Samstag, 31. Oktober 2015

Unsere wieder krankheitsgeprägte Woche

Am Sonntag nachmittag bekam die Kleine wieder Fieber, nachdem sie schon die letzte Woche herumgeschnupft und am vorhergehenden Wochenende Magen-Darm hatte. Wir alle sind ja seit fast 8 Wochen regelrecht außer Gefecht gesetzt und geben uns die Krankheiten direkt und oft parallel weiter. Das ist unser schlimmster Krankheits-Herbst, seit wir Kinder haben, der erste Kitawinter beider Kinder war ein Klacks dagegen. Selbst den Großen, der eigentlich der gesundheitlich Stabilste in unserer Familie ist, hatte es mehrfach erwischt. Ich selbst komme überhaupt nicht mehr auf die Beine und habe für nächste Woche einen Termin bei meinem Hausarzt vereinbart, um meinen Zustand durchzusprechen, abchecken zu lassen und Maßnahmen zu ergreifen. So geht es nicht weiter.

Da die Kleine also fieberte und einen tiefsitzenden, schlimm klingenden Husten hatte, beschloss ich schon am Sonntag, mit ihr am Montag zum Kinderarzt zu gehen. Ich bin sonst nie wegen Erkältungen beim Kinderarzt, aber diesmal war das Fass einfach voll. Ich konnte auch selbst nicht mehr. Wir bekamen am Montag glücklicherweise einen abgesagten Termin und mussten nicht lange warten. Zum Glück war es noch keine Bronchitis, aber ein handfester Infekt und sie schrieb uns erstmal minimal bis einschließlich Mittwoch krank. Obwohl ich sehr ungern mit einem kranken Kind zuhause bin, war ich diesmal regelrecht erleichtert.

Zum Glück war sie trotz des Infektes relativ gut drauf, nicht übermäßig anhänglich oder quengelig, sondern einfach schlapp und hustete stark. Nachmittags stieg die Temperatur immer und sie wurde knatschiger. Mein Mann kam jeden Tag so früh wie möglich von der Arbeit und nahm sie zweimal mit zur Kita, um den Großen abzuholen, so dass ich dann wenigstens 1,5 h Pause hatte. Das war wunderbar, weil mir ja mein freier Montag, meine wichtigste Kraftquelle für die Woche, entgangen war. Am Mittwoch wollte sie nicht nachmittags raus und ich holte deshalb den Großen allein ab, während sie mit dem Papa zuhause blieb. Das war auch mal schön, so konnten wir mal unsere örtliche Kinderbuchhandlung durchstöbern, was mit der Kleinen wegen akuter Grabsch-Gefahr sonst nicht möglich ist;).

Obwohl nun bei ihr noch ein Schnupfen dazugekommen war, wirkte sie insgesamt - zumindest vormittags - recht fit, weshalb wir beschlossen, sie am Donnerstag wieder in die Kita zu geben und nach dem Mittagsschlaf abzuholen. Das war sicherlich richtig. Die Erzieher meinten zwar, sie wäre völlig normal gewesen, überhaupt nicht leidend, aber man kennt das ja, man reißt sich zusammen und dann gibt's einen Rückfall. Also machte ich früher Schluss bei der Arbeit, holte sie um 13:45 Uhr ab und brachte sie nach Hause, wo mein Mann, der seit Mittwoch Abend eine fette Bindehautentzündung hatte und nun auch krankgeschrieben ist, sie bespaßte. Er holte dann später mit ihr den Großen von der Kita ab und ich hatte noch etwas Freizeit. Am Freitag blieb sie schon den ganzen Tag da. Leider geht es ihr heute wieder schlechter und sie war extrem wehleidig und jammernd drauf, klagt über Ohrenschmerzen und hustet weiterhin stark.

Insgesamt waren die 3 Tage mit der Kleinen zuhause recht entspannt, also nicht so, wie es eigentlich mit kranken Kindern ist. Wir waren vormittags immer draußen unterwegs und das Wetter war herrlich. Von Tag zu Tag wurde es aber schwieriger, sie zum Mittagsschlaf zu bewegen, und ich wette, wäre sie länger zuhause, würde sie diesen verweigern. Für mich ist es immer wieder doof, dass ich beim Mittagsschlaf neben ihr liegen bleiben muss, weil sie sonst nicht über ihren 30 min.-Schlafzyklus kommt. Dadurch habe ich zwar Ruhe, aber keinen Abstand vom Kind, was ich eigentlich brauche. Auch merkte man mit jedem Tag, dass es ihr langweiliger wurde, da ich sie bewusst nicht ständig bespaßte. Man sieht also, welchen mehrfach positiven Effekt die Kita für Kinder hat;). Sie freute sich dann auch am Donnerstag, wieder unter Kindern zu sein. Meine Geduld nahm in dem Maße ab, je langweiliger ihr wurde. Ich habe ja kein Problem damit, ein Kind zu versorgen und Nähe zu geben, aber ständige Bespaßung (oder Quengelei wie heute) raubt mir den letzten Nerv. Deshalb bin ich lieber mit ihr rausgegangen. Das geht allerdings ins Geld; hier mal einkaufen, da mal zum Bäcker oder ins Center, alles Dinge, die man sonst in der Arbeitswoche nicht oder selten macht. Das Positive ist, dass es mit einem Kind am Vormittag wesentlich nervenschonender ist, ein paar Besorgungen zu machen, als mit zwei erschöpften Kindern nach der Kita. Insofern eine angenehme Abwechslung.

Jetzt hoffen wir, dass bald der Husten und Schnupfen bei ihr aufhört, dann wären wenigstens beide Kinder erstmal gesund. Wie wir Eltern allerdings jemals wieder auf  die Beine kommen, steht in den Sternen. Selten haben wir uns über Wochen so krank und kaputt gefühlt. Ein Infekt jagt den nächsten und der körperliche Gesamtzustand ist bescheiden. Da es den Mann genauso betrifft wie mich, sehe ich, dass es nicht daran liegt, dass ich wenig belastbar bin, sondern dass die Situation so belastend ist, weil so wenig Entlastung da ist. Immer alles allein stemmen zu müssen, ist nicht nur anstrengend, sondern auch psychisch belastend. Ich sehe nur nicht, an welchen Stellschrauben ich drehen kann, damit sich die Lage verbessert. Wir werden sehen, ob der Arzttermin etwas ergibt.



Donnerstag, 29. Oktober 2015

Mein digitaler Alltag und die Kinder (Blogparade #mydigitalday)

Mama on the Rocks hat zusammen mit der Lernplattform Scoyo eine Blogparade zu unserem Mediennutzungsverhalten gestartet, vor allem in Hinblick auf das Vorbild, das wir für unsere Kinder sind oder vielleicht sein wollen. Ich hatte mich vor längerer Zeit schon einmal zu meiner Online-Erreichbarkeit geäußert und will das Thema nochmal mit anderem Fokus aufgreifen. Meine Mediennutzung hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. So nutze ich das Smartphone, den PC bzw. Laptop weitaus intensiver als früher, dafür bleibt aber der Fernseher so gut wie immer aus.

Je nachdem, wie mein Tag aussieht, habe ich verschieden viel Zeit, um online zu sein und mich zu vernetzen. An meinen Arbeitstagen bleibt mir meist nur die ca. 15-minütige Hin- und Rückfahrt zur Arbeit, die kurze Zeitspanne zwischen dem Ankommen zuhause und dem Abholen der Kinder aus der Kita sowie der (meist, aber nicht immer ungestörte) Abend zum surfen, twittern und mailen. Da werde ich untertags doch schon manchmal etwas nervös, wenn ich nicht zum Nachlesen der Twitter-Timeline oder der neuesten Blogbeiträge komme und auf Mentions nicht reagieren kann. Noch weniger Zeit bieten manche Wochenendtage, wenn die Kinder nonstop um uns herum sind. Gerade im Sommer, wenn wir auch viel unterwegs sind, zücke ich das Handy oft erst zur Mittagsschlafzeit der Kinder. Wenn ich es tagsüber gar nicht schaffe, mal in Ruhe zu surfen und ein paar Blogartikel zu lesen, dann werde ich ziemlich unzufrieden. Das muss ich dann alles in den Abend packen und komme dann logischerweise selbst nicht zum Bloggen. An meinem freien Tag sowie an manchen Wochenenden, wenn ich mal 2 Stunden kinderfrei habe, bin ich meist up to date und genieße das auch. Ich bin dann tatsächlich ausgeglichener;)

In Anwesenheit der Kinder, also wenn sie spielen, kann ich mich eigentlich nicht an den PC setzen oder mit dem Smartphone surfen, da sie diese Dinge dann sofort für sich selbst beanspruchen und Spiele spielen oder kleine Filme schauen wollen. Für mich wäre es unmöglich, mit den Kindern im Home Office zu arbeiten - höchstens, wenn ich ihnen ein eigenes Gerät in die Hand drücken würde. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie handyaffin schon die allerkleinsten Kinder sind. Beim Besuch bei Freunden verteidigte die 1 1/4-Jährige das Smartphone des befreundeten Papas vehement gegen seine Versuche, es ihr wegzunehmen und gab keine Ruhe, bis er nicht die App mit den Tierstimmen geöffnet hatte. Das ist bei meinen Kindern nicht viel anders, nur dass sie etwas später damit begonnen haben.

Meine Kinder sind 4 1/2 und 2 1/2 Jahre alt und dürfen Spiele auf dem Smartphone spielen und kleine Filme im PC oder Tablet schauen. Die Kleine guckt sich dabei vieles vom Großen ab, das lässt sich bei Geschwistern gar nicht vermeiden. Bei ihr begann die Mediennutzung logischerweise auch früher als beim Großen. Der Große hat sein eigenes (ein altes ausrangiertes) Tablet, wo Hörspiele, seine liebsten Spiele-Apps und eine Auswahl von Youtube-Filmchen drauf sind. Das nutzt er mal mehr, mal weniger intensiv. Er hat da ziemlich schwankende Phasen, das war bei mir früher ähnlich. Wenn er mal wieder um 5:30 Uhr morgens aufwacht, sind wir ehrlich gesagt erleichtert, wenn er nicht laut polternd im Kinderzimmer spielt, sondern sich auf sein Kindersofa kuschelt und sich in ein Ritterspiel vertieft. Noch gibt es keine festen Regeln oder Zeiten für die Nutzung, wir entscheiden das von Fall zu Fall. Da meine Kinder in ihrem Alter natürlich noch nicht allein zuhause sind, bekommen wir ja auch mit, was und wie lange sie schon schauen. Meine Kleine ist vom Typ her nicht exzessiv veranlagt. Mein Großer kann schon in einem Strategiespiel versinken, ist aber dann auch tendenziell wieder erleichtert (nach hartem Protest), wenn wir ein Stop kundtun und uns mit ihm beschäftigen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie versiert die Kinder von heute mit den digitalen Geräten sind. Meine 2 1/2-jährige Tochter benutzt das Smartphone wie ein alter Hase. Wenn man bedenkt, wie spät meine Generation mit Computern in Berührung kam und dass ich selbst noch nicht allzu lange ein onlinefähiges Smartphone besitze, fühlt sich das für mich immer wieder merkwürdig an. Aber das ist eben die heutige Zeit, und die mannigfaltigen Möglichkeiten bieten ja auch unbestreitbar viele Vorteile.

Mein Fernsehkonsum ist dagegen auf einen minimalen Anteil zurückgegangen. Ließ ich mich früher abends gern vor der Glotze berieseln, so hänge ich nun mit dem Laptop und Smartphone auf dem Sofa. Damit bin ich aber sehr aktiv, im Austausch in den sozialen Netzwerken und produktiv auf dem Blog. Das fühlt sich für mich kreativer an als der frühere reine Fernsehkonsum. Meine Kinder schauen übrigens noch gar nicht fern. Der TV blieb von Anfang an aus, wenn die Kinder mit dabei waren, und sie haben bis zum heutigen Tag noch nicht ein Mal gefragt, was das für ein komischer schwarzer Kasten ist, der im Wohnzimmer steht. Die Kleine benutzt ihn vielmehr als Spiegel;). Wir wollen das, so lange es geht, weiter so handhaben, und ich bin erstaunt darüber, dass es bis jetzt geklappt hat. Ich selbst habe das Gefühl, ich kann bei den Kindern die Nutzung des Tablets und Smartphones besser regulieren als es beim TV möglich wäre. Das mag vielleicht täuschen, aber bisher fühlt es sich subjektiv und rein theoretisch so an. Und zwei Youtube-Videos sind in jedem Fall kürzer als ein Disney-Film.

Ich empfinde es als zu unserer Zeit einfach dazugehörig, dass die Kinder wie selbstverständlich mit der digitalen Welt aufwachsen. Und ich finde es auch toll, wie viele Möglichkeiten sie dadurch haben. Wenn ich mich erinnere, wie mühsam ich mir Literatur im Studium zusammengesucht habe, wo man jetzt das Meiste in Google Books findet, eröffnet sich eine ganz andere Welt. Das wird für uns als Eltern auch nochmal eine neue Erfahrung, wenn die Kinder in die Schule kommen und die neuen Medien aktiv nutzen müssen. Über die potentiellen Gefahren bin ich mir schon bewusst und habe noch keinen Plan, wie man durch bestimmte schwierige Situationen hindurchsteuert, ohne die Kinder völlig von der digitalen Welt abzuschneiden. Denn das würde ich selbst nicht ertragen, also kann ich es dereinst auch nicht von meinen Kindern verlangen. Geweckt werde ich übrigens nicht vom Handy, das erledigen die Kinder. Und bei gemeinsamen Mahlzeiten ist es selbstverständlich tabu. Da meine Kinder in der Kita meist im Garten sind und ich auch danach noch mit ihnen auf den Spielplatz, in den Park oder den Kinderbauernhof gehe, bekommen sie viel frische Luft und Bewegung. Das tut allen gut. Es gibt keine Tage, die wir nur drin verbringen. Das finde ich persönlich wichtiger, als die Frage, ob ein Kind eine halbe Stunde am Tablet spielen darf.

In der einsamen und frustrierenden Elternzeit mit meinem Großen, beim stundenlangen Stillen und Kinderwagen-Schieben hätte ich mir so sehr einen Kontakt zur Außenwelt gewünscht, eine Twitter-Community und eine solch tolle und interessante Blogosphäre, wie ich sie mittlerweile habe. Gerade in Phasen, in denen die realen Kontakte aus logistischen und zeitlichen Gründen weniger werden, kommt der Online-Community eine große Bedeutung zu. Ich muss auch feststellen, dass der Kontakt zu den Freunden, die die neuen Medien überhaupt nicht nutzen (weder Facebook, Twitter, Whatsapp etc.), schlechter geworden ist. Erstens der Erreichbarkeit halber, aber auch, weil da eine Welt komplett fehlt, die mittlerweile einen großen Raum in meinem Leben einnimmt. Ich bin gespannt, wie sich das im Laufe der Jahre noch verändern wird. Und wie wir unsere Kinder durch die Möglichkeiten und Gefahren hindurchmanövrieren werden. Ich glaube, da gibt es kein Patentrezept, sondern es muss von Fall zu Fall entschieden werden. Die Charaktere und Vorlieben der Kinder beeinflussen ihr Mediennutzungsverhalten ebenfalls, so wie es auch bei uns Erwachsenen der Fall ist. Es wird eine Herausforderung, je älter die Kinder werden. Aber man kann ihr nicht entgehen. Und das will man ja auch nicht, sondern die vielen Möglichkeiten unserer digitalen Zeit fruchtbar für sich nutzen.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Unser Freund Freddie der Kinderkoffer - mit Verlosung

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Ab und zu packt uns die Lust auf einen Ortswechsel und dann machen wir einen Kurztrip zu einem möglichst schon bekannten Ziel, wo die Kinder sich auskennen und wohlfühlen und es deshalb für uns auch nicht stressig ist. Immer mit dabei: unser Trunki Kinderkoffer Freddie. Freddie begleitet uns nun schon seit bestimmt anderthalb Jahren und ist für meinen Sohn ein treuer Reisefreund geworden. Wir waren seinerzeit auf der Suche nach einem Koffer speziell für das Spielzeug unseres Großen und sind schnell auf die ansprechende und originelle Reihe der Trunki Koffer gestoßen. Da er zu diesem Zeitpunkt ein großer Feuerwehrfan war, entschieden wir uns für den roten Freddie im Feuerwehrlook.

 
Die Trunki Koffer sind Hartschalenkoffer für Kinder zum Ziehen und zum Tragen, mit leichtgängigen Verschlüssen und in verschiedenen tollen Designs und Farben, z.B. Tierdesigns wie Tiger, Trunkisaurous Rex, Zebra oder Grüffelo. Unser Sohn hat sich sofort in seinen Freddie verliebt und nutzt ihn bei jeder Reise. Das Kind kann seinen Koffer selbstständig befüllen und durch die gut gängigen Rollen auch allein ziehen. Besonders sinnvoll erschien uns die Möglichkeit, dass das Kind sich bei längeren Wartezeiten, z.B. am Flughafen, darauf setzen kann. Auf einem Flughafen hatten wir ihn nämlich auch zum ersten Mal entdeckt, als ein anderes Kind in einer langen Schlange am Check-In darauf saß. Die Koffer sind sehr stabil und robust, genau richtig für Kinder.


Mein Großer fand ihn sofort toll und befüllt ihn nun vor jeder Reise mit Spielzeug für sich selbst und die Schwester. Die Kleidung der Kinder wird bei uns in den Elternkoffern untergebracht. Der ungeteilte Innenraum birgt Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass man größere Dinge wie Puzzles, Bücher oder Spiele gut unterbringen kann. Der Nachteil ist: kleinere Sachen fliegen durcheinander, spätestens dann, wenn der Koffer zusammengeklappt wird. Da mein Sohn gerne einzelne Autos, Ritterfiguren oder anderen Kleinkram einpackt, ist es jedes Mal eine Kunst, den Koffer unbeschadet zusammenzukriegen. Dies betrifft natürlich speziell die Nutzung als Spielzeugkoffer, bei der Unterbringung von Kleidung tritt das Problem nicht auf. Ich würde mir eventuell eine Unterteilung in kleinere Fächer, vielleicht sogar mit Deckeln, wünschen. Es gibt zwar eine kleine Innentasche, aber da passen wirklich nur Kleinigkeiten hinein. Auf einer Seite ist ein Gummiverschluss vorhanden, der allerdings eher für Kleidung sinnvoll ist.


Man kann den Koffer an den Griffen oder mit dem (abnehmbaren) Tragegurt tragen oder hinter sich her ziehen. Unser Sohn ist jedesmal ganz stolz, wenn er seinen Freddie selbstständig in eine Ferienwohnung zieht. Auch wenn er zu den Großeltern fährt, ist der Koffer immer dabei. Im Urlaub fungiert er auch gern mal als Spielgerät, mit dem sich beide Kinder teilweise länger als mit ihrem Spielzeug beschäftigen. Die Verschlüsse sind für meinen nun 4 1/2-jährigen Sohn gut zu öffnen, man kann sie sogar mit einem Schlüssel, der innovativ im Tragegurt integriert ist, verschließen. Der Koffer ist im leeren Zustand nicht zu schwer. Er hat 18 Liter Stauraum und entspricht den Maßen eines Handgepäckstückes. Er ist leicht abwaschbar. Nach anderthalb Jahren Gebrauchs sieht man einige Abriebspuren, aber das beeinträchtigt ja nicht die Funktionstüchtigkeit. Leider sind die Räder sehr hart, d.h. wenn die Kinder den Koffer zuhause viel benutzen, sieht man auf unserem Laminat einige Spuren.


Wir sind sehr zufrieden mit unserem Trunki Koffer und können ihn wärmstens weiterempfehlen. Er zieht durch seine farbenfrohe und originelle Optik immer Blicke auf sich und ist wirklich sehr gut zu handhaben. Kleine Sortierfächer oder eine Innenaufteilung würden die Nutzung noch verbessern. Empfehlenswert ab 3 Jahren. Die Garantie beträgt 5 Jahre und die Koffer kosten zwischen 40 und 70 Euro.

Auf der bislang nur englischen Seite von Trunki könnt ihr euch über die verschiedenen Produkte informieren. Die britische Firma bietet auch Rucksäcke, Taschen und Kindersitze an. Bestellen könnt ihr zum Beispiel über Amazon oder Knorrtoys. Vielleicht wäre das mal eine Idee für ein schönes, praktisches Weihnachtsgeschenk?

Verlosung:

Damit eins von euren Kindern auch in den Genuss eines Trunki Kinderkoffers kommt, verlose ich zusammen mit Trunki einen Biene-Maja-Koffer (siehe Bild):


Um in den Lostopf zu hüpfen, hinterlasst mir bitte hier einen Kommentar, wohin ihr gern mit euren Kindern verreist, wie oft im Jahr ihr wegfahrt und wie sich das Reisen verändert hat, seit ihr Kinder habt. Zusätzlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir auf Facebook folgt und mir hier ein Herzchen gebt. Ist aber keine Bedingung. Bitte gebt euren Namen an!

Die Verlosung läuft bis zum 8. November 2015, 24 Uhr. Unter allen bis dahin eingehenden Kommentaren wird der Gewinner/die Gewinnerin ausgelost und hier sowie auf Facebook bekanntgegeben. Deine Adresse wird dann an Trunki weitergeleitet, der Versand erfolgt direkt von dort aus. Viel Glück! Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Mindestalter 18 Jahre. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Dieser Text entstand in Kooperation mit Trunki.

Bildrechte: Trunki (1., 3., 4., 8. Bild), Frühlingskindermama (4 private Bilder)

09.11.2015:
Der Gewinner wurde ausgelost und steht fest. Bitte schaut hier nach, ob ihr es vielleicht seid. An die Gewinnerin: bitte melde Dich per Mail bei mir. Danke! 

Freitag, 23. Oktober 2015

Erinnerungsfetzen I - Spieleparadies im Möbelhaus

Da mein Blog ja gleichzeitig so etwas wie mein Erinnerungsalbum ist, will ich in unregelmäßigen Abständen einige Erinnerungsfetzen niederschreiben. Manche Erlebnisse haben sich so ins Gehirn eingebrannt, dass ich sie mir einfach auch hier bewahren will. Vielleicht kann ich die Bilder aus meinem Kopf dadurch irgendwie festhalten.

Seit wir Kinder haben, fieberten wir dem Tag entgegen, an dem wir den Großen mal ins Spieleparadies in einem großen Möbelhaus geben konnten. 3 Jahre alt musste er dafür werden und kurz nach seinem 3. Geburtstag, um genau zu sein 11 Tage danach, am 17. März 2014, fuhren wir an einem Regennachmittag nach der Kita ins besagte, nicht weit entfernte Möbelhaus (nicht Ikea!) und machten den Großen schon im Auto neugierig. Es war auch komplett leer, als wir ankamen, also optimale Voraussetzungen. Er zeigte sich interessiert und wir meldeten ihn am Eingang an. Der erste Schock für mich war, dass kein Elternteil mit hinein durfte. Ich versuchte noch mit der Dame am Eingang zu feilschen, da er ja gerade erst 3 geworden ist und noch nie dort war, aber es war nichts zu machen. Wir mussten mit der 10 Monate alten Kleinen draußen bleiben. Dabei wollten wir gar nicht in Ruhe einkaufen gehen, sondern ihm einfach eine neue Erfahrung und Herausforderung bieten, ihn dabei aber selbstverständlich begleiten. Sicherlich gibt es Dreijährige, die sich problemlos in einer fremden Umgebung abgeben lassen. Aber dazu gehörte unser Großer nie und das muss er auch nicht.

Wir standen also in der Eingangstür, ermutigten ihn und hielten Blickkontakt zu ihm, dessen er sich auch immer wieder vergewisserte. Er ging vorsichtig ein paar Schritte, traute sich aber erstmal nicht so richtig, ins Bällebad zu hüpfen. Er wollte gern, das sah man und hätte sich mit einem von uns zusammen auch gewagt, aber allein war es schwierig. Er sah so klein und verloren aus. Das Bild habe ich bis heute vor Augen und ich sehe ihn vor mir, wie er mit sich kämpft, uns mit großen Augen anschaut und nicht genau weiß, was er machen soll. Es lag soviel in diesem Blick, ein wenig Angst, weil er allein war, aber auch der Wille, die Herausforderung anzunehmen, Vertrauen zu uns und Rückversicherung. Wir gingen dann ein Stück zur Seite und sahen ihm durch eine Glaswand zu, wie er sich Schritt für Schritt durch die Bälle zum Kletterschiff vortastete. Dort angelangt, schaute er sich alles an und überlegte wohl, was er ausprobieren könnte. Hätte er Ruhe und Muße gehabt, hätte er sich sicherlich langsam getraut, zu klettern. Leider kamen dann die ersten anderen Kinder hereingestürmt, und ich stellte mich wohlweislich wieder an den Eingang, um so nah wie möglich bei ihm zu sein. Er zog sich aus dem Bällebad zurück und beobachtete, was die anderen, größeren Kinder machten. Sein Unwohlsein stieg und ich sah, dass er nicht mehr lange aushalten würde. Es wurde immer wilder und lauter, bis er von einem größeren Jungen angerempelt wurde. Da war es natürlich aus. Er fing an zu weinen, ich winkte ihn zu mir und brauchte lange, um das aufgebrachte kleine Menschlein zu trösten. Es war alles zuviel gewesen, die erzwungene Trennung von uns direkt nach der Kita, sein zusammengekratzter Mut und dann der Rückschlag. Er zitterte richtig am ganzen Körper. Ich konnte ihn aus tiefstem Inneren verstehen und gab alles, was ich geben konnte, um ihn aufzufangen. Langsam beruhigte er sich und der weitere Nachmittag verlief ruhig und harmonisch.

An diesem Nachmittag habe ich gedacht, wie es wäre, wenn er Eltern hätte, die ihn abhärten und stählen wollen, die sagen "Stell dich doch nicht so an!", die einfach weggegangen wären und ihn alleingelassen hätten. Manche von euch werden sagen, vielleicht hätte er dann mehr Mut aufgebracht oder sich nicht von den lauten Kindern aus dem Konzept bringen lassen. Ich glaube das nicht und ich denke auch nicht, dass ihm das gutgetan hätte. Ich möchte ihn langsam an Herausforderungen heranführen und ihn nicht ins kalte Wasser schmeißen. Dafür ist er viel zu verletzlich. Ich habe mich in dieser Situation völlig im seelischen Einklang mit ihm gefühlt und gespürt, dass er exakt mein absolutes, vorwurfsloses Verständnis gebraucht hat. Und genau da habe ich auch gedacht, dass ich die richtige Mama für ihn bin, woran ich ja ab und zu zweifle. Das war so ein inniglicher Moment und mir kommen jedesmal die Tränen, wenn ich daran denke und das Bild vor mir sehe. Ein Erinnerungsfetzen, der sich eingebrannt hat aus einer Situation, wo unsere Seelen ganz tief und fest miteinander verbunden waren.

Ich habe übrigens am nächsten Tag eine Mail an das Möbelhaus geschrieben mit der Bitte, die strenge Regelung, dass keine Eltern mit ins Spieleparadies dürfen, doch zumindest bei den kleinsten Kindern etwas aufzulockern, aber leider nie eine Antwort erhalten.

Erinnerungsfetzen II
Erinnerungsfetzen III

Montag, 19. Oktober 2015

Der Verlust meines ersten Kindes und die Zeit danach

Meine Kinder sind jetzt 4 1/2 und knapp 2 1/2 Jahre alt. Mein Sternenkind wäre im Monat Oktober 11 Jahre alt geworden. ET war der 20. Oktober 2004. Das Datum vergesse ich nicht. Genauso wenig wie das Datum des Verlustes. Das war der 1. März 2004. Der 1. März wiederum war dann 7 Jahre später der ET meines Großen (geboren am 6. März 2011). So schloss sich der Kreis.

Im kalten Januar 2004, ich war 29 Jahre alt, wurde ich zum ersten Mal schwanger, nicht unbedingt geplant, aber sehr willkommen. Es passte perfekt in unsere Lebenssituation, wir waren 3 Jahre zusammen, hatten eine gemeinsame Wohnung und ich war in der Endphase meines Studiums, d.h. schrieb gerade meine Magisterarbeit. Wir freuten uns unbändig und stellten uns sofort darauf ein. Nicht eine Sekunde zweifelte ich daran, dass etwas schief gehen könnte. Ehrlich gesagt, wusste ich damals auch gar nicht, wie häufig Fehlgeburten tatsächlich vorkommen. Wir hatten gar nicht diese Phase, dass man sich erst langsam an den Gedanken gewöhnen muss, sondern waren sofort Feuer und Flamme und mit Herz und Seele bei diesem Kind.

Ich war in der 6. Woche, als ich die Schwangerschaft feststellte, und erhielt ein paar Tage darauf einen Frauenarzttermin. Das Herz konnte man da noch nicht schlagen sehen und irgendwie war der Embryo auch etwas zu klein für sein Alter, aber auch dies bereitete mir keine Sorgen. Es war einfach jenseits meiner Vorstellungskraft, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte. Beim nächsten Termin sollte ich schon den Mutterpass bekommen, ich konnte es kaum erwarten. Wir besprachen sogar schon erste Gedanken, wie wir unser Leben mit dem Baby gestalten wollten. Es gehörte wirklich sofort dazu und war mitten in unserem Kopf und Herzen. Leider kam es anders.

Am Sonntag, 29. Februar 2004, musste ich vormittags arbeiten und einen Büchertisch bestreiten. Am Abend vorher erhielt ich einen Anruf, dass die andere Kollegin leider erkrankt sei und ich deshalb allein die schwere Bücherkiste mit der Sackkarre zum Ort der Lesung fahren sollte. Ich ärgerte mich fürchterlich, hatte aber noch nichts von der Schwangerschaft erzählt und es gab auch keine andere Lösung. So karrte ich die Bücherkiste durch die Straßen und verfluchte in dem Moment meinen Job. Die Lesung war nett und ich war mittags zuhause. Am Nachmittag merkte ich gar nichts.

Am Montag, 1. März (SSW 7+5), hatte ich sofort eine Schmierblutung, als ich auf die Toilette ging. Ich war total panisch und wusste, dass etwas Fürchterliches passiert war. Mein Mann (damals Freund) musste zur Arbeit fahren und briefte mich noch, am Vormittag zur Frauenärztin zu gehen. Das machte ich auch, schilderte die Umstände und musste trotzdem heulend und blutend über eine Stunde im Wartezimmer sitzen. Das war für mich ein absolutes Unding! Klar gibt es festgelegte Termine, aber eine Frau, die gerade eine Fehlgeburt erleidet, ewig im Wartezimmer sitzen zu lassen, grenzt an Böswilligkeit. Als ich dran kam, blutete ich schon sehr und bekam nur zu hören: "Tja, da ist leider nichts mehr zu sehen." Ich war völlig aufgelöst und wusste überhaupt nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Ganz mechanisch hinter einem Schleier hörte ich mir an, wie es weitergehen und wohin ich mich wenden sollte.

Wie in Trance lief ich nach Hause, tränenüberströmt und völlig verzweifelt. Das konnte einfach nicht sein! Mein Baby war weg, von dem ich doch erst seit einer Woche wusste, das aber schon ein nicht wegzudenkender Teil von mir geworden war. Ich informierte meinen Mann und kappte dann alle Verbindungen. Am Nachmittag musste ich in die Tagesklinik fahren und mich persönlich für die Ausschabung anmelden. Warum das nicht telefonisch reichte, weiß ich nicht mehr. Es war jedenfalls eine Tortur, allein durch die Stadt zu fahren und die Welt nicht mehr zu verstehen. An meine Arbeitsstelle schrieb ich eine Mail, ich konnte nicht telefonieren. Am Abend weinten wir gemeinsam, bis ich ganz plötzlich vor Schmerzen vom Stuhl kippte. Ich sank auf dem Boden zusammen und konnte nicht mehr aufstehen. Mein Mann holte mir Kissen und Decken und ich blieb Ewigkeiten dort so liegen. Mir war wirklich wie Sterben zumute. Irgendwann wankte ich ins Bett und fragte mich nur noch, wie ich am Morgen den Weg zum Auto schaffen sollte, mit dem mein Mann mich in die Tagesklinik fahren wollte.

Morgens fühlte ich mich wie ausgeleert und ausgekotzt, zog mich mechanisch an und wir fuhren zur Tagesklinik. Mein Mann verabschiedete sich von mir und wollte mich am Nachmittag wieder abholen. Aus heutiger Sicht finde ich es unerklärlich, wieso er sich nicht einfach krankmeldete und bei mir blieb. Aber auf diese Idee kamen wir irgendwie nicht. Der untersuchende Arzt sagte vor der Ausschabung, dass schon fast alles "abgegangen" sei und nur noch der Rest ausgeschabt würde. Daher die unsäglichen Schmerzen am Abend und in der Nacht. Nach dem Eingriff verbrachten wir, 2 andere Frauen und ich, noch einige Stunden auf dem Zimmer, bis unsere Männer uns abholten. Eine Frau war schon sehr viel weiter als ich, ich glaube, in der 12. Woche, die andere ähnlich weit wie ich (7./8. Woche). Sie redeten schon wieder wie Wasserfälle und ich - ich wusste nicht, in welchem falschen Film ich mich befand, an welcher Kreuzung ich falsch abgebogen war, was mit meinem Leben passiert war, das ich so schön vor mir gesehen hatte. Es war einfach alles nur schrecklich.

Die nächsten Tage verbrachte ich eingeigelt in unserer Wohnung. Ich war 2 Wochen krankgeschrieben, der Mann musste arbeiten und ich wollte niemanden sehen und hören. Körperlich erholte ich mich ziemlich schnell, aber ich weinte ständig und war völlig leer. Etwas zu verlieren, was zu einem gehört und was man nie wieder bekommen kann, ist genauso unvorstellbar wie der eigene Tod. Es war nicht einfach nur ein Embryo, ein Zellhaufen oder sonst was, es war mein Kind, dessen und unser gemeinsames Leben ich schon vor mir gesehen habe. Mein erstes, überraschendes, aber völlig willkommenes Kind! Ich konnte es nicht glauben, dass unser gemeinsamer Weg schon zu Ende war und nie mehr gelebt werden kann. Ich hatte keinerlei Erinnerungsstücke, keinen Mutterpass, kein Ultraschallbild, lediglich die Schwangerschaftstests hebe ich bis heute auf, damit es überhaupt etwas Greifbares gibt.

An dem darauffolgenden Wochenende besuchten uns wie geplant meine Eltern. Wir hatten bis dahin noch nichts erzählt und sie waren natürlich überrascht, als sie hörten, weswegen ich krankgeschrieben war. Die Reaktion war nicht so, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt hätte, und ich kann nur hoffen, dass ich selbst einfühlsamer sein werde, sollte meine Tochter ihr Kind verlieren. Ich glaube, sie haben bis heute nicht verstanden, dass es ihr erstes Enkelkind war, was da starb. Auf einem eigentlich schönen Ausflug mit ihnen fühlte ich mich völlig falsch und es schrie in mir, dass die Erde sich doch nicht einfach so weiterdrehen konnte! Ich stand wie neben mir, noch sehr viele Monate. Ich funktionierte, nahm am Leben teil, erfüllte meine Pflichten, schrieb meine Magisterarbeit weiter, beendete mein Studium und feierte meinen 30. Geburtstag. Aber ich litt wie ein Hund. Der erste Arbeitstag nach der Krankschreibung fühlte sich so verlogen an. Alles ging weiter wie bisher, nur ich war zerbrochen. Ich weinte auch oft auf der Arbeit, im Bus und beim Spazieren.

Mein Mann schien das alles besser wegzustecken und wir sprachen, je mehr Zeit verging, immer weniger über den Verlust. Dabei wollte ich eigentlich über nichts anderes mehr sprechen. Mir ging es schlecht und immer, wenn es mir schlecht ging, schlug sich das enorm auf die Beziehung nieder. Wir hatten Kommunikationsprobleme und in den darauffolgenden Monaten eine schwere Krise. Verständlich, mein Leben lag in Scherben, so fühlte es sich für mich noch lange an. Ich beendete mein Studium, wir unternahmen weiterhin viel und machten schöne Urlaube, in denen ich mein Leid etwas vergessen konnte. Ich hatte allerdings einige körperliche Probleme, in denen ich den Schmerz um mein Baby erkannte. Da gab es viel Nasenbluten (nie zuvor und nie danach hatte ich jemals Nasenbluten). Da zerbrachen kurz vor dem ET zwei gesunde Zähne zeitlich ganz knapp nacheinander. Einer der beiden Zähne ist bis heute mein einziger Problemzahn. Ich hatte eine Röschenflechte (sonst so gut wie nie Hautprobleme) und starke Blutungen. Ich stürzte im Schwimmbad und brach mir einen Zeh, woraufhin ich wochenlang schlecht laufen konnte. Wie von Geisterhand hörte der ganze Mist im März 2005, also 1 Jahr nach der Fehlgeburt auf. Das war schon merkwürdig. Mein persönliches Trauerjahr, was mir mein Körper auch deutlich zeigte.

Ich weinte noch weiterhin sehr viel, schrieb kleine Briefe an mein verlorenes Kind, recherchierte viel über Fehlgeburten und stellte bis nach der Geburt des Großen jedes Jahr am Todestag und am ET eine Kerze und ein kleines Blümchen auf. Das war ich mir und dem Baby schuldig. Sonst sprach niemand groß darüber. Das war eigentlich das Allerschlimmste in den Monaten nach dem Verlust. Zwar hörte ich in dieser Zeit zum ersten Mal von Fehlgeburten im Familienkreis, aber es schien für alle etwas "Normales", zum Leben Dazugehörendes zu sein. Als ich zu Weihnachten 2004 bei meinen Eltern zu Besuch war und wir zusammen die Christmette besuchten, heulte ich Rotz und Wasser, als vom Kindelein in der Krippe und vom gerechten Gott die Rede war. Angebrüllt habe ich diesen Gott, an den ich sowieso nicht mehr glaubte. Ich habe jeden, wirklich jeden Tag an mein Mäuschen gedacht. Ein Jahr nach dem ET schenkte mir mein Mann einen Stern, der nach dem Baby benannt war. Das war sehr rührend. Es gibt ein Lied, was ich mit dem Baby verbinde und dessen Instrumentalteil sowas wie sein Wiegenlied ist: "That I would be good" von Alanis Morissette, der tollen, übrigens hochsensiblen Künstlerin, die auch an heftigsten postnatalen Depressionen litt, was ich damals natürlich alles noch nicht wusste, sich aber wunderbar in mein Lebensbild fügt.

Wenn ich damals gewusst hätte, was für emotional und körperlich aufzehrende Jahre noch vor uns liegen würden, bis ich wieder schwanger werden und zwei gesunde Kinder bekommen würde, ich wäre vollends verzweifelt. Eigentlich wollte ich gar kein neues, anderes Baby, ich wollte nur unser Sternenkind zurück. Es folgten viele Jahre des unerfüllten Kinderwunsches, bis ich endlich im Sommer 2010 wieder schwanger war. Zum 6. ET (20.10.2010) legten wir auf den Geburtstagstisch für unser Sternenkind daneben die ersten Klamotten für das neue Baby, das jetzt unser Großer ist. Und dann kam er und stellte alles auf den Kopf. Der letzte Eintrag im Erinnerungsbüchlein datiert vom 21.10.2011, etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Geburt des Großen. Und schaut mal, was ich da über unseren Großen schon schrieb:

Eintrag vom 21.10.2011

Und jetzt, endlich, kann ich diese Geschichte hier niederschreiben und damit für immer bewahren. Ich habe 3 Kinder, wie ich in diesem Text schon einmal schrieb: eines im Herzen und zwei gehen den Lebensweg mit mir. Das ist unglaublich traurig und schön zugleich.

Samstag, 17. Oktober 2015

Krankheitslektionen

Das ist jetzt das dritte Wochenende in Folge, dass wir hier ein Krankenlazarett sind. Diesmal hat es die Kleine mit Magen-Darm erwischt. Gestern, am Freitag, war ich am Nachmittag nach der Arbeit im Kino, was ich eigentlich schon am letzten Freitag vorhatte, was dann aber bekanntlich wegen Magen-Darm und Krankenhausbesuch des Großen ausfiel. Abends kann ich ja nicht ins Kino gehen, weil die Kleine bisher nur von mir ins Bett gebracht werden will. Also nachmittags. Ich raffte mich trotz unfitten Zustandes (Halsschmerzen, Schlappheit) auf und es hat sich gelohnt. Gesehen habe ich den Film "Er ist wieder da", dessen Dreharbeiten wir seinerzeit zum Teil von unserem Büro aus beobachten konnten. Außerdem war ich so zum Ausruhen gezwungen, das ist mittlerweile ein nicht zu verachtender Plusfaktor am Kino. Mein letzter Kinobesuch war wirklich Ewigkeiten her und da freitags mein Mann die Kinder nach der Kita bespaßt, passte das.

Ich kam zufrieden und beschwingt nach Hause und hoffte, dass mal ein unproblematisches und ereignisreicheres Wochenende vor uns liegen würde, als es in den letzten Wochen der Fall war. Naja. Kaum 10 Minuten vor meiner Rückkehr hatte sich die Kleine zum ersten Mal übergeben. Jackpot! Das ging dann noch mehrmals so, bis ich sie ins Bett brachte. Sie war aber recht gefasst und ruhig und knabberte und trank sogar zwischen den Brechanfällen. Die Nacht war erwartungsgemäß unruhig, bis 3 Uhr musste ich mehrfach Bettzeug und Handtücher wechseln, danach schliefen wir 4 Stunden ohne Zwischenfälle. Am Morgen dachte ich noch, das Schlimmste sei nun überstanden, aber das Erbrechen ging bis zum Mittag weiter. Zum Glück schlief bzw. döste sie mehrfach auf dem Sofa, auf mir und an Papa gekuschelt. Das war das Beste, was sie tun konnte, und hat uns allen den Tag sehr erleichtert.

Auf was ich eigentlich hinaus will: so unterschiedlich wie meine Kinder in ihren Wesenszügen und Denkstrukturen sind, so unterschiedlich sind sie auch als Kranke. Die Kleine, das hat man heute wieder gemerkt, ist (meist) eine stille, zurückgezogene, anschmiegsame, Halt und Körperkontakt suchende und kuschelige Patientin, die sich in ihr Los "fügt", wenn sie ihre wichtigste Bezugsperson um sich hat, die sich um sie kümmert. Will getragen werden und auf/an mir liegen, lässt sich anfassen und umsorgen. Begehrt nicht auf, sondern leidet still und vertrauensvoll. Sie konnte heute sogar den mehrmaligen Schlaf zulassen, was ich von beiden Kindern bei Krankheiten eigentlich (leider) nicht kenne.

Ganz anders der Große: so, wie er mit sich, uns und seinem Leben ringt, so kämpft er auch als Kranker, hadert, begehrt auf, wehrt ab, ist super unzufrieden und unleidlich und verwendet seine minimal verbliebenen Kräfte tatsächlich lieber auf destruktives Verhalten und Gegenwehr als auf seine eigene Genesung. Er tobt, schreit, wehrt Körperkontakt ab und quält sich sichtlich. Das war schon immer bei ihm so und macht es uns sehr schwer, ihn zu versorgen, wenn er es am Nötigsten braucht. Wenn ihr meinen Blog kennt, wird es euch nicht überraschen, wenn ich sage, dass mein Großer mir auch darin sehr ähnlich ist. Ich bin (bzw. war früher) eine schreckliche Kranke, mir konnte man nichts recht machen, ich war todunglücklich und haderte mit meinem Schicksal. Genauso ist es bei meinem Großen auch. Und trotzdem weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, was ich machen soll. Er will einerseits seine Ruhe, wenn er krank ist, er tobt, schreit und hält sich die Ohren zu, wenn es ihm zu unruhig ist. Andererseits will er aber auch nicht alleine bleiben. Man weiß also nicht, soll man bleiben oder gehen. Er will nicht kuscheln, er will keine Nähe, er will nicht umsorgt werden, er will selbst agieren. Er hasst es, wenn er nicht sein eigener Herr, in dem Falle Herr seines Körpers, ist. Das ging mir immer ganz genauso. Vielleicht ist auch das ein Charakteristikum eines autonomen Kindes? Wie sind eure autonomen Kinder als Patienten, hadernd oder schicksalsergeben? Er hat nie, weder als Baby noch heute, mehr geschlafen, wenn er krank war, sondern meist deutlich weniger, so dass alles noch kräftezehrender war. Ich fühle mich regelrecht ausgesaugt nach Krankheitstagen mit ihm. Der Tag heute mit der kranken Kleinen war dagegen bis auf die kurze Nacht nicht extrem kräftezehrend (ich war ja auch nicht allein). Man kann sie besser auffangen, stützen und sie lässt das auch zu. Der Große nicht.

Man sieht also, die Unterschiedlichkeit meiner Kinder zieht sich wirklich durch alle Bereiche des Lebens und macht es für uns entsprechend schwerer oder leichter. Am Beispiel ihrer beiden kurz aufeinanderfolgenden Krankheiten hat man wieder einmal deutlich gesehen, wie jedes Kind tickt. Doch warum kann ich, obwohl ich den Großen verstehe und ihm auch darin ähnlich bin, ihn nicht oder schlechter unterstützen als die Kleine? Ich selbst konnte Hilfe lange Zeit schlecht zulassen und so ist es bei ihm auch. Wie kann man diesen Kreislauf unterbrechen, wie kann ich ihm nahebringen, dass er sich im übertragenen Sinne an uns lehnen muss, damit es ihm besser geht? Er will das aber nicht, er sträubt sich mit Leibeskräften gegen alles, wirklich alles. Da ist alles, was man tut, nicht nur anstrengend, sondern auch gefühlt irgendwie nutzlos. Es ändert nichts an seinem subjektiven Befinden, ob sich jemand liebevoll um ihn kümmert. Die Crux an der Sache ist: das ist bei mir genauso. Nur bin ich erwachsen, vernünftig und selbstständig. Er ist dagegen auf uns angewiesen. Für ihn sowieso schon schwer zu ertragen, und bei Krankheit noch schwerer. Wie kann man so etwas "aufweichen"? Was macht ihr, wenn eure kranken Kinder sich gegen eure Fürsorge wehren?

Am Nachmittag, als es der Kleinen besser ging und sie mit dem Papa allein bleiben konnte, besuchte ich mit dem Großen ein Kindertheater in unserer Nähe, damit er wenigstens noch etwas von dem Tag hat, und wir sahen uns zu zweit das Puppenspiel "Der Zauberer von Oz" an. Nun hoffen wir, dass endlich mal Licht am Horizont auftaucht und wir alle wieder etwas stabiler werden als in den letzten Wochen. Es zehrt...

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Abstimmungsende Piraten-Spielturm

Die Abstimmung im Rahmen der Blogparade #Kinderträume ist beendet. Unser Piraten-Spielturm ist mit 208 Stimmen auf dem 7. Platz von insgesamt 16 Bewerbern gelandet, also im guten Mittelfeld. Darüber freue ich mich sehr. Leider hat es nicht ganz für die ersten 5 Plätze gereicht, unter denen jetzt ein Gewinner ausgewählt wird. Die ersten 5 sind aber alle tolle Kandidaten mit wunderbaren Wünschen und ich gönne jedem von ihnen den Gewinn von Herzen. Vielen Dank an alle, die uns unterstützt und immer wieder für uns gevotet haben.

Vielleicht finden wir eine andere Möglichkeit, den Piraten-Spielturm nächstes Jahr doch noch im Garten aufzubauen. Wir werden sehen...

Und so ist das Voting unter den ersten 5 ausgegangen:
http://www.smava.de/blog/smava-aktuell/blogparade-der-kleine-grosse-jamie-ruehrt-die-smava-leser/

Danke an alle!

Montag, 12. Oktober 2015

Herbstabneigung und Frühlingssehnsucht

Ich mag den Herbst nicht. Seit Anfang September fühle ich mich kränklich und hatte keine richtig fitte Woche am Stück. Meine Hände werden rau und rissig, meine Glieder schmerzen und ich habe weniger Energie. Nach und nach werden alle Familienmitglieder krank. Es wird abends früh dunkel und morgens ist es kalt in der Wohnung. Zumindest kann man sich mit den Kindern nach der Kita noch draußen aufhalten. Das wird auch bald vorüber sein. Die Gartensaison ist zuende und es heißt wieder, ein halbes Jahr durchhalten bis zum Aufblühen der Natur und der Seele. Das macht mich traurig.

Von Jahr zu Jahr scheint mir der Übergang zum Herbst schwerer zu fallen. Am liebsten würde ich die Monate Oktober bis März komplett in warmen Gefilden verbringen. Ich brauche keine Hitze und auch nicht nur Sonnenschein, aber ein mildes Klima ohne große Schwankungen, mit Pflanzen, die auch im Winter blühen, einem warmen Wind und einer längeren Tagesdauer. Wir sind ja früher, vor den Kindern, gern im Winter auf die Kanaren, die "Inseln des ewigen Frühlings", geflogen. Das war ein Traum, zumindest, wenn sich kein Regengebiet einnistete. Meine rauen Hände wurden sofort wieder geschmeidig, Krankheiten und Zipperlein verblassten und die Laune besserte sich. Die Sonne und Wärme wirkt sich sofort positiv auf das Allgemeinbefinden aus, das merkt man gerade im Winter durch den Kontrast sehr stark. Der Anblick blühender Pflanzen ist für das Auge ein Genuss und Winterjacke und Handschuhe können getrost im Koffer bleiben. Es entsteht wirklich ein ganz anderes Lebensgefühl, das haben wir oft genug am eigenen Leib erfahren.


Leider ist die Flugstrecke mit fast 5 h sehr lang und mit sehr unruhigen und nicht einfach so einschlafenden Kindern schwer zu bewältigen. Wir waren das letzte Mal im Januar 2013 mit dem Großen im Alter von 1 3/4 Jahren (schwanger mit der Kleinen) für 2 Wochen auf den Kanaren und abgesehen von der sehr anstrengenden An- und Abreise war es traumhaft. Der Große ist damals total aufgeblüht, hat einen Mega-Sprachschub gemacht und sich sehr wohlgefühlt. Das haben alle gemerkt. Ich habe große Sehnsucht nach unseren winterlichen Auszeiten im warmen Süden. Trotzdem trauen wir uns mit 2 Kindern nicht ran. Sie werden im Flugzeug nur mit Mühe oder gar nicht schlafen und sind wirklich sehr hibbelig. Die Flüge würden also der Horror sein. Die Mahlzeiten sind bei uns immer sehr kurz und unruhig, wir würden also im Urlaub viele Tage nicht gescheit essen können. Mit dem Großen allein war es so, dass sich einer beim Essen immer um ihn gekümmert hat und der andere essen konnte. Das geht mit zwei Kindern nicht mehr. Da kriegt man dann schon Muffensausen.

Eine weitere große Hürde ist die finanzielle Seite. Wenn ich überlege, was wir früher zu zweit für Flugurlaube ausgegeben haben und jetzt zu viert ausgeben müssten, dann liegen da Welten dazwischen. Das ist echt Wahnsinn, eine Sache, die ich völlig unterschätzt habe. Ich mag auch nicht einen großen Urlaub machen und dann 2 Jahre gar nichts mehr. Ich brauche lieber öfter kürzere Ortswechsel und kleine Etappen im Alltagsleben. Das ist auch finanziell ganz gut drin. Aber so ein Flugurlaub, der haut schon rein. Allerdings wird es noch teurer, wenn der Große in 2 Jahren in der Schule ist und wir nur noch in den Ferien verreisen können. Und was nützt das Geld, wenn man es auf der Bank bunkert und dafür unzufrieden und sehnsuchtsvoll ist. Also was tun?



Gerade jetzt, wo wir alle wieder zum Teil parallel mit Grippe, Magen-Darm und Fieber krank waren, steigt die Sehnsucht nach Sonne und Wärme. Sogar den Großen hatte es am Freitag mit Magen-Darm erwischt, nachdem er die Tage davor schon schwankend erhöhte Temperatur hatte. Laut Kinderärztin war er schon so dehydriert, dass sie ihn ins Krankenhaus überwiesen hat. Zum Glück konnte er abends wieder nach Hause und es geht ihm wieder besser. Gestern hatte es mich dann erwischt und jetzt mag ich nicht mehr. Ich will weg! Ich weiß, dass es auch schöne Herbst- und Wintertage hier gibt, mit strahlendem Sonnenschein und schimmerndem Schnee. Aber insgesamt fühlt sich die kalte Jahreszeit für mich viel zu lang an, und dabei hat sie erst begonnen. Meine Kinder sind leider keine Kandidaten, mit denen man sich zuhause "einkuscheln" und es sich gemütlich machen kann. Sie brauchen Bewegung und Abwechslung und vertragen sich draußen am besten. Auch ich selbst muss raus, sonst werde ich unleidlich. Am liebsten natürlich bei angenehmem Wetter. Im warmen Süden...:)

Wie ist es bei euch, seid ihr Herbst-/Winterfans? Wie bleibt ihr optimistisch, wenn ihr oder die Kinder ständig krank seid, vor allem, wenn ihr wie wir keinerlei familiäre Unterstützung vor Ort habt? Macht ihr als Familie Flugurlaube? Verzichtet ihr dafür auf andere Dinge oder wie sind eure Prioritäten verteilt?

Und bitte stimmt noch einmal kräftig für unseren Piraten-Spielturm ab! Bis Mittwoch 1x täglich hier voten und uns noch ein wenig voranbringen. Vielen Dank!

Samstag, 10. Oktober 2015

Verschiedene Kinder - verschiedene Schlaflösungen

Die Villa Schaukelpferd hat zum ElternRat - Familienbett: Ja oder nein? aufgerufen und die Bloginhaberin Christine hat selbst einen schönen, ehrlichen Beitrag dazu verfasst. Zwar habe ich  schon mehrmals über das Schlafverhalten meiner Kinder geschrieben (hier und hier), möchte aber mit einem etwas anderen Fokus erneut auf das Thema eingehen. Denn der Text von Christine, der beschreibt, dass sie kein Familienbett praktizierte, weil sie wenigstens nachts den Abstand zu ihren Kindern und einen Ich-Platz brauchte, hat meine eigenen Erinnerungen an die Babyzeit des Großen geweckt. Sie schreibt: "Ich brauchte in meiner auslaugenden Mutterrolle mit all der Fremdbestimmtheit, die ich erlebte, einen Ort, an den ich mich zurückziehen konnte. Ein Ort, wo ich immer noch Ich sein konnte." Bei Christine blieb es auch beim zweiten Kind so, dass jedes Kind in seinem Zimmer schläft und der ursprüngliche Wunsch nach einem Familienbett aus Selbstschutzgründen nicht umgesetzt wurde. Bei mir dagegen, die ich beim Großen genauso wie Christine empfunden hatte, war es beim zweiten Mal ganz anders - bis heute schlafe ich mit der Kleinen zusammen.

Ich hatte früher nie den Wunsch oder die Vorstellung eines Familienbettes. Dafür war ich einerseits viel zu ängstlich in Bezug auf SIDS und andererseits brauchte ich meinen Platz und meine Ruhe. Ich wollte, dass meine Kinder im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer nächtigen. Ca. mit einem Jahr, je nach Entwicklung des Kindes, sollten sie ins eigene Zimmer ausquartiert werden. Naja, es kam alles anders, wie so oft mit Kindern. Nach der traumatischen Geburt des Großen hätte ich am liebsten schon in der Wochenbettzeit nachts eine räumliche Distanz zum Baby gehabt. Er war ja tagsüber so fordernd, nicht ablegbar und immer am Körper, entweder durch Herumtragen-Müssen oder durch's Dauerstillen. Das war zuviel für mich, von Anfang an.

Nachdem der Versuch, dass wir alle 3 zusammen schlafen, schon im Krankenhaus fehlschlug, versuchten wir es zuhause nur noch kurz und wählten dann das Modell, in dem mein Mann die erste Nachthälfte mit dem Großen verbrachte und ich die zweite Nachthäfte. Der Große schlief in seinem Beistellbettchen. Jeder kam so auf ca. 3 Stunden guten (da allein) und die gleiche Menge schlechten, unterbrochenen oder gar keinen Schlafs. Man merkte aber deutlich, dass den Großen die Anwesenheit einer anderen Person neben sich störte, noch unruhiger machte und man selbst auch gar nicht zur Ruhe kam, da er komische Geräusche machte und überhaupt nicht tief zu schlafen schien. Er war ja von Anfang an ein sehr schlechter Schläfer, der vom leisen Knacken eines Fußgelenks aufwachte. All das war später bei der Kleinen gar nicht der Fall, weshalb ja auch unsere Schlaflösung anders wurde.

Hinzu kamen meine eigenen Empfindungen, die den von Christine beschriebenen glichen. Der Tag war so mörderanstrengend und von Körperlichkeit geprägt. Ich fühlte mich sehr fremdbestimmt und meiner Freiheit beraubt. Ich spürte mich selbst gar nicht mehr. Ich brauchte wenigstens in der Nacht eine räumliche Distanz zum Baby. Es war mir alles zu eng, zu viel, zu körperlich. Ich konnte und wollte das nicht. Ich wollte Abstand. Ich hatte nicht das Bedürfnis, mit diesem Kind in einem Zimmer, geschweige denn in einem Bett zu schlafen. Wenn ich das gegen meine Bedürfnisse gemacht hätte, um an einer eigenen oder gesellschaftlichen Vorstellung festzuhalten, wäre ich kaputt gegangen. Ich war traurig darüber, ja, aber es gab keine andere Lösung. Wir quartierten den Großen mit 9 Wochen ins Kinderzimmer um.

Dort schlief er gepuckt in seinem Babybett und ich ging zum Stillen hinüber, setzte mich mit ihm in den Stillsessel und legte ihn dann wieder zurück. Jedesmal ein sehr langwieriges und riskantes Unterfangen, ebenso wie das abendliche Zubettbringen, aber im Endeffekt alternativlos. In guten Nächten wurde er 2-3x wach, in schlechten Nächten unzählige Male, oft kurz hintereinander. Natürlich entstanden Aggressionen, wenn man zum 10. Mal hintereinander rübergehen musste, aus dem Tiefschlaf gerissen wurde oder er seine häufigen nächtlichen Wachphasen von ziemlich genau 3 Stunden hatte. Natürlich musste überwiegend ich aufstehen, weil er gestillt werden wollte. Durch das lange Sitzen im Stillsessel fand ich sehr schlecht in den Schlaf zurück und haderte oft mit der Situation. Aber der Wunsch nach nächtlichem Abstand war noch stärker. Also blieb es bei dieser Lösung. Mit 15 1/2 Monaten begann er, erkennbar besser zu schlafen, und erst mit 3 1/4 Jahren schlief er zuverlässig durch. Seit dem Alter von 9 Wochen schläft er also allein in seinem Kinderzimmer.

Bei der Kleinen war alles anders, auch schon von Anfang an. Da sie mir tagsüber genug Raum und Zeit für mich ließ, nicht so exzessiv stillte und sehr unkompliziert war, störte mich ihre nahe Anwesenheit überhaupt nicht. Im Krankenhaus ließ ich sie gern mal auf meinem Bauch schlafen, weil ich wusste, dass sie dann auch wieder allein in ihrem Bettchen schläft und ich für mich bin. Zuhause schlief sie von Beginn an mit mir im Schlafzimmer, die ersten 6 Monate mit mir im Bett, danach mit Schwankungen in ihrem Kinderbett und aktuell wieder mit mir im Doppelbett. Sie war bis auf einige Phasen eine viel ruhigere, weniger störungsanfällige Schläferin als der Große, und ihre körperliche Nähe machte mir nichts aus. Zwar wachte sie noch in höherem Alter als der Große öfter auf, fand aber meist schnell zurück in den Schlaf. Außerdem konnte ich im Bett sofort auf sie reagieren und der Große wurde nicht wach. Insofern war diese Lösung eine Mischung aus praktischen Erwägungen und eigenen sowie Bedürfnissen des Kindes. Bis heute hat sie nicht den Wunsch, im Kinderzimmer bei ihrem Bruder zu schlafen, was wir sie schon mehrfach gefragt haben und eigentlich viel früher durchführen wollten. Sie ist zufrieden, mich stört es nicht, also bleibt es vorerst so.

Manchmal denke ich jetzt rückblickend, ob ich mit dem Großen nicht später nochmal hätte probieren sollen, nahe beieinander zu schlafen. Vielleicht hätte es ihn, als er aus der unruhigen Erstschläferzeit heraus war, beruhigt, mich neben sich zu spüren und sofort stillen zu können. Für diesen Gedanken spricht, dass er nach den schlimmen ersten Wochen am längsten mit mir im Stillsessel und auf der Gartenliege, also mit Körperkontakt, schlief. Zwar war er nie ein Kuschelkind, aber ein Gerne-Stillkind. Aber ich weiß, damit hätte ich meine Bedürfnisse eklatant übergangen. Es hätte meinerseits einfach nicht funktioniert. Ich bedauere das schon ein wenig, aber es ging nicht anders. Umso schöner und spannender, dass es mit der Kleinen anders war. Ich denke deshalb, dass die Umsetzung des Familienbetts kind- und situationsabhängig ist. Was bei der einen Familie super funktioniert, damit sind andere todunglücklich. Und was bei dem einen Kind funktioniert, kann beim nächsten ganz anders sein. Aber diese Lektion lernt man gegebenenfalls auch erst beim nächsten Kind. Nach den Schlaferfahrungen mit dem Großen hätte ich mir jedenfalls nie vorstellen können, mit einem Kind jahrelang in einem Zimmer oder gar Bett zu schlafen. Genauso ist es aber bei mir gekommen. Bei Christine, der Initiatorin vom ElternRat: Familienbett - Ja oder Nein? nicht. Und so ist jeder mit seiner Lösung zufrieden.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Spielchen beim Abholen aus der Kita

Jeden Tag erwartet mich ein neues Spielchen beim Abholen meiner Kinder. Besonders mein Großer denkt sich täglich neue, lustige Sachen aus, um das ganze Prozedere möglichst spannend zu gestalten. Nur dass ich es meistens weder lustig noch spannend finde, sondern einfach nur nervig und provozierend. Aber das scheint ihn nicht zu tangieren.

Heute war einer der ersten Tage in diesem Herbst, an dem ich die Kinder nicht im Garten, sondern aus ihren Gruppenräumen abholte. Zuerst die Kleine, die wie üblich zu mir kam, sich an mich schmiegte und sich bereitwillig nach oben tragen ließ, zu den Gruppenräumen des Großen. Dort sah ich ihn nicht und suchte ihn in 3 Gruppenräumen, befragte 2 Erzieher und seine Freunde, ob sie wüssten, wo er wäre. Er war nicht zu finden, weder in der Garderobe noch in der Toilette. Ich ging also zurück in den Gruppenraum und fand ihn dann doch hinter einem Regal hockend, das zwar direkt neben der Tür stand, aber nicht einsehbar war. Er hatte aber ganz sicher meine Stimme gehört und mich vielleicht auch gesehen, als ich mich mit einem Erzieher unterhielt, aber sich trotzdem nicht bemerkbar gemacht. Ein wahrlich lustiges Spiel!

Es war auf jeden Fall gut, dass er sich ein ruhiges Plätzchen gesucht hatte im Trubel des Gruppenraums. Wenn er wegen Regenwetters den ganzen Tag nicht raus in den Garten kann, wird ihm der Lärm und die Unruhe spätestens am Nachmittag zuviel. Auch geht es ihm zur Zeit nicht gut, er ist angeschlagen und schrie heute abend vor Schmerzen (vermutlich Ohrenschmerzen). Insofern ein für ihn passendes und richtiges Verhalten, sich in der Kita zurückzuziehen. Aber auch typisch für ihn, bewusst nicht zu reagieren, wenn man ihn abholen kommt.

Anderes Beispiel: wenn ich die Kinder im Kita-Garten abhole, hält die Kleine meist schon Ausschau nach mir und kommt oft (nicht immer) angelaufen, wenn sie mich sieht. Den Großen dagegen muss ich meist suchen, da er sich aktiv vor mir versteckt. Manchmal habe ich ihn schon beim Kommen erspäht und spiele sein Spielchen mit. Er versteckt sich, ich laufe hinterher, er rennt weg, ich suche ihn. Sobald ich ihn aus den Augen lasse, verschwindet er ganz woanders hin. Das ist am Anfang noch spaßig, vor allem für die anderen Kinder, aber nach einer Viertelstunde und vor allem mit der immer ungeduldiger werdenden Kleinen auf dem Arm sinkt meine Laune. Ich habe natürlich auch schon oft probiert, mich einfach irgendwohin zu setzen, in der Hoffnung, dass er schnell zu mir käme. Tut er nicht, hat er noch nie getan, auch wenn wir unterwegs sind, macht er das nie.

Manchmal hilft es, wenn seine Erzieherin mir beisteht und zu ihm sagt: "Hopp hopp, Mama will gehen!", dann bewegt er sich endlich. Manchmal klappt es auch, dass er zu mir kommt, wenn ich mich im Garten mit einer Erzieherin oder einer anderen Mama unterhalte. Dann kann er sozusagen selbst entscheiden, wann er kommen möchte. Wenn ich das aber will, bewegt sich gar nichts. Ein wirklich lustiges Prozedere. Und danach geht es ja noch weiter: Toilette, waschen, Garderobe, Bilder gucken, nochmal ein bisschen hier und da boykottieren und so dauert es nicht selten 45 min., bis wir die Kita verlassen. Darin nehmen sich beide Kinder nichts, die Kleine zickt auch ab und zu beim Rausgehen, und jeder Tag birgt wieder die Überraschung, wie es wohl laufen wird beim Abholen. Insofern wird es nie langweilig. Zum Glück bin ich nicht mehr so extrem angespannt wie früher. Ich nehme es zähneknirschend so, wie es kommt und vergrabe meine Ungeduld ganz tief in mir. Doch manchmal wird es selbst der Buddha-Mama zuviel und sie verweigert jegliche weiteren Spielchen. Bis zum nächsten Tag;)

Wahrscheinlich bin ich diejenige Mutter, die die längste Abholdauer vorweisen kann. Und die die lustigsten Spielchen mit ihrem Sohn spielen muss. Ich sehe, wie andere Eltern beim Abholen an mir vorbeiziehen wie in einem Langstreckenlauf. Kommen später als ich, gehen viel früher wieder raus. Die Kinder laufen an der Hand und erzählen vom Kitatag. Also die anderen, meine nicht. Kein Drama, sondern spaßig. Naja, nicht immer. Um ehrlich zu sein, eher selten. Aber so ist das nun mal mit meinen Kindern.

Zum Schluss wieder die Bitte, für unseren Traum, den Piraten-Spielturm, abzustimmen. Bis zum 14.10.2015 könnt ihr täglich 1 Stimme vergeben. Und wir brauchen noch ein paar Stimmen, um unter die ersten 5 zu kommen. Vielen lieben Dank!
Bitte hier abstimmen.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Ein bescheidenes Wochenende ohne Bilder

Das war echt ein Wochenende zum Vergessen. Bescheiden, mühsam, anstrengend und sehr nervenaufreibend. Am Samstag war die Kleine plötzlich krank. Am Freitag war sie noch quietschfidel, in der Nacht kam sie mir etwas warm vor und bat ständig um Wasser. Morgens war alles in Ordnung. Erst, als wir uns anziehen und in unseren Garten fahren wollten, wirkte sie schlapp und ich fühlte ihre Stirn. Heiß! 39,2°C Fieber. Meine Kinder haben so gut wie nie Fieber! Sie hatte sonst gar nichts, nicht mal Husten oder Schnupfen. Merkwürdig. Sie baute mit der hohen Temperatur sofort immens ab und war total schlapp und anhänglich. Wollte nur getragen und nicht abgesetzt werden. Wir fuhren trotzdem in unseren Garten.

Dort erwartete uns eine sehr unangenehme Überraschung. Auf der einen Seite gab es neue Nachbarn und diese hatten am letzten Wochenende, als wir (wegen des Großelternbesuchs) nicht im Garten waren, fast die komplette Sichtschutzhecke zwischen unseren Gärten weggemacht. Es war ein Alptraum, unser Rückzugsbereich, unsere Ruheoase war verschwunden und wir hofften inständig, dass die Neuen für adäquaten Ersatz sorgen würden. Als sie kamen, fragten wir sofort danach, aber leider wirkten sie ganz überrascht ob unserer Nachfrage. Grummel! Also müssen wir wahrscheinlich in den sauren Apfel beißen und uns um Sichtschutz kümmern. Weder möchten wir am Wochenende auf dem Präsentierteller sitzen noch auf Schritt und Tritt beobachtet werden. Sehr unschön und enttäuschend.

Den ganzen Samstag war die Kleine sehr matt, aber zum Glück nicht sehr quengelig. Sie schlief im Auto nur 45 min., was natürlich zu wenig für ein Fieberkind ist. Deshalb wanderte ich mit ihr im Buggy bei herrlichstem Herbstwetter noch 1 h über die Felder hinter unserem Garten. Sie döste, schlug aber sofort die Augen auf, wenn ich stehenblieb. Also immer laufen, wie zu Babyzeiten mit dem Großen. Danach war sie halbwegs ausgeruht und wir konnten sie im Garten auf die Liege setzen, ohne sie herumtragen zu müssen. Am späten Nachmittag erbrach sie dann und wirkte wieder fiebriger, hatte später noch 39,6°C. Sehr sehr ungewöhnlich. Keine sonstigen Krankheitsanzeichen. Zuhause lag sie dann nur noch wie ein nasser Sack auf mir und wir kuschelten auf der Couch. Zum Glück ließ sie sich anstandslos ins Bett bringen. Die Nacht war unruhig.

Heute, am Sonntag, war sie wieder fieberfrei und wirkte fitter, aß wieder, lachte und spielte. Zum Glück! Dafür waren mein Mann und ich, wie auch schon die letzten Tage, ziemlich angeschlagen. Am Vormittag musste ich mich sogar für eine Stunde hinlegen, so schlecht ging es mir. Wir blieben also zuhause und fuhren erst über Mittag in den Garten. Die Kinder schliefen im Auto, die Kleine allerdings wieder zu kurz. Sie wachte schreiend auf und weckte damit auch den Großen. Mein Mann schob sie im Buggy wieder über die Felder hinter unserem Garten, so dass sie sich noch etwas ausruhen konnte. Der Große blieb bei mir im Garten.

Am Nachmittag waren beide Kinder ziemlich schräg drauf, meckerten und nörgelten viel, waren streitsüchtig und kompromisslos, und durch unsere eigene miese Verfassung war das alles noch schwerer zu ertragen als sonst. Zum Glück ging es mir dann wieder etwas besser, so dass ich mit den Kindern noch für eine Stunde allein auf die Felder gehen konnte. Das geplante Drachensteigen war allerdings nicht mal 5 Minuten attraktiv, der Große weinte, weil er hinfiel, die Kleine weinte, weil ich mich mehr als 10 Meter von ihr entfernte, und so ließen wir das bleiben und besuchten wie immer "unsere" Heckrinder. Das Abendprogramm verlief glücklicherweise reibungslos.

Das war wirklich kein schönes Wochenende. Schade, denn das Wetter war traumhaft und die Gartensaison ist nun wohl endgültig vorbei. Der Fiebertag der Kleinen war unerklärlich und unsere angeschlagene Verfassung schlägt sich natürlich auch auf die Laune und die Geduld mit den Kindern nieder. An solchen Tagen wünschen wir uns sehnsüchtig Großeltern oder Verwandte, denen man die Kinder mal für ein paar Stunden auf's Auge drücken kann, und hören bzw. lesen neidvoll von kurzzeitig kinderlosen Eltern. Wir müssen immer selbst funktionieren, egal ob wir gesund oder krank, fröhlich oder traurig, gut oder schlecht gelaunt sind. Das ist sehr anstrengend. Eine Lösung dafür gibt es nicht wirklich. Nun hoffen wir auf eine bessere Woche und vor allem, dass das Fieber der Kleinen eine "Eintagsfliege" war.

Zum Schluss nochmal die Bitte, für unseren Traum, den Piraten-Spielturm, abzustimmen. Bis zum 14.10.2015 könnt ihr täglich 1 Stimme vergeben. Vielen lieben Dank!
Bitte hier voten.

P.S. Ein paar Bilder habe ich trotzdem von dem Wochenende gemacht ;)