Donnerstag, 20. Juli 2017

Wo ist mein Sonnenschein hin?

Die Kleine treibt mich in den Wahnsinn. Wo ist mein pflegeleichtes Baby und Kleinkind hin? Bei dem ich (fast) immer wusste, was ich machen, wo ich ansetzen und wie ich es auffangen kann. Ich weiß aktuell nicht mehr, wie ich mit ihr umgehen soll. Bin rat- und hilflos. Kann sie nicht mehr liebevoll und geduldig begleiten. Sie überschreitet alle Grenzen, ist körperlich aggressiv gegen uns und ihren Bruder, schreit und kreischt bei jeder Kleinigkeit, rastet komplett aus. Macht fast täglich Sitzstreik auf der Straße, rennt vor Autos, läuft einfach weg. Sie stört, wo sie nur kann, sie zerstört mutwillig Dinge vom Großen, reißt alles an sich. Das Zusammenleben mit ihr gleicht einem Gang über ein Minenfeld, man kann eigentlich nur alles falsch machen und verlieren. Morgens Geschrei, nachmittags Boykott und Verweigerung, abends Geschrei. Jede Mahlzeit ist ein Desaster. Zwischendurch wird man gehauen, getreten, beschimpft sowie mit Forderungen bombardiert. Sie wirft mit Schimpfwörtern um sich, die der Große noch nie benutzt hat, und das in einer Frequenz, die unerträglich ist. Sie ist keine 2 Jahre alt, auch nicht 3, sondern 4 1/4. In diesem Alter war der Große aus der schlimmsten Zeit raus und es wurde langsam einfacher mit ihm. 4 Jahre, das war für mich immer das Alter, wo es einfacher wird. Mit ihr ist es das Gegenteil.

Sie war immer mein kleiner Sonnenschein, witzig, charmant, lebensfroh, schlagfertig, intelligent, schnell, schlau, liebevoll, anschmiegsam. Ich konnte sie immer gut händeln und wusste meist, wie ich sie wieder erde, wenn sie außer sich war. Sie ließ Trost immer irgendwann zu und tankte viel durch körperliche Zuwendung auf. Lange, sehr lange Zeit brauchte sie eigentlich nur Mama, dann war sie zufrieden und ausgeglichen. Zur Zeit schlägt sie nur um sich, verbal und physisch, und wir erkennen sie nicht wieder. Sie lacht kaum noch, von ihrem neckischen Wesen ist nichts mehr zu erkennen. Klar hatte auch sie, wie jedes Kind, schon immer schwierigere, unzufriedene Momente oder auch Phasen, in denen der Mann, die Großeltern oder die Erzieherinnen deutlich machten, dass sie nicht an sie herankämen. Aber da war ja immer noch ich, der letzte Anker, die Mama, von der sie sich immer beruhigen und regulieren ließ. Mit ihr habe ich mich nur in seltenen Momenten richtig hilflos gefühlt. Selbst ihre Wutstürme habe ich meist ruhig und liebevoll begleitet. Im Moment weiß ich nicht mehr weiter und ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust mehr. Sie ist komplett unberechenbar und dreht völlig frei.

Der Große war so ähnlich zwischen 1,5 und 3,5 Jahren. Er war ein sehr wütendes, unzufriedenes Kind, das überhaupt nicht ausdrücken konnte, was ihn störte. Er war aber selten gegen uns bzw. gegen mich körperlich aggressiv, sondern warf eher ein Spielzeugregal um, wälzte sich auf dem Boden oder war sogar autoaggressiv. Er war nie ein Hau- oder Beißkind, weder gegen uns noch andere. Jetzt, mit 6 1/2 Jahren, fängt er an, die Kleine zurückzuhauen, weil er ständig von ihr gehauen wird. Sie tritt ihn, boxt ihn, schubst ihn, und das alles so schnell und überraschend, dass man kaum eingreifen kann. Lange hat er sich nicht gewehrt, sondern geweint und Trost bei uns gesucht, nun fängt er selbst auch damit an. Es ist zum Mäusemelken. Der Große hat auch nie viele Schimpfwörter benutzt. Brachten andere Kinder aus der Kita ein ganzes Arsenal an Ausdrücken nach Hause, war er da immer relativ resistent und hat nicht so viel aufgesaugt. Mit ca. 3 1/4 Jahren hatte er eine nervige Schimpfwortphase, aber die ging recht schnell vorbei und war nicht mal im Ansatz so schlimm wie das, was die Kleine mit ihren über 4 Jahren jetzt durchlebt.

Wir rätseln, was mit ihr los ist. Die Autonomiephase müsste eigentlich so langsam vorbei sein. In ihrem Alltag hat sich nichts geändert. Sie hat jetzt endlich ein eigenes Kinderzimmer. Sie kann sich verbal ausdrücken, sie versteht alles und findet sich überall zurecht. Sie fängt schon an, Buchstaben zu schreiben, und ist viel selbstständiger als ihr großer Bruder. Sie will allein zum Bäcker gehen und überhaupt alles autark machen. Dabei passieren leider auch unzählige Malheure, was uns nervt, da wir das von unserem vorsichtigen Großen nicht kennen. In vielen Fällen sagen wir nichts, doch manchmal ist es eben auch zuviel. Sie ist integriert, hat ihre Freundinnen, wird zu Geburtstagen eingeladen und darf vieles schon machen, was der Große sich erst später zutraute. Zum August wird sie in den großen Elementarbereich der Kita wechseln, wo sie in letzter Zeit schon mehrfach hineinschnupperte. Es ist für uns nicht ersichtlich, an welcher Stelle sie eventuell leidet, sich unwohl fühlt, Unterstützung braucht.

Sicherlich lässt sie das Gerede und die Vorbereitungen für den baldigen Schulstart des Großen nicht ganz kalt. Sie versteht ja, dass sie bald allein in die Kita geht und der Große bei der Einschulung im Mittelpunkt steht. Sie sieht, was wir dafür schon jetzt vorbereiten und, sie merkt, dass es ein großer Umbruch wird. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das schon jetzt so dermaßen aus der Bahn wirft, wo der Große selbst noch relativ ruhig ist. Sie zieht im Moment alle negative Aufmerksamkeit auf sich und wir wissen nicht, warum. Lange habe ich versucht, unter Aufbietung all meiner nervlichen Kräfte ruhig und gefasst zu bleiben. Immer öfter explodiere ich nun auch. Der Mann ist komplett hilflos und gestresst. Keine unserer Strategien bringt irgendeine Besserung. Sie zerschießt im Moment unseren Familienfrieden auf allen Ebenen und es scheint ihr, der Harmonie eigentlich immer so wichtig war, keinen Deut auszumachen. Am meisten tut mir der Große leid, der unter ihren Aggressionen, ihrer Schreierei und der negativen Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wird, leiden muss. Denkbar schlechte Voraussetzungen für einen ruhigen Schulstart für ihn.

Wir sind ratlos. Fehlt ihr positive Aufmerksamkeit, fehlt ihr Exklusivzeit, fehlt ihr Beschäftigung, fehlt ihr aktive Förderung? Sie war doch immer zufrieden, wenn sie mit mir zusammen war! Und wir haben immermal wieder nachmittags Zeit zu zweit, wenn der Große bei Freunden ist. Auch der Papa unternimmt ab und zu etwas allein mit ihr. In letzter Zeit war das zugegebenermaßen aus diversen Gründen seltener der Fall. Dafür sind wir aber öfter auf ihren ausdrücklichen Wunsch zu Reiterhöfen und Pferdekoppeln gefahren, was sie sehr liebt. Dass der Große nicht mit ihr spielt, frustriert sie weiterhin, ist aber nichts Neues für sie.

Da sie im Moment nicht kuscheln will, ihren Liebestank aber bisher immer durch Kuscheln und körperliche Zuwendung auffüllte, haben wir uns nun vorgenommen, ihr mehr ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Wir wollen mehr einzeln mit ihr spielen (was schwierig ist, weil dann der Große sofort eifersüchtig wird) und mehr allein mit ihr unternehmen. Ich habe sie gefragt, ob sie, wenn die Großeltern bald zu Besuch kommen, mal etwas mit ihnen allein machen möchte. Will sie aber nicht, sondern mit dem Bruder zusammen. Vielleicht möchte sie auch mal, dass einer von uns allein mit ihr verreist, so wie es der Mann mit dem Großen mit 4 Jahren und seitdem mehrfach schon gemacht hat. In mancher Hinsicht haben wir mit dem Großen im gleichen Alter schon viel mehr gewagt, in anderer Hinsicht ist sie viel weiter und selbstständiger als er, darf mehr und traut sich selbst Dinge zu, die er damals noch nicht wagte. Es ist schwierig. Ob das reicht, um sie aus ihrem Frust herauszuholen?

Habt ihr noch Ideen, Anregungen, Erklärungen? Wie sind eure 4-jährigen Kinder so drauf? Wie kommen wir durch diese anstrengende Phase hindurch?

Ich will doch einfach nur meinen Sonnenschein zurück!

PS: Die Bilder stammen von einem kürzlichen Mama-Tochter-Ausflug zu einem Fest, einem Nachmittag nur für uns beide.

Sonntag, 16. Juli 2017

Unser Wochenende in Bildern 15./ 16. Juli 2017

Mein letztes Wochenende in Bildern teilte ich im März von der Mutter-Kind-Kur. Es wird also wiedermal Zeit. Da unser Wochenende abwechslungsreich war, kommen hier ein paar Bilder und Gedanken davon.

Samstag:

Vormittags wollten wir zum Sommerfest der zukünftigen Grundschule des Großen gehen. Die Lehrerin hatte uns explizit beim Elternabend eingeladen. Wir gingen gleich zur Eröffnung hin, was auch gut war, denn da war es noch recht leer. Im Laufe der Zeit füllte sich der Schulhof immer mehr und am Ende fühlten wir uns komplett überreizt und überfordert von den Massen und den Eindrücken. Es gab tolle Aktivitäten und Stationen, die Atmosphäre wirkte angenehm und wir trafen einige Bekannte. Dennoch war es sehr anstrengend und drei von uns waren sehr erschöpft.


Glücklicherweise konnte ich dem Großen seine Lehrerin zeigen und lernte selbst seine Horterzieherin kennen, die beim 1. Elternabend nicht dabei gewesen war. Wir stellten uns kurz vor und ich erfragte das Prozerede beim Start im Ferienhort. Es gibt dort überhaupt keine Eingewöhnungszeit, man lässt das Kind am ersten Tag in der komplett fremden Umgebung allein dort und geht. Puh. Das finde ich heftig, aber es ist wohl üblich und ändern kann ich es nicht. Ich hoffe, dass alle seine Freunde an seinem Starttag im Ferienhort anwesend sein werden. Nach meinem jetzigen Stand wird das der Fall sein, und er wird es sicherlich brauchen.


Wir waren total kaputt nach dem Vormittag, gingen noch schnell etwas essen und ruhten uns dann zuhause aus. Der Nachmittag sollte geruhsam ablaufen, die Kinder malten und spielten nach der Mittagspause und natürlich gab es auch immer wieder Streit und Tränen.

Um 17 Uhr verschwand ich, um mit einer Freundin ins Kino zu gehen. Ich hatte bei den lieben Kolleginnen vom Blog Stadtlandmama zwei Freikarten für den Film "Begabt" gewonnen, in dem es um ein hochbegabtes Mädchen geht. Ein sehr interessantes Thema und ich freute mich sehr.



Der Film war sehr berührend und schnitt alle Aspekte an, mit denen sich die betroffene Person, in diesem Fall ein siebenjähriges Mädchen, und die Bezugspersonen konfrontiert sehen. Das Anders-Sein ist ja auch bei mir immer wieder ein Thema und ich konnte mich gut in die Handlung hineinversetzen. Ich war dann um 21 Uhr wieder zuhause und die Kinder, auch die Kleine, die mich erst nicht gehen lassen wollte, hatten sich relativ unproblematisch ins Bett bringen lassen.

Sonntag:

Ich hatte ein neues Ausflugsziel vorgeschlagen, von dem ich über Freunde gehört hatte: der Mini Monkey Kletterwald in Briese nördlich von Berlin, ein Kletterpark für kleinere Kinder. Da meine Kinder schon öfter mal geäußert hatten, klettern zu wollen, ein großer Kletterpark aber noch zu schwierig ist, erschien mir dieser Kinder-Kletterpark als genau der richtige Einstieg ins Klettern. Nach dem Frühstück fuhren wir los und wie erhofft war es noch total leer, als wir ankamen. Das war perfekt für meine Kinder, so konnten sie in Ruhe das Terrain erkunden und klettern, ohne durch nachfolgende Kinder gehetzt zu werden.


Der Kletterpark ist nach Spielplatz-TÜV-Regeln geprüft und deshalb müssen die Kinder dort nicht gesichert werden. Man kann also sofort losklettern. Es gibt leichtere und schwierigere Abschnitte und die Kinder können jederzeit abbrechen und herunterkommen.


Meine Kleine legte gleich los und brauste mit ihrem üblichen Wagemut voran. Bei ihr mussten wir ganz schön aufpassen, vor allem bei den höheren Abschnitten (max. 1,50 m Höhe) und als sie abgelenkt war und unkonzentriert wurde.


Der Große verhielt sich wie immer bedächtig und vorsichtig, bei ihm brauchten wir uns keine Sorgen zu machen. Trotzdem musste schon immer ein Elternteil bei einem Kind stehen; allein mit beiden Kindern würde ich das nicht machen.


Für das Alter meiner Kinder (6 und 4) fand ich den Kletterwald genau richtig. Vor allem zum ersten Ausprobieren, Kennenlernen der Herausforderungen, Einschätzen der eigenen Fähigkeiten und als Konzentrationsübung. Schön, dass der Kletterpark mitten im Wald, im Briesetal, liegt. In der Nähe befindet sich eine Waldschule und ein toller Wanderweg. Man kann sich also theoretisch den ganzen Tag in der Gegend beschäftigen und später nochmal in den Kletterpark zurückkehren, denn das Ticket ist den ganzen Tag gültig. Da das Klettern recht anstrengend ist, halten kleinere Kinder noch nicht so lange durch.




Mittagessen waren wir in einem nahegelegenen Biergarten, und danach fuhren wir weiter in unseren Garten. Im Briesetal wimmelt es von Mücken, also unbedingt Mückenschutz mitnehmen, wer den Kletterwald mal ausprobieren will. Ich hatte ihn mir etwas größer vorgestellt, finde aber das Konzept toll. Wir werden sicherlich wiedermal hinfahren.


Leider nieselte es am Nachmittag immer wieder und wir konnten im Garten nicht viel machen. Ich beschnitt ein paar Sträucher und die Kinder bauten mit dem Mann daraus eine Asthöhle. Mit den üblichen Streiereien...


Irgendwie können wir unseren Garten in diesem Jahr nicht so richtig nutzen, da wir nur am Wochenende rausfahren, aber die Wochenenden entweder verregnet oder mit Terminen besetzt sind. Schade! Symbolbild für den bisherigen Sommer:


Zuhause ging es in die Badewanne und morgen geht der Alltag weiter. Am Freitag hat der Große Zuckertütenfest in der Kita und wir nähern uns langsam unserem Urlaub. Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Mehr Wochenenden in Bildern (#wib) gibt es wie immer bei Geborgen Wachsen.

Montag, 10. Juli 2017

Das Ende der Kitazeit des Großen naht

Die letzten Tage in der Kita sind angebrochen. Am 31. Juli enden 5 1/2 Jahre Kitazeit für meinen Großen, davon fast 5 Jahre in unserer jetzigen Kita. Bisher habe ich mich immer über jedes Älterwerden, jede Entwicklung, jeden neuen Schritt meiner Kinder gefreut, aber diesmal bin ich wirklich traurig und kann keine Freude empfinden. Zu krass wird der Einschnitt für ihn und für uns alle sein, wenn er im September eingeschult wird.

Ich bin traurig, dass ich ihn dann nicht mehr aus unserem Kita-Garten abholen kann, wo er mit seinen Freunden Fußball oder "Mädels fangen" spielt. Wo ich weiß, dass er den ganzen Tag draußen an der frischen Luft und in Bewegung war. Ich bin traurig, dass er nicht mehr seinen Musik- und den Handwerkerkurs in der Kita machen wird, wo man ohne Probleme auch mal fehlen kann, im Unterschied zur Schule. Ich bin traurig, dass die Kleine ihn zukünftig, genau wie uns, den ganzen Tag nicht sehen wird, sondern nur morgens in einer Stresssituation und nachmittags, wenn alle kaputt vom Tag sind. Ich bin traurig, weil die beiden bald noch weniger Gemeinsamkeiten haben werden und es schwer wird, nachmittags die Bedürfnisse bzw. Notwendigkeiten (Hausaufgaben) beider Kinder zu vereinbaren.

Kein Verreisen in der Nebensaison, keine Kurztrips von Donnerstag bis Dienstag mehr. Kein Zuhause-Bleiben am Geburtstag und noch mehr Zeitdruck am Morgen als jetzt. Dazu das Gepäck, Schulranzen, Turnbeutel und was weiß ich alles. Was soll ich am Nachmittag mit dem ganzen Zeug machen, wenn wir im Park oder auf dem Spielplatz sind? Denn wahrscheinlich werde ich erst den Großen vom Hort abholen und danach zur Kita gehen. Außerdem bin ich fast immer nachmittags mit den Kindern noch draußen unterwegs.

Ich habe große Bauchschmerzen, weil ich weiß, dass nicht nur mehr Zeitdruck, sondern auch Leistungs- und Anpassungsdruck auf ihn zukommen werden. Mein Großer ist ein Kind, das unter Druck nicht oder viel schlechter funktioniert als unter optimalen Bedingungen. Oft blockiert er dann und kann seine Fähigkeiten nicht abrufen, wenn er unter Druck gesetzt wird oder unter Stress gerät. Ich mache mir große Sorgen um seinen Schulstart und weiß, dass die Umgewöhnung lange dauern und er seine Unsicherheit und Überforderung bei uns abladen wird, wie seinerzeit beim Wechsel in den großen Elementarbereich der Kita. Ich stelle mich auf eine emotional ungeheuer anstrengende Zeit ein, besonders für mich, die sich seit seiner Babyzeit als Schreibaby immer für sein seelisches Wohl verantwortlich fühlt.

Ich habe nur negative Gefühle, wenn ich an meine eigene Schulzeit denke. Ich habe sie als eine Zeit der Fremdbestimmtheit, des Anpassungsdrucks, des Gruppenzwangs und sinnentleerten Lernens, ungerechter Benotungen und unfähiger Pädagogen erlebt. Besonders die zweite Hälfte meiner 12 Schuljahre zogen sich quälend langsam. Ich war eine gute Schülerin und habe später studiert, aber die Schulzeit empfand ich als schrecklich. Das darf ich dem Großen gegenüber natürlich nicht zeigen, aber ganz verstecken kann ich es auch nicht. Er merkt ja, wie verhalten ich reagiere, wenn wir über die Schule sprechen. Soll ich ihn anlügen? Nein, das würde ich selbst auch nicht wollen. Ich will meine eigenen Erfahrungen machen, und das muss und wird er auch. Die können ganz anders als meine aussehen. Schließlich sind seit meiner Einschulung 36 Jahre vergangen und die Zeiten heute sind ganz andere. In vielen Hinsichten besser, in anderen Aspekten (Medien) auch schwieriger. Im Endeffekt steht und fällt vieles mit den Persönlichkeiten, mit denen er zu tun haben wird. Insgesamt hege ich aber große Vorbehalte gegen das "System Schule", die ich auch nicht abschütteln kann.


Wir haben uns viel davon versprochen, dass er auf der Einzugsgrundschule mit vielen seiner Kita-Freunde eingeschult wird. Das war einer der Gründe dafür, dass wir ihn dort angemeldet haben und nicht auf der privaten Gemeinschaftsschule, die wir uns vor 2 Jahren mit einem sehr positiven Grundgefühl angeschaut hatten. Nun fand am letzten Donnerstag der erste Elternabend in der Schule statt und wir erfuhren, dass er leider nicht mit zwei seiner engsten Freunde in eine Klasse kommt. Zwar mit einigen Kindern, die er gut kennt, aber eben nicht mit den engsten. Das betrübt mich sehr, denn es hätte ihm Stabilität und Halt gegeben. Seine zukünftige Lehrerin wirkte nett und fachlich kompetent, allerdings etwas "oldschool" in ihren Anschauungen und Aussagen. Sie unterrichtet schon seit 30 Jahren, was überhaupt nicht schlecht sein muss, aber es hängt von ihrer Persönlichkeit ab, ob sie sich mit der Pädagogik weiterentwickelt hat. Einige ihrer Aussagen gefielen mir nicht, aber das mag auch meiner persönlichen Vorgeschichte, meiner Einstellung zu Kindern und Erziehung und der Erfahrungen mit meinem Großen geschuldet sein. Ich werde versuchen, so neutral und offen wie möglich an die ganze Sache heranzugehen und den Großen gut vorzubereiten. Freude aber kann ich nicht empfinden. Für mich fühlt sich sein Schulstart wie der Beginn seines "Lebens-Hamsterrads" an.

Demnächst wird nun noch das Zuckertütenfest in der Kita stattfinden und dann ist am 31. Juli sein letzter Kitatag da. Ich werde traurig sein. Da das gleichzeitig mein Geburtstag ist, wird es emotional ein merkwürdiger Tag. Noch 3 Wochen gewohntes, vertrautes Umfeld für den Großen, viele jahrelang bekannte Freunde, eine Bezugserzieherin, die uns seit 5 Jahren begleitet, ein angenehmer, kindgerechter Tagesablauf und Freiheit am Nachmittag. Ich sollte die letzten Tage noch genießen, aber sie werden so schnell vorbei sein und die Sorgen und Bedenken bezüglich der Schule überlagern das Genießen. Ich kann nicht aus meiner Haut, ich bin voller unangenehmer Erinnerungen und Vorbehalte. Der Große wiederum weiß nicht, was auf ihn zukommt, mag aber generell keine Veränderungen und neuen Schritte. Fast täglich äußert er, dass er nicht in die Kita, sondern zuhause bleiben wolle. Das wird in der Schule sicherlich nicht anders sein. Und das Stresslevel wird für alle wesentlich höher sein.

Ich wünsche ihm, dass er schönere Erfahrungen als ich macht, eine zugewandte, verständnisvolle, empathische Lehrerin hat und neue Freunde findet. Ich wünsche uns, dass er die Umstellung gut bewältigt und seine bekannten Freunde und gewohnte Umgebung ihm Halt geben. Es wird eine große Herausforderung, für ihn und für uns. Besonders auch für mich, die ihre eigenen Prägungen überwinden und neu beginnen muss. Dass das alles andere als einfach ist, merke ich an meinem Gemütszustand in den letzten Tagen. Aber der Große ist eben auch dasjenige meiner beiden Kinder, das besonders viel Begleitung und Unterstützung benötigt. Und dafür fühle ich mich natürlich zuständig, als seine Mama.

Zwischen seinem Kita-Ende und der Einschulung liegen noch 6 Wochen. 6 Wochen Sommer, Urlaub mit uns und bei den Großeltern und Hineinschnuppern in den Hort. Wir haben also noch eine kleine Atempause:-)

Wie war oder ist das bei euch, hattet oder habt ihr auch viele Sorgen und Bedenken hinsichtlich der Einschulung? Wie seid ihr geprägt? Haben sich eure Vorbehalte bestätigt oder in Luft aufgelöst?

Freitag, 7. Juli 2017

Anzeige: Als Familie sparen auf Clever365

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Wir sind eine unternehmungslustige Familie und Freizeitaktivitäten mit mehreren Kindern können viel Geld kosten. Deshalb bin ich immer auf der Suche nach Gutscheinen und Rabatten, die es uns ermöglichen, auch mal etwas teurere Unternehmungen zu machen. Besonders im Winter und an Regenwochenenden ist es Gold wert, einen kleinen Vorrat an Gutscheinen zuhause zu haben. Hier in Berlin gibt es ja tolle Attraktionen und Ausflugsziele für Kinder bzw. Familien wie das Legoland Discovery Centre, das SeaLife Berlin oder Madame Tussaud's. Überall dort bekommt man viel Interessantes geboten und kann sich lange beschäftigen. Leider sind all diese Attraktionen aber auch sehr preisintensiv und ein Sonntagsausflug kann bei einer vierköpfigen Familie gut ins Geld gehen. Deshalb bin ich immer sehr dankbar über Rabatte und Gutscheine, denn neben vielen anderen preisgünstigeren Unternehmungen wie Ausflügen in die Natur möchten wir unseren Kindern durchaus auch gern mal solche Highlights ermöglichen.


Vor kurzem habe ich ein neues Gutscheinportal entdeckt und gleich mal ausführlich durchstöbert. Es heißt Clever365 und wirbt mit dem Slogan "Clever sparen an 365 Tagen". Man gibt seine Stadt und den Umkreis der Suche ein und bekommt eine Übersicht der Ergebnisse angezeigt, die man durchscrollen kann. Oder man sucht gleich anhand der vorgegebenen Rubriken wie Gastronomie, Freizeit, Shopping, Wellness etc. und klickt dann die individuell attraktiven Ergebnisse an. Als Einsparmöglichkeiten existieren prozentuale oder feste Nachlässe oder auch Angebote wie 2für1.

https://link.blogfoster.com/SJWkkrYmW

Es gibt dann verschiedene Möglichkeiten, um von den Rabatten zu profitieren: Online-Gutscheine, Ausdruck-Gutscheine, Mobil-Gutscheine und das Gutscheinbuch, welches man extra bestellen muss, wenn man die darin enthaltenen Angebote nutzen möchte. Für alle anderen Gutscheine muss man sich lediglich gratis auf dem Portal registrieren und anmelden. Über den Email-Verteiler bekommt man auch die neuesten Angebote zugeschickt.


Bei den Online-Gutscheinen wird man auf die entsprechenden Webseiten weitergeleitet, die Ausdruck-Gutscheine werden als PDF generiert, das man speichern oder eben ausdrucken kann. Die Handhabung ist kinderleicht und ich bin sicher, jeder wird mindestens ein Angebot finden, das ihn interessiert. Die Gültigkeit und Konditionen des Gutscheins stehen immer mit dabei.

Zurück zu uns: für uns sind besonders die Familien-Angebote unter der Rubrik Freizeit interessant. Da gibt es tatsächlich die oben erwähnten Attraktionen wie das Legoland Discovery Centre, das SeaLife und Madame Tussaud's. Mit wenigen Klicks erhält man einen 30% Gutschein für max. 2 Personen, der beispielsweise ein Jahr gültig ist. Diesen Gutschein legt man vor Ort bei dem entsprechenden Partner vor und erhält die Vergünstigung. Dann steht einem spannenden Freizeitvergnügen, bei dem man sogar Geld gespart hat, nichts mehr im Wege.


Meinen Sohn als großen Lego-Fan kann ich sicherlich mit einem Besuch des Legoland Discovery Centre begeistern. Die Kleine dagegen mag Tiere, auch Meerestiere, unheimlich gern und wäre mit einem Besuch des SeaLife Berlin glücklich zu machen. Ich freue mich schon auf die begeisterten Kindergesichter; und wenn wir dank der Rabatte von Clever365 ein wenig bei den teuren Eintrittspreisen sparen können, sind auch wir Eltern glücklich.



Für mich selbst würde ich vielleicht mal das Floating im Liquidrom ausprobieren. Auch eine Massage oder eine Schifffahrt auf der Spree mache ich immer gern. Für all diese Aktivitäten werden auf der Seite von Clever365 Gutscheine oder Rabatte angeboten. Vielleicht ist auch für manch einen eine neue Anregung dabei, die man ohne Gutschein gar nicht ausprobieren würde. Es gibt Angebote für's Bowling, Klettern, Theater, Fotoshootings, Restaurants und vieles mehr. Stöbert einfach mal auf Clever365 herum, ihr werdet bestimmt fündig.

Möglicherweise gibt es in kleineren Städten oder ländlichen Regionen weniger Angebote als bei uns in der Großstadt. Auch technisch müsste das Portal noch etwas optimiert werden. Aber vielleicht ist für euren nächsten Berlin-Besuch die eine oder andere Anregung dabei? Oder für den nächsten Wochenendausflug, Restaurantbesuch oder Wellnesstag? Schaut doch gleich mal nach, welche Angebote es für eure Stadt gibt! Viel Spaß beim Stöbern auf Clever365!

Copyright: Clever365 AG, Frühlingskindermama

Mittwoch, 5. Juli 2017

WMDEDGT? am 5. Juli 2017

Nach dem letzten WMDEDGT? im Mai erzähle ich euch heute wieder einmal, was ich den ganzen Tag gemacht habe. Dies ist eine monatliche Aktion des Blogs von Frau Brüllen. Diesmal gibt es aber hier keine Bilder zu sehen, weil ich schlichtweg heute keine gemacht habe.

8 Uhr
Nachdem die Kinder und der Mann die Wohnung verlassen haben, warte ich auf die Putzfrau und düse dann auch zur Arbeit. Der Große hat wie fast jeden Tag wieder herzzerreißend geweint beim Abschied.

8:30 bis 13:30 Uhr
Ich bin auf der Arbeit. Eine Kollegin feiert Geburtstag. Leider geht es mir ziemlich schlecht, ich kränkele immer noch mit meiner Sommergrippe herum. Zum Glück heute ohne Kopfschmerzen wie fast jeden Tag in den letzten 2 Wochen, dafür mit extremer Schlappheit und Muskelschmerzen. Ätzend.

14 Uhr
Zuhause angekommen, räume ich die durch die Putzfrau am Vormittag gesäuberte Wohnung wieder in den Urzustand, hänge eine vorprogrammierte Maschine Wäsche auf, räume den Geschirrspüler aus und mache mir etwas zum Mittagessen. Ich esse und sitze kurz auf dem Sofa. Ich bin sehr schlapp und mir tut alles weh.

15:15 Uhr
Ich verlasse die Wohnung Richtung Supermarkt und kaufe noch ein paar dringend benötigte Sachen ein. Normalerweise mache ich solche kleinen Einkäufe nach der Kita mit den Kindern zusammen, aber heute bekommen wir Besuch und da klappt das nicht.

15:40 Uhr
Ich bin an der Kita angekommen, unsere Verabredung sitzt schon vor'm Eingang und ich hole schnell die Kinder aus dem Kita-Garten ab. Wir gehen mit 2 Freundinnen der Kleinen (Zwillinge) und deren Mama zum Eis-Cafè.

16 Uhr
Wir essen alle zusammen Eis in unserem Stamm-Cafè nach der Kita. Noch mehr Kinder aus unserer Kita kommen dazu.

16:30 Uhr
Wir sind bei uns zuhause angekommen und ich hatte gehofft, dass die 3 Mädchen zusammen im neuen Kinderzimmer der Kleinen spielen würden und wir Mamas Zeit zum Quatschen hätten. Stattdessen klüngelte die Kleine erst mit dem einen Zwillingsmädchen, so dass das andere sich ausgeschlossen fühlte und weinte, und später war dann meine Kleine selbst andauernd frustriert und weinte lautstark, weil sie nicht wollte, dass die beiden mit ihrem Spielzeug spielen, weil sie immer genau das haben wollte, was die andere hatte oder weil sie nur mit dem einen der Mädchen spielen wollte. Es war sehr anstrengend, ich war fast nur mit Trösten und Ausgleichen beschäftigt. So eine Phase hatte der Große ca. mit 2,5 - 3 Jahren, aber nicht mehr mit über 4 Jahren.

Der Große ist derweil mit dem Mann, der extra früher Feierabend gemacht hat, in den Park Fußball spielen gegangen, und freute sich sehr über die ungewöhnliche Exklusivzeit.

18 Uhr
Der Besuch verlässt uns, ich räume auf und bereite das Abendbrot vor.

18:30 Uhr
Der Mann und der Große sind zurück und wir essen Abendbrot. Danach dürfen die Kinder noch ein wenig Handy bzw. Tablet schauen/ spielen.

19:15 Uhr
Ich fange mit dem Abendritual der Kleinen an, der Mann wenig später mit dem Großen.

20 Uhr
Die Kleine schläft.

20:30 Uhr
Der Große schläft.

FEIERABEND!

Montag, 3. Juli 2017

Mehr Selbstbewusstsein durch's Zaubern: Magic Zaubershow für Kids (Werbung mit Verlosung)

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Lirum Larum Besenstiel, Zaubern ist (k)ein Kinderspiel!

Mein Großer war schon immer ein zurückhaltendes Kind, das nicht gern im Mittelpunkt einer Gruppe steht sowie auf Knopfdruck und unter Beobachtung seine Fähigkeiten nicht oder weniger gut zeigen kann. Generell setzt er sich nicht aktiv solchen Situationen aus. Einmal hat er sich im Urlaub in einem großen Freizeitpark auf eine Bühne gewagt und bei einem Ritterturnier für Kinder mitgemacht. Da haben wir Eltern nicht schlecht gestaunt und ich glaube, er war selbst auch überrascht von seinem Mut. Unsere Aufgabe im Laufe der nächsten Jahre wird es sein, ihn wohldosiert solchen Herausforderungen auszusetzen, um das zu üben, ohne ihn zu überfordern. Denn dann blockiert er schnell.

Auf spielerischem Weg funktioniert das ja meist am besten. Deshalb freute ich mich, dass wir einen Zauberkasten, die Magic Zaubershow für Kids vom Kosmos Verlag, ausprobieren und testen durften. Ich selbst habe früher als Kind gern gezaubert, aber für meinen Großen war es das erste Mal, dass er einen Zauberkasten auspacken und Zaubertricks üben konnte. Ich war gespannt, ob er Spaß am Zaubern bekommt und dadurch seine Scheu und Zurückhaltung etwas überwinden kann, indem er die Tricks vor Publikum präsentiert. Soviel kann ich schon sagen: es funktionierte! Zuerst will ich euch aber den Zauberkasten näher vorstellen.

Bildquelle: Kosmos Verlag

Die Magic Zaubershow für Kids ist ein Zauberkasten für Kinder ab 5 Jahren und beinhaltet 15 Zauberutensilien, darunter einen Zauberstab, sowie ein Anleitungsheft mit 20 Tricks. Die Zaubermaterialien sind sehr einfach und kindgerecht gehalten und die Anleitung ist anschaulich und gut strukturiert. Nach dem Auspacken kann man sofort loslegen. Es sind Zaubertricks mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden enthalten, so dass jeder einen funktionierenden Trick findet, ohne dass Frust wegen Misserfolg aufkommt. Der Schwierigkeitsgrad steht übrigens bei der jeweiligen Beschreibung dabei. Einige Tricks funktionierten auch bei mir erst nach etwas Übung. Die Kunststücke haben kindgerechte Titel wie "Die wandernden Bonbons", "Der schwebende Zauberstab", "Das Schnipp-Schnapp-Seil" usw.


Neben der farbig bebilderten Anleitung gibt es auch noch die Möglichkeit, sich Online-Erklärvideos anzuschauen. Dazu gibt man einen Code auf der Webseite vom Kosmos Verlag ein. Dort findet man übrigens auch noch weitere tolle Zauberkästen, die Lust auf fortgeschrittene Zauberei machen. Auf einer von Kosmos eigens erstellten Webseite kann man weitere tolle Inhalte zum Thema Zaubern entdecken.

Wir suchten uns ein paar Tricks heraus, ich las die Anleitung vor und der Große versuchte sie gleich umzusetzen. Einiges klappte sofort, bei anderen brauchte es ein wenig Übung. Jedes funktionierende Kunststück motivierte den Großen, sofort weiterzumachen und ein neues zu lernen. Als er ein paar Tricks beherrschte, wollte er diese dem Rest der Familie vorführen. Er machte das schon ganz gut, versuchte den Spannungsbogen zu halten und mit dem Publikum zu interagieren. Vor lauter Aufregung wollte er fast die zugrunde liegenden Geheimtricks verraten!


Ich erklärte ihm später nochmal, dass ein Zauberer keinesfalls seine Geheimnisse an das Publikum verraten darf, immer ruhig bleiben muss, auch wenn etwas nicht auf Anhieb funktionierte und das Zusammenspiel mit dem Publikum enorm wichtig ist. Schließlich zaubert man für sein Publikum!


Der Lerneffekt, der durch den Zauberkasten hervorgerufen wird, ist groß. Kinder lernen, ihre Fertigkeiten allein zu präsentieren, Ruhe zu bewahren, das Publikum zu beschäftigen und den Spannungsbogen zu halten. Ist eine Show geglückt und hinterlässt sie begeisterte Zuschauer, steigt das Selbstvertrauen und -bewusstsein der kleinen Zauberer und sie wagen sich an noch schwierigere Tricks heran. Durch das Zaubern steigt die Fingerfertigkeit und das Konzentrationsvermögen. Und das passiert alles spielerisch und wie von selbst!


Als mein Großer das erste Mal vor einem größeren Publikum auftrat, war er naturgemäß ziemlich aufgeregt. Aber auch das positive, anregende Lampenfieber gehört dazu und ist eine wichtige Erfahrung für Kinder. Alle Tricks klappten wunderbar und sein Publikum schaute gebannt zu. Mit dem Applaus am Ende schien er mehrere Zentimeter zu wachsen. Ein tolles Erfolgserlebnis als kleiner Zauberer!


Der Zauberkasten Magic Zaubershow für Kids ist wunderbar für einen Einstieg ins Zaubern geeignet. Mein Großer ist mit seinen 6 Jahren genau im richtigen Alter dafür. Selbst meine Kleine mit 4 Jahren schaute sich schon einige Tricks ab. Beide Kinder hatten großen Spaß am Zaubern und wollten immer neue Tricks erlernen. Durch das Präsentieren der Kunststücke und Interagieren mit dem Publikum steigt das Selbstbewusstsein von Kindern und sie lernen, wie man im Mittelpunkt steht und trotzdem ruhig und überlegt seine Fähigkeiten zeigt. Das wird für meinen Großen, der im Herbst in die Schule kommt, im Laufe der nächsten Jahre noch wichtiger werden. Der Zauberkasten ist ein guter Einstieg zum Üben und ich möchte ihn euch uneingeschränkt empfehlen.

Verlosung:

Möchtet ihr auch einmal mit euren Kindern einige Zaubertricks einstudieren? Dann macht bei meiner Verlosung mit, denn ich darf ein zweites Exemplar der Magic Zaubershow für Kids an euch verlosen.

Um in den Lostopf zu hüpfen, hinterlasst mir bitte hier einen Kommentar, ob ihr mit eurem Kind schon einmal gezaubert habt. Zusätzlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir auf Facebook folgt. Ist aber keine Bedingung. Bitte gebt euren Namen an, da ich keine Mailadressen angezeigt bekomme!

Die Verlosung läuft bis zum 09. Juli 2017, 23:59 Uhr. Unter allen bis dahin eingehenden Kommentaren wird der Gewinner/die Gewinnerin ausgelost und hier sowie auf Facebook bekanntgegeben (keine Mail-Benachrichtigung!). Das Spiel wird vom Kosmos Verlag versendet, d.h. eure Adresse wird von mir zu diesem Zweck an den Verlag weitergegeben. Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Versand nur innerhalb Deutschlands. Mindestalter 18 Jahre. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Viel Glück!

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Kosmos Verlag.

Freitag, 30. Juni 2017

Abschied von Freunden

Eine befreundete Familie ist weggezogen. Also, so richtig weg, nicht an den Stadtrand oder an die Küste. Sondern ins Ausland. Reine Fahrzeit knapp 10 Stunden bzw. mit Kindern 2 Tage im Auto unterwegs sein. Pro Strecke. Nichts, was mit meinen Kindern, ihres Zeichens schon immer schlechte Automitfahrer, möglich wäre. Es ist also ein Abschied für sehr lange, wenn nicht sogar für immer gewesen. Für meine Kinder war das sehr traurig und ich glaube, sie haben zum ersten Mal gefühlt, wie es ist, wenn man jemanden nie wieder sieht. Der Große sagte sogar, es ist, "wie als wären sie tot". Ja, könnte man so sagen. Nicht umsonst nennt man Trennungen und Abschiede ja auch: "kleiner Tod".

Bildquelle: Pixabay

Das Mädchen, nur eine Woche jünger als mein Großer und kurz vor ihm in unserer Kita eingewöhnt, war seine erste Freundin, im Alter von 2,5 Jahren ging er Hand in Hand mit ihr durch den Kita-Garten, wie uns seine Erzieherin gerührt berichtete. Sie waren sich sehr ähnlich, sowohl vom Wesen als auch vom Spielverhalten her. Bis einschließlich zum 5. Geburtstag luden sie sich immer gegenseitig zu ihren Geburtstagsfeiern ein. Mit der Zeit orientierten sich beide mehr zu anderen Kindern, aber es blieb so eine Grundvertrautheit zwischen den beiden.

Der Junge war ein halbes Jahr jünger als meine Kleine. Sie waren damit aus der ursprünglichen Kerngruppe des Großen in der Kita die nächste Familie nach uns, die ein zweites Kind bekamen. Das verbindet. Ein dreiviertel Jahr später durfte ich die Patin dieses Jungen werden, er ist mein einziges Patenkind und ich vermute, er wird auch das einzige bleiben. Er hat sich immer total gefreut, wenn er mich gesehen hat, und ich konnte ihn problemlos schon mit ca. 2,5 Jahren von der Kita mitnehmen. Ich bin sehr traurig, dass er in meinem Alltagsleben nun nicht mehr vorkommt. Ein quirliges, lebhaftes, offenes Kind, das mir fehlen wird. Und die Kleine sagte immer, dass er ihr bester Freund unter den Jungen sei.

Durch die gleiche Kita und ähnliche Abholzeiten haben wir uns sehr oft gesehen, waren zusammen Eis essen, auf dem Spielplatz und zuhause in der Wohnung. Die großen Kinder waren von Anfang an zusammen in einer Kitagruppe und die beiden kleinen kamen - ein wenig versetzt - auch in dieselbe Gruppe. Bis wir im Frühjahr erfuhren, dass die Familie wegzieht, hofften wir, dass die beiden Großen zusammen in eine Schulklasse kommen, wir hatten das als Wunsch so angegeben. Der nachmittägliche Weg von der Schule zur Kita oder umgekehrt wäre dann identisch gewesen und man hätte auch mal das jeweils andere Kind mitnehmen können. Ein weiteres Kind, was der Große seit Jahren kennt, hätte ihm noch mehr Stabilität beim Übergang in die Schule gegeben. Es sind nämlich jetzt tatsächlich nur noch einige wenige Kinder aus der ursprünglichen Kitagruppe übrig geblieben, die auf die Einzugsgrundschule kommen.

Wenn sie uns in unserem Garten besuchten, haben die 4 Kinder meist total harmonisch und zufrieden zusammen gespielt. Im Winter waren wir zusammen Schlittenfahren, im Herbst Drachensteigen, wir waren zusammen im Kindertheater und im Park. Manchmal nahmen wir auch gegenseitig ein Kind von der Kita mit, wenn das andere versorgt war. Diese Familie war die erste, wo die Kleine mal allein war, worin sie sich ja schwerer tat und länger brauchte als der Große. Als ich mit dem Großen zur Mutter-Kind-Kur war, war diese Mama die einzige, die ich bitten konnte, mal die Kleine mitzunehmen. Obwohl es selten der Fall war, gab es mir eine gewisse Sicherheit, zu wissen, dass ich im Notfall jemanden hätte, der die Kleine mitnehmen könnte. Um den Großen hatte ich da nie so große Sorgen, weil es immer mehrere potentielle Abholer gab. Das war bei der Kleinen nicht der Fall. Zwar existierte kein regelmäßiger Austausch mit dieser Familie, aber als Notfall-Entlastung im Hintergrund war das sehr beruhigend. Für uns ist der Wegfall dieser Familie als einer von zwei potentiell entlastenden Familien ein herber Verlust.

Am vorletzten Kitatag der beiden Kinder feierten wir den Abschied nachmittags im Eiscafè und spielten ein letztes Mal im schon halbleeren Zuhause zusammen. Ich hatte ein paar Geschenke, darunter eine Fotocollage mit einigen schönen Fotos, besorgt. Am letzten Kitatag ging die Bezugserzieherin der beiden Großen mit 10 ausgewählten Kindern Eis essen. Das fand ich eine wunderschöne Idee. Als ich meine Kinder nachmittags abholte, waren die Fächer der Wegziehenden schon leer. Das war echt ein trauriger Anblick. Wir trafen sie noch kurz auf der Straße und verabschiedeten uns erneut. Und dann war es vorbei, endgültig.

Das ist jetzt eine Woche her. Die Kleine fragt öfter nach ihrem Freund. Für sie wirkt es sicherlich noch so, als wäre er im Urlaub. Der Große hat wohl schon verstanden, dass sie jetzt so richtig weg sind. Ich selbst finde es sehr unwirklich, von Menschen bewusst Abschied nehmen zu müssen, die ein Bestandteil unseres Lebens hier waren, und zu wissen, dass man sich nicht oder äußerst selten wiedersehen wird. Denn das wird so sein, so realistisch muss man bleiben. Das Mädchen wird dort in die Schule kommen und der Junge in die Kita. Auch unser Leben wird bald durch die Schule noch strukturierter und durchgetakteter sein als ohnehin schon. Die Entfernung ist einfach zu weit. Das ist Fakt.

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Natürlich können wir das nicht ändern und ich wünsche ihnen von Herzen, dass es die richtige Entscheidung für sie war und sie sich wohlfühlen werden. Traurig ist es trotzdem, so bewusst Menschen loszulassen und zu verabschieden. Ein Verlust, auf jeden Fall, und für die Kinder sicherlich deutlicher zu spüren als der Verlust ihres Opas im letzten Jahr, der keine Rolle in unserem Alltagsleben spielte. Daneben bedrückt mich auch, dass unser kleines Netzwerk nun noch kleiner geworden ist.

Für die Wegziehenden beginnt ein neuer, aufregender Lebensabschnitt. Für die anderen bleibt nur die Traurigkeit. Und ein Loch im Netz.

Freitag, 23. Juni 2017

Die dritte Kitareise des Großen im Juni 2017

Zum dritten und letzten Mal vor seiner Einschulung war der Große nun für 4,5 Tage auf Kitafahrt, und diesmal waren wir alle schon so erfahren und sicher, dass wir keine Bedenken hegten und wussten, dass alles klappen würde. Bei seiner ersten Kitafahrt war er 4 1/4 Jahre alt gewesen, also ungefähr so alt wie die Kleine jetzt, und ich hatte damals große Bauchschmerzen, sowohl vorher als auch während dieser Woche. Bei seiner zweiten Fahrt war er ein Jahr älter, und nun ist er 6 1/4. Ursprünglich hatten wir gehofft, dass die Kleine schon mitfahren würde, was ich super gefunden hätte, aber da sie erst im August in den großen Elementarbereich wechselt, wird ihre erste Kitafahrt erst nächstes Jahr sein, wenn der Bruder schon in der Schule ist. Der Große hatte zwar vorher ein Mal kurz gesagt, dass er nicht mitfahren wolle, weil sein bester Freund nicht mit dabei war, der im gleichen Zeitraum mit seinen Großeltern in den Urlaub geflogen ist. Aber mit Verweis auf seine anderen Freunde verflog das schnell wieder.

Am Montag 12. Juni 2017 verabschiedeten wir ihn morgens in der Kita, wo die Gruppe der teilnehmenden Kinder gegen 9 Uhr mit einem großen Bus losfuhr. Es ging wieder in das schon vertraute Ferienlager an einen See südöstlich von Berlin. Diesmal schlief der Große in einem Zimmer mit 8 Jungen zusammen, da will ich mir gar nicht vorstellen, was da manchmal los war. Sie machten wieder eine Waldwanderung, eine Kinderdisco, einen Kinoabend und eine Nachtwanderung. Den wärmsten Tag verbrachten sie komplett am und im See. Die Eltern hatten vorher wieder eine Karte abgegeben, die den Kindern in der Mitte der Woche vorgelesen wurde. Leider verschwand diese Karte diesmal, was noch nie vorkam. Auch gab es diesmal so gut wie gar keine Fotos und Informationen über die WhatsApp-Gruppe, was die Erzieher schon vorher angekündigt hatten, da es im letzten Jahr Beschwerden von Eltern gegeben hatte, weil einige Kinder oft und andere gar nicht zu sehen waren. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...

Wir hatten eine ziemlich arbeitsintensive Woche, da wir in der Wohnung umräumten und der Kleinen ein eigenes Kinderzimmer einrichteten. So vergingen die Tage wie im Flug. Morgens waren die Kleine und ich allein, das war total entspannt und eine herrliche Abwechslung zum sonstigen Morgenterror, zu dem der Große nicht unwesentlich beiträgt. Auch nachmittags und abends war es erholsam mit nur einem Kind. Ich muss immer wieder sagen, ich mag es sehr gern und es bekommt mir besser, Ein-Kind-Mama zu sein, und es ist egal, mit welchem Kind ich zusammen bin, es ist immer deutlich entspannter in der 1:1-Situation. Das war auf der Mutter-Kind-Kur mit dem Großen so, und diesmal mit der Kleinen auch wieder.

Am Freitag gegen 12 Uhr holte der Mann den Großen wieder vom Bus ab. Er wirkte fröhlich und gut gelaunt und staunte zuhause über das neue Kinderzimmer der Kleinen. Als ich am Nachmittag nach Hause kam, begrüßte er mich kurz und holte dann mit dem Mann die Kleine von der Kita ab. Wie in den letzten Jahren erzählte er in den folgenden Tagen kaum etwas von sich aus, ich musste ihm alles aus der Nase ziehen. Aber er wirkte zufrieden und ausgeglichen und das freute mich sehr. Nach seiner ersten Kitafahrt war er ja sehr motzig wiedergekommen und musste viel kompensieren. Man sieht also deutlich, dass er eine gute Entwicklung gemacht hat. Allerdings kennt er seine Freunde und Erzieher nun schon viele Jahre, ist gut integriert und beliebt und fühlt sich sicher. Ich denke, seine erste Klassenfahrt in der Schule wird erstmal wieder schwieriger werden.

Am Samstag Vormittag haben der Große und die Kleine relativ lange und störungsfrei im neuen Kinderzimmer der Kleinen gespielt, zwar nicht wirklich zusammen, sondern nebeneinander, aber immerhin. Leider blieb es bisher bei diesem einen Mal und spätestens ab Sonntag war alles beim Alten, inkl. ständigen Streitereien, Ärger und Frust im Garten. In der neuen Woche wollte er noch weniger als sonst in die Kita gehen, was mich wunderte, denn wenn die Kitafahrt so schön war, müsste er doch gern seine Freunde und Erzieher wiedersehen wollen. Aber er meinte, es sei wie Urlaub gewesen und nach dem Urlaub geht er eben nicht gern wieder in die Kita (er verlässt generell nicht gern die Wohnung).

Ich muss sagen, dass ich diesmal wirklich tiefenentspannt und nicht so emotional beteiligt war wie die letzten beiden Male. Sorgen habe ich mir keine mehr gemacht, ich hatte nur Angst vor der Rückkehr und der erneuten konfliktreichen Geschwisterkonstellation, die einen sehr negativen Einfluss auf mein Wohlbefinden hat. Ich war sehr froh, dass er ausgeglichen wiederkam und es ihm gefallen hat. Während in anderen Kitas die Vorschulkinder erstmals auf Kitareise fahren, war es für ihn die dritte - und letzte - Kitafahrt. Nun, wo er und wir uns gerade sicher genug fühlen, endet es wieder. Als nächstes kommt dann eine Klassenfahrt. Hoffentlich erst, wenn er sich in der neuen Schulumgebung eingelebt hat.

Mit seiner Bezugserzieherin habe ich auch nochmal unter vier Augen gesprochen und sie bestätigte mir, dass der Große sich wohlgefühlt hat, fröhlich und ausgeglichen war und alles gut mitgemacht hat. Und keine seiner derzeitigen Vorschulpubertäts-Anwandlungen gezeigt hat, unter denen wir zuhause im Moment, z.B. in unserem Frühlingsurlaub, manchmal arg leiden. Nun geht es wirklich unaufhaltsam und mit großen Schritten auf die Schule zu. Und im nächsten Jahr wird die Kleine (hoffentlich) auf Kitafahrt gehen. Ich bin gespannt!

Montag, 19. Juni 2017

Ein eigenes Kinderzimmer für die Kleine

Manchmal muss man sich von Vorstellungen verabschieden, an die man geglaubt hat, die sich aber nicht bewährt haben. Ich war z.B. lange Zeit ein überzeugter Verfechter eines gemeinsamen Kinderzimmers für meine beiden Kinder. Erstens deshalb, weil wir einfach wenig Platz in unserer 90 qm-Wohnung haben, aber auch weil ich denke, dass Kinder in einem gemeinsamen Kinderzimmer viele soziale Fähigkeiten wie Rücksichtnahme und Anpassungsfähigkeit lernen können. Das setzt aber voraus, dass sich die Kinder auch verstehen, zusammen spielen können und aneinander hängen. Bekanntlich ist das bei meinen Kindern nicht unbedingt der Fall, sie sind sehr verschieden und behindern sich eher gegenseitig, als gemeinsam zu spielen. Hier habe ich über ihre Geschwisterbeziehung geschrieben. Wir hatten die Hoffnung, dass sie sich durch ein gemeinsames Kinderzimmer annähern würden. Stattdessen sind dadurch erst viele Konflikte entstanden.


Als die Kleine ein Jahr alt war (Mai 2014), räumten wir die Wohnung um und richteten für beide ein gemeinsames Spielzimmer ein, in dem der Große auch schlief. Die Kinder bekamen das mit 20 qm größte Zimmer der Wohnung und wir schränkten uns etwas ein. Die Kleine schlief weiterhin bei mir, später stellten wir ihr Kinderbett zwar auch ins Kinderzimmer, aber sie wollte trotzdem weiterhin nur bei mir schlafen. Nach und nach kamen ihre Spielsachen dazu, zu Weihnachten 2015 auch ein Hochbett und es wurde immer als gemeinsames Kinderzimmer von uns proklamiert. Sie ging auch zum Spielen hinein, aber ich glaube, sie fühlte sich trotzdem immer wie ein Gast darin. Gefühlt war es das Zimmer des Großen, obwohl beide Namen an der Tür standen. Als die Kleine vor kurzem die ersten Gastkinder hatte, fragten diese gleich, wo denn ihr Zimmer sei. Da sie auch viel im Wohnzimmer spielte, vor allem, als sie noch kleiner war, befanden sich im Wohnzimmer einige größere Spielzeugsachen. Ihr Besitz war also überall verteilt und sie hatte keine richtige Anlaufstelle in der Wohnung. Früher war das kein Problem, aber je älter sie wurde, umso komischer wurde das.

Dazu kommt, dass die beiden wirklich überhaupt nicht miteinander spielen können. Leider beschäftigen sie sich aber auch nicht einzeln nebeneinander, sondern kleben aneinander, nerven, ärgern und piesacken sich. Die Kleine möchte gern mit dem Großen spielen und erwartet, dass er sich mit ihr abgibt. Der Große hat noch nie wie ein "normales" Kind gespielt und erwartet Bespaßung von einem Erwachsenen. Die Kleine stört ihn eher bzw. setzt ihn unter Druck mit ihrer Erwartungshaltung. Sind beide zusammen im Kinderzimmer, dauert es keine Minute, bis es Geschrei gibt. Die Kleine zetert, der Große ist genervt und wir müssen einschreiten und sie trennen. Das stresst uns unheimlich und schafft viel Unfrieden. Früher haben wir noch gedacht, das wird schon noch und sie werden sich zusammenraufen. Wir hatten auch die Hoffnung, das gemeinsame Kinderzimmer würde dazu beitragen. Nach nun 3 Jahren haben wir den Versuch aufgegeben.

Wenn der Große im September in die Schule kommt, wird er nachmittags sicher ziemlich kaputt sein und seine Ruhe brauchen. Die Kleine wird ihn stressen, wenn sie im Kinderzimmer spielt und er Hausaufgaben machen will. Ich werde nur damit beschäftigt sein, die beiden auseinanderzuhalten. Der Große möchte, wenn er seinen Freund zu Besuch hat, die Tür zum Kinderzimmer schließen. Die Kleine möchte mitspielen. Die Kleine möchte auch Besuch empfangen und ihr Spielzeug an einem Ort präsentieren, anstatt es in verschiedenen Zimmern zusammenzusuchen. All diese Überlegungen und Erfahrungen brachten mich dazu, ein eigenes Kinderzimmer für die Kleine in Betracht zu ziehen. Und da wir nur 4 Zimmer haben (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer), gab es nur die Möglichkeit, das Schlafzimmer (11 qm) aufzulösen bzw. umzuwandeln, wo die Kleine und ich bis jetzt zusammen geschlafen hatten und was nur nachts genutzt wurde. Alle anderen würden dadurch nicht beeinträchtigt. Da es auch weiterhin ihr Wunsch ist, dass ich bei ihr schlafe, konnte das auch genauso gut ihr Kinderzimmer werden, in dem ich dann eben mit schlafe. Ich brütete ein paar Monate über dieser unkonventionellen Variante, aber es gab keine andere Lösung. Auch wollte ich es nicht soweit kommen lassen wie bei einem Freund von meinem Großen, der vor kurzem die Spielsachen seiner kleinen Schwester aus "seinem" Kinderzimmer rausgeschmissen hat. Also suchte ich ein entsprechendes Bett für das schmale Zimmer, überlegte, welche Möbelstücke und welches Spielzeug zu ihr wandern würden und überzeugte den Rest der Familie.

In der vergangenen Woche war der Große auf Kitafahrt und das war eine gute Gelegenheit für die Umräum-Aktion. Denn die Kleine und ich konnten in diesen Tagen in seinem Kinderzimmer schlafen, ebenso konnten wir dort Möbel zwischenlagern, der Mann konnte abends im Zimmer werkeln, da nur ein Kind zu Bett gebracht werden musste, und alles war stressfreier als mit zwei Kindern. Zwei Tage vorher kauften wir noch Wandfarbe und einen neuen Teppichboden, was gar nicht so einfach war. Am Montag verabschiedete sich der Große auf Kitafahrt, den Rest der Woche brachte ich die Kleine in die Kita und holte sie auch ab, damit der Mann früh auf seiner Arbeit anfangen und nachmittags in der Wohnung werkeln konnte. Es war eine arbeitsreiche (vor allem für den Mann), aber nervlich unanstrengende Woche, da es mit einem Kind hier immer deutlich ruhiger ist. Die Kleine und ich machten uns morgens in aller Ruhe fertig, wo sonst immer Familienchaos und Stress vorherrschen. Auch die Nachmittage waren recht entspannt mit ihr und abends war eben nur ein Kind ins Bett zu bringen.

Die Kleine staunte jeden Tag darüber, was passierte, und wie ihr Zimmer immer mehr Formen annahm. Es war echt süß, wie sie sich freute, mithalf und alles in Beschlag nahm. Ich glaube, sie merkte dann erst selbst, wieviele Spielsachen ihr gehörten, waren diese doch früher überall verstreut. Den letzten Handschlag machte der Mann tatsächlich erst am Freitag Vormittag, bevor er den von seiner Kitafahrt zurückkehrenden Großen mittags vom Bus abholte. Als dieser nach Hause kam, staunte er nicht schlecht. Alles, was der Kleinen gehörte, war nun aus seinem Kinderzimmer raus, dafür waren andere Dinge hineingewandert. Und von Freitag zu Samstag schliefen wir zum ersten Mal im neuen Zimmer. Es ist eng, da das Zimmer sehr schmal ist, und noch nicht alles ist hundertprozentig praktikabel, aber es ist sehr gemütlich und nun wirklich ein eigenes kleines Reich für die Kleine, die als Zweitgeborene immer das Nachsehen hatte, nicht zuletzt deshalb, weil sie immer bei mir schlafen wollte und keine Notwendigkeit für ein eigenes Zimmer bestand.



Ich bin wirklich froh, dass wir das nun gemacht und geschafft haben und jedes Kind sein eigenes Revier hat. Ja, das war ursprünglich nicht meine Vorstellung und schränkt uns Erwachsene, vor allem mich, noch mehr ein als ohnehin schon. Angst habe ich z.B. vor Krankheiten meinerseits, da ich nun gar keinen Rückzugsort mehr für mich habe. Wir müssen sehen, wie das dann funktioniert. Ich hoffe aber, dass es die schwierige Geschwisterbeziehung etwas entzerrt, der Große mehr Ruhe nach seinem Schulstart hat und die Kleine sich zurückzieht und mehr auf ihr eigenes Spiel besinnt. Ich selbst hatte bis zum 15. Lebensjahr überhaupt kein eigenes Zimmer, da meine Familie zu viert in einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit Wohn- und Schlafzimmer lebte, und nein, das war nicht angenehm. Im Nachhinein frage ich mich, warum meine Eltern nicht einfach im Wohnzimmer schliefen und uns beiden Kindern das Schlafzimmer überließen. Aber die Zeiten waren eben anders, und die Bedürfnisse von Kindern weniger wert. Wir haben uns nun so entschieden, gegen unseren ursprünglichen Plan eines gemeinsamen Kinderzimmers, und ich bin gespannt, ob und wie sich das Zusammenleben verändern wird.

Wie ist das bei euch, haben eure Kinder ein gemeinsames oder getrennte Kinderzimmer, wie klappt das und ist es so, wie ihr euch das vorgestellt habt?

Donnerstag, 15. Juni 2017

Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Die Zeit danach

Bevor meine Mutter-Kind-Kur allzu lange zurück liegt, möchte ich mal noch ein wenig die Rückkehr und die erste Zeit danach beschreiben, denn der Kontrast war wirklich krass und ich hatte selten so große Umstellungsprobleme nach einem "Urlaub". Man muss natürlich auch sagen, dass ich noch nie so lange (3 Wochen) verreist und aus der Wohnung, dem Job und der Familienkonstellation weg war. Insofern habe ich zwar keinen Vergleichsmaßstab, weiß aber, dass ich die Rückkehr ins gewohnte Leben nach Urlauben noch nie als so unangenehm und schmerzhaft empfunden hatte wie nach der Kur. Auch hatte ich mein Zuhause gar nicht arg vermisst, im Gegenteil, ich fühlte mich auf der Kur total wohl, blühte auf und wäre am liebsten noch länger geblieben. Trotzdem war ich natürlich gespannt darauf, wie ich die Rückkehr verkraften würde.


Am Schlimmsten war der Großstadtkoller, der mich mit aller Macht überfiel, als wir in Berlin ankamen. Schon als sich der Zug kurz vor Berlin füllte, wurde ich unruhig und der Große sagte, es würde stinken. Beim Aussteigen überwältigten uns die Menschenmassen, die Lautstärke und dass man sich auf so viele Dinge gleichzeitig konzentrieren musste. Es war wirklich ein Schock. Ich vermisste sofort den Wald, das Meer, die Ruhe und die Leere meines Kurortes. Als wir an unserer heimischen S-Bahnstation ausstiegen und nach Hause liefen, war das Unwohlsein so überwältigend, dass ich immer wieder zum Großen sagte: "Ich kann hier nicht mehr leben, das ist mir alles zu laut, zu voll, zu dreckig!" Mir war zum Heulen zumute, ich hatte so eine starke Abneigung gegen die Stadt, die ich als meine selbstgewählte Heimatstadt empfand und in der ich seit 23 Jahren lebte, noch nie empfunden. Es stank nach Abgasen, nach Müll und allen möglichen menschlichen Gerüchen, was nach 3 Wochen mit täglicher frischer Ostseeluft wirklich quälend war. Der viele Verkehr, Busse, Flugzeuge, Obdachlose, Imbisse, Werbeplakate, das ganze urbane Leben war mir auf einmal zutiefst zuwider. Ich war richtig verzweifelt, empfand Abneigung, Ekel und körperliches Unwohlsein und jammerte vor mich hin. Das war sicherlich für den Großen, der sich auf sein Zuhause gefreut hatte, nicht einfach, aber ich konnte die Gefühle nicht zurückhalten, sie waren total existenziell. Noch viele Tage nach der Rückkehr empfand ich das Gefühl von meinen Schuhen auf dem städtischen Asphalt als äußerst unangenehm. Das hatte ich in dieser Intensität noch nie gehabt.

Ich hatte wirklich so deutlich wie noch nie zuvor den Impuls, jetzt sofort meine Wohnsituation, meine ganze Lebensausrichtung ändern zu müssen, um glücklicher und zufriedener zu werden. Gleichzeitig waren natürlich die Faktoren, die dagegen sprachen bzw. dies verhinderten (Finanzen, Job bzw. Arbeitsweg, Umfeld der Kinder etc.) unverändert. Diesen Konflikt empfand ich direkt nach der Kur sehr stark. Mir war schon bewusst, dass die Kur eine Ausnahmesituation gewesen war, aber ich hatte durch sie eben sehr deutlich gemerkt, was mir fehlte und wonach ich mich sehnte. Das betraf nicht nur den Wunsch nach einem naturnaheren Leben, sondern auch die Sehnsucht nach viel mehr Zeit allein, nach mehr Flexibilität und weniger Hamsterrad. Das und die Tatsache, dass ich nichts oder nicht viel in meinem Alltagsleben ändern konnte, war schwer auszuhalten.

Als ich zurückkam, hatte ich noch einen Tag frei, an dem die Kinder in der Kita waren. Dann begann das lange Osterwochenende und ich befürchtete schon vorher, dass es konfliktreich werden würde, da sich die gesamte Familie erstmal wieder finden und zusammenraufen musste. So kam es dann auch, es folgten 4 schwierige, anstrengende Tage, leider aufgrund des schlechten Osterwetters hauptsächlich indoor stattfindend, was die negative Dynamik noch verstärkte. Es gab viel Streit und Genervtheiten und jede Seite vermisste das relativ reibungslose Funktionieren während der dreiwöchigen Trennung. Auch die Kinder kriegten sich wieder schnell in die Wolle und so waren wir froh, als das Osterwochenende vorbei war und der Alltag einzog. Ich empfand die Rückkehr in den Familienalltag als unheimlich freiheitsberaubend und einschränkend. Einerseits deshalb, weil ich mich auf der Kur um nichts außer der wenigen Wäsche und ein paar Luxus-Einkäufen kümmern musste, andererseits aber auch deshalb, weil ich auf der Kur Entscheidungen allein und unabhängig für mich und den Großen treffen konnte und es mir damit wesentlich besser ging als mit dem ständigen schwierigen Abstimmen und Abwägen der Bedürfnisse aller Familienmitglieder zuhause.

Die Vor- und Nachbereitung der Mahlzeiten fiel auf der Kur komplett weg, wir konnten 15 Minuten vor dem Ende des Mittagessens oder Abendbrots vom Strand kommen und so die Freizeit ausnutzen. Wie oft kommt man im Alltag spät nach Hause, muss dann noch Essen machen und ärgert sich, weil die Kinder nichts oder wenig essen, man selbst aber die Vor- und Nachbereitungsarbeit hat? Das fand ich auf der Kur sehr entspannend und hat mich wirklich entlastet. Überhaupt, 3 Mal am Tag eine fertige Mahlzeit vorgesetzt zu bekommen und vor allem ein tägliches warmes Mittagessen, war für mich Luxus pur. Da ich auf Arbeit keine Pause mache und nur etwas Kaltes zwischendurch esse, eigentlich aber eine warme Mahlzeit brauche, habe ich das sehr genossen und zurück zuhause arg vermisst. Ja, in 3 Wochen kann man sich an angenehme Dinge gewöhnen...

Was die Kinder betrifft, so hat der Große die beiden Umstellungen, sowohl auf der Kur als auch zurück zuhause, eigentlich gut gemeistert, dafür, dass er immer ein Kind war, was schlecht mit Veränderungen und Umstellungen klar kam. Er fremdelte nicht mit dem Papa beim Wiedersehen, was z.B. vor anderthalb Jahren nach einer Kurzreise noch der Fall war. Er lebte sich zuhause sofort wieder ein, als wäre er nie weg gewesen. Auf der Kur hatte ich das Vermissen des Papas bei ihm nur in der letzten Woche deutlich gemerkt, und die kleine Schwester fehlte ihm, glaube ich, gar nicht. Waren wir auf der Kur wirklich gut miteinander klargekommen, so entwickelte er zurück zuhause ziemlich schnell wieder seine üblichen Verhaltensweisen wie Verweigerung, Beleidigtsein und Auseinandersetzungen mit der Kleinen. Dies zeigte mir wieder einmal, was ich ohnehin weiß, nämlich dass es ihm allein, als Einzelkind besser gehen würde. Ist er mit einem oder zwei Erwachsenen allein, ist er deutlich zufriedener, man wird ihm gerechter und alles ist einfacher.

Die Kleine war durch meine 3-wöchige Abwesenheit vorhersehbarerweise deutlich mehr beeinträchtigt. Sie hatte viel geweint, das zweimalige Abholen durch die Großeltern fast verweigert und immer nach mir gesucht und gefragt. In der Kita war ihr laut Aussage ihrer ErzieherInnen nichts anzumerken. Sie hatten sich extra darauf eingestellt, sie in dieser Zeit etwas intensiver zu betreuen und zu bekuscheln, falls nötig. Der Mann kam gut mit ihr klar, denn durch meine Abwesenheit hatte sie sich emotional ganz und gar an ihn gehängt. Ich hegte ja die leise Hoffnung, dass wir das nach meiner Rückkehr beibehalten und sie z.B. abwechselnd abends ins Bett bringen könnten. Das trat leider nicht ein, sondern sie hängte sich wieder komplett an mich, ihre 1. Bindungsperson, als ich zurück war. Immerhin war nun wenigstens die Gewissheit da, dass ich sie mal allein lassen konnte und sie halbwegs ohne mich klarkommt.

Allerdings, und darüber habe ich ja schon in meinem Bericht über ihre U8 geschrieben, blieb mein Wegsein leider nicht folgenlos: sie hatte in der Zeit ihren ersten größeren Neurodermitis-Schub entwickelt, was ich als direkte Reaktion auf akutes Mama-Vermissen interpretiere. Das hat mir unheimlich leid getan und noch nachträglich Gewissensbisse gemacht. Mittlerweile sind die juckenden Stellen deutlich zurück gegangen, wir pflegen täglich. Geblieben ist die Angst und das schlechte Gewissen, wenn ich wiedermal etwas allein, ohne sie, machen möchte. Als ich zuletzt allein in Prag war, konnte ich jedoch keine Verschlechterung feststellen, dafür war mein Wegsein einfach zu kurz. Ich hoffe einfach, dass sie sich durch öftere kurze Abwesenheiten etwas daran gewöhnt und emotional besser damit klarkommt. Eine 3-wöchige Trennung, auch wenn wir uns zwischendurch gesehen haben, war natürlich eine extreme Erfahrung für sie. Da hilft auch die Betreuung durch den Papa oder die Abwechslung durch die Großeltern nur bedingt: ein Kind mit einer so starken emotionalen und physischen Bindung zu einem Elternteil wird immer leiden, wenn dieses weg ist.

Nach der Kur war sie extrem trennungsängstlich, hat oft und viel geklammert und wich kaum von meiner Seite. Als ich das erste Mal abends ausging, schrie und tobte sie, versperrte mir die Tür und wollte mich absolut nicht gehen lassen. Wenn ich sie ausnahmsweise mal zur Kita brachte (meist macht der Mann das), hatte sie enorme Schwierigkeiten, sich von mir zu lösen, schrie und klammerte energisch. Wahnsinnig hart für mich. Das war kurz vor ihrem 4. Geburtstag für mehrere Wochen der Fall. Langsam, ganz langsam wurde es wieder "besser". Bin ich da, lässt sie sich weiterhin nur von mir ins Bett bringen, wie vorher. Bin ich weg, lässt sie zum Glück den Papa zu. Insgesamt ist ihre enge Bindung zu mir nicht lockerer geworden. Hatte ich gehofft, sie gewöhnt sich etwas besser an meine zeitweilige Abwesenheit, so kam mir die Zeit direkt nach der Kur wie ein Rückfall in ihre schlimmste Trennungsangst-Zeit vor. Das tat mir wahnsinnig leid, trotzdem wusste ich, dass der Weg für mich so weitergehen muss.

Einen großen Schritt nach vorn hat mein Bewusstsein für Selbstfürsorge und Achtsamkeit gegenüber mir selbst durch die Kur gemacht. Ich nahm ja dort an einem Gesprächskurs "Selbstfürsorge" teil, der mir sehr viel brachte, vor allem in Hinblick darauf, mit Mut, Nachdruck und ohne schlechtes Gewissen eigene Bedürfnisse einzufordern und durchzusetzen. Damit hatte ich mich immer schwer getan und zwei so anhängliche Kinder machen das natürlich auch nicht leichter. Schon während der Kur nahm ich mir vor, in Zukunft aktiv mehr für mich zu machen, anstatt darauf zu warten, dass mir jemand Freizeit ermöglicht. Dies habe ich umgesetzt, sicherlich trotzdem noch auf einem geringeren Niveau als andere Mütter, aber wesentlich mehr als vor der Kur und als in den letzten Jahren, und ich möchte das bewusst und kontinuierlich weiterverfolgen. Ich war mehrmals abends verabredet (das habe ich früher nie gemacht, um den Mann nicht abends allein mit den Kindern zu lassen), ich war in einem Musical und das Aufregendste und Einschneidendste war natürlich meine Prag-Reise allein, das erste Mal nach über 6 Jahren, dass ich 2,5 Tage komplett ohne Kinder war.


Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Kur in dieser Hinsicht Steine ins Rollen gebracht hat und das war wichtig und bitter nötig. Ich hatte mich bisher immer mehr um die Kinder als um mich gekümmert, was sicherlich ein Problem ist, das viele Mamas haben, aber nicht jede Mama leidet gleichermaßen so sehr darunter, wie ich schon immer. Es war der Zwiespalt zwischen einem hohen Verantwortungsgefühl und schlechtem Gewissen und auf der anderen Seite einer großen Sehnsucht nach dem Verfolgen der eigenen Interessen und nach Me-Time. Der Konflikt ist natürlich immer noch da und wird nie verschwinden, aber durch die Kur ist der Mut und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Selbstfürsorge enorm gewachsen. Ich finde das megatoll und hoffe, dass ich diesen Weg so weitergehen kann und nicht wieder zurückfalle in alte Muster. Es ist wirklich nicht einfach, wenn man niemanden hat, der einen dabei aktiv unterstützt, sondern immer das Gefühl vermittelt bekommt, man fordere eigentlich zuviel oder wenn die Kinder traurig und verzweifelt sind und sogar körperliche Symptome (siehe Neurodermitis) entwickeln, aber es ist der einzige Weg, wie ich mich selbst stärken kann. Dies wiederum kommt dann auch den Kindern zugute. Eine schwierige Gratwanderung und immer neues Austarieren der verschiedenen Bedürfnisse. Auf jeden Fall hat die Kur mich hier einen großen Schritt nach vorn gebracht und das ist in meinen Augen ihr wichtigster Effekt.

Dies war meine kleine Zusammenfassung der Zeit nach der Kur, der Veränderungen und Fortschritte. Der Kontrast nach der Rückkehr war echt heftig, sowohl was die Großstadt als auch was die Familienkonstellation und das Hamsterrad betrifft. Da macht sich eine Pause von 3 Wochen deutlich bemerkbar, damit hatte ich nicht gerechnet. Mittlerweile habe ich mich weitestgehend wieder an die Umstände zuhause gewöhnt, vermisse aber immer noch einige spezielle Aspekte der Kur-Zeit und denke immer wieder gern an diese 3 Wochen zurück. Die bedeutendste Veränderung ist sicherlich mehr Selbstfürsorge und Achtsamkeit für mich selbst. Schon allein für diese Fortschritte hat sich die Zeit gelohnt, und ich bin sehr dankbar dafür.

Freitag, 9. Juni 2017

Frühlingsurlaub mit Highlight: dem Playmobil-FunPark

Unsere Kita hat immer in der Woche über Christi Himmelfahrt geschlossen und wir nutzten wie jedes Jahr die Möglichkeit, im schönen Monat Mai eine Woche Urlaub zu machen. Nächstes Jahr, wenn der Große in der Schule ist, wird das wegfallen oder anders aussehen, und ich werde diese Frühlingsurlaubswoche sicher vermissen. Der Clou sollte diesmal sein, dass wir eine Woche zusammen als Familie verreisen wollten und ich danach betriebsbedingt noch eine Woche inkl. Pfingsten frei haben würde, und zwar ALLEIN frei, d.h. der Rest der Familie würde in der Kita bzw. auf der Arbeit sein. Darauf hatte ich mich besonders gefreut, denn mehrere Tage am Stück allein zuhause hatte ich schon ewig nicht mehr und ich hatte mir vieles vorgenommen, sowohl obligatorische ToDo's als auch schöne Dinge für mich. Und die Krönung dieser Tage sollte meine Prag-Reise sein, die erste Reise allein und ohne Kinder, also seit über 6 Jahren. Nach der Rückkehr blieben dann noch die beiden Pfingstfeiertage, d.h. die Familie würde auch nicht zu kurz kommen. Soweit die Planung.

Gut gelaunt und erwartungsfroh fuhren wir freitags in unseren Stamm-Ferienpark und konnten gleich am ersten Nachmittag im See baden. Wir hatten diesmal ein schönes großes Ferienhaus mit einer tollen Terrasse und einem riesengroßen Garten direkt oberhalb des Sees und konnten aufgrund des tollen Wetters meist auf der Terrasse essen, was für mich der Inbegriff von Urlaub ist. Irgendwie waren die Kinder aber, obwohl sie alles kannten, sich wohlfühlten und sofort eingelebt waren, im ganzen Urlaub ziemlich schräg drauf, hatten oft schlechte Laune, reagierten heftig und waren sich untereinander überhaupt nicht grün. Der negative Höhepunkt war unser gemeinsamer Fahrradausflug, den ich auch verbloggt habe.

Wir unternahmen einiges, allerdings weniger als geplant, fuhren zu einer Familienfeier und in einen großen Freizeitpark und verbrachten auch Zeit auf der Terrasse und im Garten. Die Kinder waren ein paar Mal allein im Spielhaus, immer auf Initiative der Kleinen, und das ist schon toll, dass sie sich dies seit Weihnachten trauen. So können wir auch mal durchschnaufen. Der Nachteil ist allerdings, dass man nicht mehr ganz allein im Ferienhaus ist. Für mich persönlich macht es einen Unterschied, ob ich ganz allein bin oder noch eine Person (der Mann) anwesend ist. Richtig abschalten kann ich nur, wenn ich ganz allein bin. Bisher war es immer so, dass wir abwechselnd mit den Kindern im Spielhaus waren. Der andere hatte in der Zeit Ruhe. Nun gehen sie allein ins Spielhaus und wir sind damit zu zweit im Ferienhaus. Für mich bedeutet das weniger Entspannung. Hat alles also seine Vor- und Nachteile. Die Kleine wollte auch oft mit ihrem neuen Fahrrad eine Runde durch die Anlage drehen. Ich finde es einerseits toll, dass sie so selbstständig und mutig ist, andererseits muss man ständig schauen, wo sie ist und ggf. hinterher rennen. Das kennen wir vom Großen überhaupt nicht ;-)



Schon vor längerer Zeit hatte ich mir überlegt, dass wir vor der Einschulung des Großen nochmal ein kleines Highlight einschieben und etwas ganz Besonderes machen. Insbesondere hatte ich den Playmobil-FunPark bei Nürnberg auf dem Plan, war zwar etwas unsicher, da ich den Großen schon für zu alt dafür hielt, aber letzten Endes entschieden wir uns dafür und hatten im Anschluss an die Woche in unserem Stamm-Ferienpark noch für 2 Tage eine Ferienwohnung bei Nürnberg gebucht, um dem Playmobil-FunPark einen Besuch abzustatten. So müssten wir nicht zweimal die lange Strecke von Berlin fahren und hätten am Ende des Urlaubs ein richtiges Highlight.

Im Playmobil-FunPark

Wir kamen auch gut in unserer Ferienwohnung an und tobten uns abends noch in einem kleinen Park aus. Leider klagte die Kleine dann über Bauchschmerzen und ich befürchtete schon das Schlimmste. So kam es dann auch, gegen 23 Uhr fing sie an, sich zu übergeben und hörte erst nach 4 Uhr morgens damit auf. Was zuhause auch schon schlimm und anstrengend ist, stellt sich in einer fremden Ferienwohnung als noch schlimmer dar. Man hat keine Wechselbettwäsche, nicht genügend Handtücher, und am nächsten Tag wollten wir ja ganztägig in den Playmobil-FunPark. Ach, das war so unpassend und sie tat mir so leid. Zum Glück übergab sie sich morgens nicht mehr, war aber sehr schwach und wir schoben sie den ganzen Tag durch den Playmobil-FunPark. Zum Glück hatten wir den Buggy mitgenommen, sonst hätte ich mit ihr zuhause bleiben müssen. Sie konnte dort nichts machen, sondern saß nur schlapp drin. Es war sehr heiß und voll und als sie endlich einschlief, setzte ich mich in eine schattige Ecke und wartete einfach.

Wir waren von 11 bis 17 Uhr im Playmobil-FunPark und der Große hat mit dem Mann fast alles mitgenommen und ausprobiert. Es hat ihm wider Erwarten sehr gut gefallen, er fand es nicht zu kindisch und obwohl er nie ein Playmobil-Kind war, konnte er mit allen Sachen etwas anfangen. Der Park ist absolut empfehlenswert für kleine und auch größere Kinder, sehr vielfältig und abwechslungsreich. Er bietet jede Menge Möglichkeiten für Eltern und Kinder, selbst aktiv zu werden und ich denke, er wird auch bei mehrmaligem Besuch nicht langweilig. An dem Brückentag nach Christi Himmelfahrt, als wir dort waren, war es unglaublich voll und man musste leider bei den Hauptattraktionen recht lange anstehen. Aber der Große wartete geduldig und war gut gelaunt und so war der Tag trotz der kranken Kleinen wirklich schön für uns. Ein tolles Erlebnis und ein würdiges Highlight vor der Einschulung, so wie es gedacht war.





Am nächsten Morgen traten wir die lange Rückfahrt nach Berlin an, nachdem sich die Kleine wieder übergeben hatte. So saß ich neben ihr in Bereitschaftshaltung, aber zum Glück passierte nichts mehr. Die Fahrt, die für uns der größte Risikofaktor gewesen war, da unsere Kinder von jeher keine guten Automitfahrer waren und sind, klappte reibungslos und schnell, nach 5 Stunden inklusive Pause waren wir wieder zuhause. Tatsächlich war dies die längste Strecke, die wir jemals mit den Kindern gefahren sind.

Am Sonntag, unserem letzten gemeinsamen Urlaubstag, waren alle fit, ich war mit den Kindern ein paar Stunden allein im Garten und freute mich auf meine kommende Urlaubswoche allein zuhause, wo ich soviel machen und noch mehr ausruhen wollte. Sonntagabend klagte der Mann über Bauchweh und übergab sich alsbald. In der Nacht zu Montag war mir plötzlich speiübel und das Gleiche ging bei mir morgens um 4 Uhr los. Da die Kinder fit waren, brachte der Mann sie am Montagmorgen in die Kita, damit wir uns auskurieren konnten. Als er sie am Nachmittag wieder abholte, hatte sich der Große gerade 10 Minuten vorher übergeben und war also auch infiziert. Demnach mussten wir am Dienstag alle 4 zuhause bleiben.

Als dies feststand, hatte ich einen kleinen Nervenzusammenbruch wegen der ungeheuren Ungerechtigkeit, dass MEINE erste Urlaubswoche allein zuhause einem Magen-Darm-Virus zum Opfer fiel. Ja, es war gut, dass wir wieder zuhause waren und uns 3 das nicht in der Ferne getroffen hatte und ja, wir mussten nicht zum Arzt rennen, da ich Urlaub hatte und der Mann ja auch krank war. Trotzdem, es war himmelschreiend unfair und ich war stockunglücklich. Immerhin war es nicht das erste Mal, dass etwas, worauf ich mich so sehr gefreut hatte, nicht zustande kam. Vor ca. einem Jahr z.B. hat mir ebenfalls ein Magen-Darm-Virus zwei freie Tage zerstört. Das ist echt hart für mich, denn freie Tage allein zuhause sind für mich im Moment die einzige Möglichkeit, zu regenerieren und aufzutanken. Und nur, weil der Große so schnell wieder fit war und der Mann sich am Mittwoch wieder auf Arbeit quälte, sprang für mich letzten Endes doch noch ein einziger Tag heraus, an dem ich selbst noch unfit war und soviel zu erledigen hatte, dass ich kaum zum Sitzen kam.

Naja, und am nächsten Tag ging es in mehr oder weniger krankem Zustand nach Prag, auf meine erste Reise allein als Mama. Darüber habe ich im letzten Beitrag geschrieben. So fällt meine Bilanz der beiden Urlaubswochen leider eher negativ aus: im Ferienpark waren die Kinder mies drauf, im Playmobil-FunPark war die Kleine krank, danach haben wir alle noch ihren Magen-Darm-Virus bekommen, ich verlor meine so wichtigen freien Tage und auf meiner ersten Reise ohne Kinder war ich selbst noch krank. Das kann man sich selbst mit viel Optimismus nicht schönreden. Immerhin war das Wetter fast die ganze Zeit perfekt. Man kann halt nicht alles haben...

Fazit Nr. 1: Mit Kindern kommt es immer anders, als man denkt! Das wissen wir ja alle, aber manchmal fühlt es sich besonders ungerecht an.

Fazit Nr. 2: Der Playmobil-FunPark ist echt toll und eine Reise wert!