dem Lärm der Tobewelt wirklich nervend. Ich war vor nicht allzu langer Zeit mal mit meinen beiden Kindern allein dort gewesen, da ließen sie mich immer ziemlich lange in Ruhe und ich konnte viel im Handy oder Buch lesen. Nun ja, es waren eben auch 7 Kinder, und einige der Gastkinder schienen einen solchen Indoorspielplatz nicht wirklich zu kennen. Der Stresspegel war für alle schon recht hoch und wir waren erleichtert, als die 3 Stunden vorbei waren. Wir fuhren noch eines der Kinder nach Hause, die restlichen wurden entweder selbst abgeholt oder von einem anderen Papa mitgenommen, und dann war der Tag vorbei. In eine aufgeräumte, unversehrte Wohnung zurückzukommen, war natürlich echt toll. Der Preis dafür war allerdings hoch:-)

Der Geburtstag war frühlingshaft mild, nicht ganz so warm wie am Montag, aber angenehm. Abends begann es zu regnen und am nächsten Morgen erwartete uns eine leichte Schneedecke, die aber im Laufe des Vormittags wegtaute. Es war glücklicherweise keiner krank; im letzten Jahr, an seinem 6. Geburtstag, war ich ja sehr angeschlagen. Leider ist der Große nach diesem Wochenende dennoch sehr erschöpft, da er am Sonntag noch auf einem anderen Geburtstag eingeladen war und kaum Zeit zur Regeneration hatte. Ich hoffe, dass er bis zu den Osterferien durchhält.

7 Jahre! Wahnsinn! Mein großer Junge!

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