Samstag, 31. Januar 2015

Elf Fragen und mehr Antworten - Liebster Award

Ich mache mal bei einem virtuellen Kettenbrief, dem Liebster Award mit, für den mich netterweise Manati von Manatis Welt nominiert hat. Da die Fragen von Manati ausgewählt wurden und ich keinerlei Einflussmöglichkeit darauf hatte ;), erfahrt ihr hoffentlich ein paar neue interessante Fakten über mich. Der Liebster Award soll kleinere Blogs bekannter machen und deshalb beteilige ich mich gern. Vielen Dank für die Nominierung!
(Am 13.02.2015 wurde ich auch noch von Sonnenschein und Regenschauer nominiert. Vielen Dank dafür!)

Die Fragen und meine Antworten:

1. Nenne mindestens 5 deiner hervorstechendsten Eigenschaften. 

Ich bin unheimlich gerechtigkeitsliebend, um nicht zu sagen -fanatisch. Ich bin sehr reflektiert und könnte stundenlang und immer wieder über Probleme aus allen möglichen Perspektiven diskutieren. Ich bin leider etwas ungeduldig mit anderen, weil ich in meinem Kopf immer schon einen Schritt weiter bin. Ich habe früher Smalltalk über alles gehasst, bin darin aber seit den Kindern viel besser geworden. Ich bin sehr gewissenhaft und perfektionistisch (das kann positiv oder negativ sein;))
2. Bei was kannst du richtig gut abschalten?

Generell fällt es mir sehr schwer, abzuschalten und runterzukommen. Ich brauche dafür viel Zeit, die man naturgemäß mit kleinen Kindern nicht mehr hat. Das belastet mich oft sehr. Früher konnte ich gut mit Büchern oder bei schönen Unternehmungen abschalten. Jetzt eher beim Bloggen oder Twittern. Und auf der Arbeit schalte ich seit den Kindern tatsächlich ganz gut von zuhause ab. Das hätte ich früher nie für möglich gehalten.
3. Was ist deine liebste Jahreszeit? 

Ich glaube, der Frühling. Meine beiden Kinder sind auch im Frühling geboren (März und Mai), weshalb mein Blog "Frühlingskindermama" heißt. Und ich fahre auch am liebsten auf die "Inseln des ewigen Frühlings". Ich liebe den Mandel- und Zitrusblütenduft.
4. Seit wann bloggst du und was ist das Ziel deines Blogs (sofern es eins gibt)? 

Ich blogge erst seit November 2014, vor allem als Tagebuch für mich selbst und zur Kommunikation und zum Austausch mit anderen. Das Bedürfnis danach ist seit den Kindern enorm angestiegen;). Gleichgesinnte zu den von mir auf dem Blog angeschnittenen Themen zu finden bedeutet mir sehr viel, weil es mir daran im realen Leben leider etwas mangelt.
5. Was ist dein Lieblingsbuch?

Ich habe einige Herzensbücher, aber das Buch, was mich als Erwachsene vielleicht am meisten berührt hat, ist "Paula" von Isabel Allende. Darin beschreibt und verarbeitet sie den Tod ihrer noch nicht einmal 30-jährigen Tochter Paula. Der Verlust des eigenen Kindes ist das Grausamste, was einem widerfahren kann. Sehr traurig und kraftvoll zugleich.
6. Wer oder was inspiriert dich?

Bücher, Mamablogs, Reisen, meine Kinder, tiefgründige und reflektierte Diskussionen...

7. Welches ist dein Lieblingsessen?

Ich bin ein herzhafter Esser, mag gern Fleisch und warme Gerichte. Ich liebe die orientalische und Mittelmeerküche und bin tendenziell ein Genussesser. Dass meine beiden Kinder genau das Gegenteil sind, macht für mich viele unserer Mahlzeiten zur Qual.

8. Was machst du, um gute Laune zu bekommen?

Um gute Laune zu bekommen, brauche ich vor allem Zeit für mich. Das kann ich oft nicht beeinflussen, aber ich merke, dass ich umso ungeduldiger und genervter mit den Kindern umgehe, je weniger Muße ich selbst hatte. Deshalb versuche ich, mir klitzekleine Ruhe-Oasen zu schaffen.

9. Bist du ein Tag- oder Nachtmensch?

Tendenziell eher ein Nachtmensch. Bis heute fällt es mir schwer, zeitig mit den Kindern aufzustehen. Muss ich aber, da sie es einfordern. Und da ich vor allem abends blogge, fällt der Nachtschlaf zugunsten der Freizeit auch noch recht kurz aus. Zumindest schlafen beide Kinder seit wenigen Monaten relativ zuverlässig durch. Fast 4 Jahre Schlafentzug ist wirklich Folter.

10. Hast du einen materiellen Wunsch und wenn ja, was?

Naja, ich hätte schon gern ein Haus, bin aber skeptisch gegenüber allem, was damit zusammenhängt (Verpflichtungen, Ortsgebundenheit). Außerdem würde ich sehr gern ein Ferienhaus auf den Kanaren besitzen, die ich liebe und wo ich eigentlich regelmäßig hinfahren möchte.

11. Gibt es etwas, das du in der Schwangerschaft vermisst (hast)? 

Ab ca. der Hälfte habe ich es vermisst, auf dem Bauch zu schlafen. Ansonsten habe ich mich nicht großartig eingeschränkt. Und wenn ich gewusst hätte, was ich nach der Geburt alles vermissen würde, wären mir die Einschränkungen in der Schwangerschaft wie Pipifax vorgekommen.

Und nun die Regeln für meine nominierten Blogs, die weiter unten zu finden sind.

Die Regeln an die Nominierten:

  1. Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Artikel (also mich).
  2. Beantworte die 11 Fragen, die Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1000 Follower haben.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in Deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
  6. Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
Und ich nominiere:
(ich habe nicht nachgeprüft, ob meine Nominierten schon einmal mitgemacht haben; also falls ja, einfach ignorieren, ansonsten viel Spaß beim Mitmachen):

Teilzeitmutter
Zwergenzimmerchen
Das wird ein gutes Jahr
Mama Natur
Andalusienmutti
good2bmum
ITMama
BerlOndonMama

Meine Fragen an die Nominierten:

  1. Beschreibe Deinen Blog und Dich in Kurzform.
  2. Wissen Deine Freunde/ Familie, dass Du bloggst? Wenn ja, was sagen sie dazu?
  3. Kannst Du Dich erinnern, was der erste Blog war, den Du regelmäßig gelesen hast?
  4. Hast Du Dir das Mamasein so oder anders vorgestellt?
  5. Wie schaffst Du Dir als Mama Ruheinseln im Alltag, um aufzutanken?
  6. Was ist Dein Lieblingsreiseziel?
  7. Was war die größte Peinlichkeit in Deinem Leben, falls Du Dich erinnerst?
  8. Was findest Du an Dir sympathisch?
  9. Womit kann man Dir eine große Freude machen?
  10. Was nervt Dich an anderen Menschen?
  11. Was wünschst Du Dir für Deine Kinder?
Viel Spaß!!
                                                Liebster Award,schlaflose muttis,Mama Blog,Mutter Blog

Dienstag, 27. Januar 2015

Nicht einmischen ist manchmal sehr schwer

Mir geht eine Situation nicht aus dem Kopf, die ich gestern beim Abholen der Kinder aus der Kita erlebte und die mir einen kalten Schauer über den Rücken jagte, obwohl ich es nur zufällig mitbekommen hatte und es mich gar nichts angeht.

Als ich die Kinder in der Garderobe anzog, sprach eine Mama eines Mädchens, das in die gleiche Gruppe wie meine Kleine geht, eine auf dem Flur herumlaufende Erzieherin an: Wie denn ihre Tochter heute geschlafen hätte? Sehr lange, meinte die Erzieherin. Kein Wunder, sagte die Mama, habe sie doch gestern abend Einschlafterror gemacht. Sie hätte sich ins Bett erbrochen. Man sah, wie die Erzieherin stutzte, eine neue Magen-Darm-Epidemie vermutete und sich zusammenriss, um der Mama keine Vorwürfe zu machen, dass sie das Kind heute in die Kita gegeben hatte. Es war aber anders. Die Mama erzählte frank und frei, dass sie die Tochter ans Einschlafen im eigenen Bett gewöhnen wolle und diese sich dabei so in Rage geschrien habe, dass es mit Erbrechen endete. Und danach dauerte es ewig, bis sie wieder schlief. Deshalb sei sie logischerweise am nächsten Tag total übermüdet gewesen. Die Erzieherin sagte nichts weiter dazu.

Ich kannte die Mama nicht und sah dann erst später, welches Kind zu ihr gehörte. Das Mädchen wurde sonst meist vom Papa abgeholt, der einen sehr kompetenten, liebevollen Eindruck auf mich gemacht hatte. Und diese Eltern ließen ihre 1 1/4-jährige Tochter so beim "Erlernen des selbstständigen Einschlafens" schreien, dass sie sich übergeben musste? Und erzählten das dann auch noch in der Kita! Mir wurde wirklich heiß und kalt und ich musste sehr an mich halten, mich nicht einzumischen. Solche Leute möchte man manchmal einfach nur noch schütteln, damit sie zur Besinnung kommen. Stattdessen beißt man sich auf die Zähne und redet sich ein, dass man tolerant sein muss und es ihre Sache ist, wie sie mit ihrem Kind umgehen. Ich finde diese Gratwanderung manchmal ganz schön schwer. Vor allem, wenn es um extrem konträre Auffassungen und Praktiken in der Familie oder im Freundeskreis geht oder wenn man merkt, dass absolut null Wissen hinter manchen Behauptungen steckt. Dann versuche ich manchmal auch, ein wenig gegenzusteuern, obwohl es meist nichts bringt und man sich nur selbst aufreibt. Wenn es nur um individuelle "Erziehungs"facetten geht, ist das ja auch alles nicht dramatisch und sollte jedem selbst überlassen sein. Bei solchen Themen wie Einschlafschreien jedoch reagiere ich sehr empfindlich und frage mich, ob solche Methoden nach jahrzehntelanger Bindungsforschung tatsächlich noch individuelle Entscheidungen sind. Hätte die Erzieherin beispielsweise etwas sagen können / müssen? Aber wo fängt sowas an und hört auf? Möglicherweise bin ich auch "nur" selbst traumatisiert, was das In-den-Schlaf-Schreien angeht. Wenn ich die spärlichen Aussagen von Eltern und Verwandten richtig gedeutet habe, war das früher ohne schlechtes Gewissen gang und gäbe. Und das hat mit Sicherheit Spuren in sensiblen Kinderseelen hinterlassen. Vielleicht reagiere ich deshalb auf solche Berichte mit fast schon körperlichem Schmerz, was für viele andere sicher gar nicht nachvollziehbar ist.

Heute hat mich die gleiche Mama nach der Kita kurz angesprochen. Ich bin nicht darauf eingegangen. Ich konnte einfach nicht. Sicherlich ist sie kein schlechter Mensch, aber ich werde immer, wenn ich sie sehe, das Bild ihrer schreienden, kotzenden, nicht alleine einschlafen wollenden Tochter vor meinem geistigen Auge haben. Ich bin dann auch nicht mehr unvoreingenommen. Glücklicherweise kann ich mir das hier so von der Seele schreiben, wie ich es empfinde.

Samstag, 24. Januar 2015

Gedanken zur Online-Erreichbarkeit

Die liebe Renate von Mamis Blog hat zu einer Blogparade zur (Online-) Erreichbarkeit aufgerufen, zu der ich gern einige persönliche Gedanken beitragen möchte. Ich nutze Facebook privat seit ein paar Jahren, Twitter erst seit April 2014, blogge seit November 2014 und lese viele Mama-Blogs. Ich möchte nur über die private Online-Erreichbarkeit schreiben. Den dienstlichen Aspekt kann ich außer Acht lassen. Ich habe kein Diensthandy und bin für meine Kollegen wirklich nur im äußersten Notfall zu erreichen. Meine Kollegen besitzen meine Festnetznummer und Mailadresse. Die Handynummer hat nur eine einzige Kollegin, der ich absolut vertraue und die mich nur anrufen würde, wenn es sich absolut nicht vermeiden ließe. Ich habe das von Anfang an klar und deutlich vermittelt und meine Kollegen haben das akzeptiert. Nun habe ich glücklicherweise auch nicht den Job, wo man direkt auf aktuelle Ereignisse etc. reagieren muss. Das würde mich sehr belasten, müsste ich dafür jederzeit erreichbar sein oder meinen Urlaub früher beenden oder vom Krankenbett aus arbeiten. Das ist dankenswerterweise nicht der Fall.

Ich bin gerne bei Facebook und Twitter sowie in der Welt der Mama-Blogger unterwegs und vermisse es tatsächlich, wenn ich mal einen ganzen Tag gar nicht in die entsprechenden Netzwerke schauen kann. An manchen Tagen bin ich selbst aktiver, an anderen lese ich nur still mit, aber immer interessiert es mich, was andere schreiben. Einige Twitterer und Blogger sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen, andere sind so gegensätzlich zu meinen eigenen Einstellungen, dass ich trotzdem aus Interesse mitlesen muss. Ich versuche, mehrmals am Tag die Netzwerke nachzulesen. Das ist meist auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause der Fall sowie mit etwas mehr Ruhe abends, wenn die Kinder im Bett sind. Ich merke aber auch, dass ich unruhig werde, wenn ich an einem Tag so gar keine Gelegenheit dazu hatte. Oder kein Netz, wie es manchmal im Urlaub der Fall ist. Dann habe ich schon das Gefühl, etwas zu verpassen. Im Urlaub stellt sich meist erst nach ein paar Tagen ein neutrales Gefühl ein. Nun bin ich zum Glück eine unbedeutende Privatperson, die nicht nach wenigen Stunden Twitter- oder ein paar Tagen Blogabstinenz vermisst wird. Wäre dem so, würde mich das durchaus unter einen negativen Druck setzen. Ich denke aber, dass man da selbst schon ein wenig gegensteuern kann, in dem man eben nicht täglich postet und keinen Erwartungsdruck weckt.

Insgesamt haben mir die Online-Netzwerke, vor allem Twitter und die Mama-Bloggerwelt, sehr geholfen, mich in meiner Mutterrolle immer besser zu etablieren und abzugrenzen. Schon durch das reine Lesen der Texte von Gleichgesinnten/ Gleichgeprägten wurde mir unglaublich viel Trost zuteil, ohne dass ein direkter Austausch stattgefunden hatte. Selten trifft man doch im Alltag auf Eltern, die beispielsweise das Leben mit einem Schreibaby mit den ehrlichen Worten der knallharten und schlimmen Realität beschreiben. Im Netz dagegen findet man viele ähnlich lautende Berichte und fühlt sich getröstet, weniger alleingelassen und auch weniger verantwortlich. Dafür bin ich einigen, mir persönlich unbekannten, aber gern gelesenen Bloggern zutiefst dankbar. Durch das Mama Miez Blog Bis einer heult! bin ich beispielsweise vor 2 Jahren auf die Hochsensibilität aufmerksam geworden, was für mich die größte Wende im Umgang mit dem Charakter meines Großen (und im Erkennen meines eigenen) war. Für mich haben sich gerade durch die sozialen Netze unglaublich viele Wege und Denkweisen aufgetan, auf die ich durch reine Buchlektüre nicht oder viel mühsamer gestoßen wäre. Themen wie Langzeitstillen, bedürfnisorientierte Erziehung, postnatale Depressionen u.v.m. kann man sich online in einer Bandbreite "erlesen", die man in seinem privaten Umfeld nie finden wird. Mir würde etwas existenziell fehlen, würde man mich davon komplett abschneiden. Dafür nehme ich auch gern den doch manchmal belastenden Suchtfaktor in Kauf. Was ich allerdings wirklich bedauere: das Lesen von Büchern, was früher ein Grundpfeiler meines Wesens war, hat durch die Online-Präsenz leider stark abgenommen. Aber dies akzeptiere ich als eine temporäre Verschiebung von Prioritäten, die sich in ein paar Jahren vielleicht auch wieder anders darstellen mag.

Was mir auch wirklich sehr viel bedeutet, ist der direkte und unmittelbare Austausch, der im Alltagsleben nicht vergleichbar stattfinden kann. Ich tippe einen Gedanken in die Twitter-Timeline und es antwortet jemand. Ich stelle eine Frage und bekomme verschiedene Anregungen. Ich lese, was andere bewegt, und zwar direkt und (hoffentlich) unverstellt. Das ist fantastisch. Weder möchte ich wegen jedes kleinen Gedankens jemanden anrufen noch angerufen werden. Auf Twitter geht der Austausch ohne Verpflichtungen, sehr direkt und meist herzlich vonstatten. Das mag ich wirklich sehr. Auf den Blogs lese ich, wie sich manche Leben entwickeln, Berufseinstiege gemeistert werden, Kinder Fortschritte machen, neue Babys geboren werden usw. So unmittelbar kann man am Alltag von realen Freunden und Bekannten meist gar nicht beteiligt sein, zumindest nicht jetzt, wo man durch die Kinder sehr viel weniger Zeit zum Treffen und Telefonieren hat. Deshalb bedeutet das für mich auch eine kleine Kompensation für weniger intensiv gewordene private Kontakte. Ich bedauere es zutiefst, dass ich in der Babyzeit meines Großen noch nicht annähernd so vernetzt war wie jetzt. Das hätte mir manche schweren Stunden, manch einsamen Kinderwagenspaziergang und die zähen, unglücklichen Tage mit ihm sehr erleichtert. Nahezu täglich denke ich, ach, wenn ich doch damals schon Blogs gelesen hätte und auf Twitter gewesen wäre! Vielleicht wäre dann alles nicht ganz so schrecklich gewesen...

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die private Online-Erreichbarkeit sehr viel bedeutet und im Großen und Ganzen überwiegend positive Anregungen gebracht hat. Im Moment würde es mir sehr schwer fallen, mich gänzlich davon abzukapseln. Ich kann aber verstehen, dass jemand ausbrennt, wenn er/sie auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzt und sich zu sehr verpflichtet fühlt. Da muss man tatsächlich die Reißleine ziehen und eine Zeitlang pausieren. Ich glaube nicht, dass jemand dafür kein Verständnis hat. Ich denke, es ist wichtig, sich selbst noch als Herr der Lage zu fühlen und "stop" zu sagen, wenn man sich nur noch getrieben fühlt. Ein wenig Suchtfaktor dagegen kann auch Motivation und Antrieb sein, zum Beispiel für das Schreiben von neuen Blogbeiträgen.

Wie fühlt sich das für euch an? Bedeutet die Online-Präsenz eher Belastung oder Motivation für euch? Macht bis 28. Februar 2015 auch mit bei der Blogparade von Mamis Blog!


Mittwoch, 21. Januar 2015

Autonome Kinder Teil 2

Seit meinem ersten Beitrag über autonome Kinder ist mir das Thema nicht mehr aus dem Kopf gegangen und ich habe weiter recherchiert und gelesen. Leider finden sich tatsächlich nur sehr beschränkte und verstreute Informationen im Netz. Deshalb werde ich hier in diesem Text und auch weiterhin alles sammeln, was mir über den Weg läuft. Die Forschung scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken und auch Juul selbst hat sich wohl noch nicht eingehender mit dem Thema beschäftigt. Was mir beim weiteren Einlesen immer klarer wurde: autonome Kinder sind eindeutiger zu erkennen als z.B. hochsensible oder hochbegabte Kinder, da ihre Wesenszüge so manifest sind, dass man sofort entscheiden kann: passt oder passt nicht. Bei Hochsensibilität ist das sehr viel schwieriger einzuschätzen, da sich einiges mit anderen Charakterbildern überschneidet, einiges auch veränderlich ist und manches komplett fehlen kann. Bei den Grundzügen autonomer Kinder war es zumindest bei mir so, dass einfach jede Aussage auf meinen Großen passte. Trotzdem halte ich das nur für einen Teilaspekt seiner Persönlichkeit; ich denke, er ist ein hochsensibles und ein autonomes Kind zugleich. Das muss aber bei anderen Kindern, bei denen das eine oder andere Merkmal zutrifft, nicht zwangsläufig parallel vorhanden sein.

Ich habe bisher nur eine Webseite gefunden, die sich theoretisch und im Juulschen Sinne über autonome Kinder äußert. Es wird dort die Prozentzahl von 15-20% autonomer Kinder erwähnt, was ich sehr hoch angesetzt finde, wenn ich bedenke, dass ich in meinem direkten Umfeld kein anderes autonomes Kind außer meinen Großen erlebe. Interessanterweise ist das die gleiche Zahl, die immer wieder (auch auf dieser Webseite) als Anteil hochsensibler Menschen an der Gesamtbevölkerung genannt wird. Für beide Wesensausprägungen (und auch für die hochbegabten Kinder) werden Charakteristika beschrieben sowie Tipps für den Umgang mit solchen Kindern gegeben, die ich hier mal wiedergebe:

Ca. 15-20 % der Kinder sind von Anfang an „Autonom“.
Diese Kinder
  • kennen und beachten ihre Bedürfnisse genau und ohne Ausnahme
  • nehmen ihre persönlichen Grenzen ernst
  • lassen sich nicht manipulieren
  • mögen keinen Körperkontakt, der nicht von ihnen ausgeht
  • weichen vor jedem erwachsenen Verhalten zurück, das nicht vollkommen
    authentisch und frei von pädagogischer Manipulation ist
  • sagen nur dann Ja, wenn sie die absolute Wahlfreiheit haben
  • benehmen sich oft wie reife Erwachsene, die ein ausgeprägtes Selbstbild haben
  • wollen immer ihre Würde und Integrität wahren 
Bei einigen äußert sich dieses Verhalten vorwiegend zu Hause, bei anderen aber auch außerhalb

Umgang mit autonomen Kindern
  • Authentisch sein und reden („Ich-Form“, klare persönliche Ansagen)
  • danach eine Pause einräumen
  • offen reden
  • nachfragen nach Bedürfnissen: „ Was brauchst du?“ „Was willst du?“
  • Wahlmöglichkeiten bieten (wie ein Buffet)
    bei Zeit, Varianten, Ablauf, Materialien
  • Vermeiden Sie
    • Körperkontakt (außer vom Kind initiiert)
    • Jegliche Pädagogik
    • Jeglichen Machtkampf

Achten Sie gerade bei diesen Kindern verstärkt auf respektvolles und authentisches Handeln und Reden.

Diese Gesichtspunkte fassen sehr prägnant die bei Juul verstreuten Aussagen zusammen, gehen aber nicht weiter in die Tiefe. Alle Punkte kann ich, was meinen Großen betrifft, voll und ganz bestätigen. Ebenso die Ratschläge für den Umgang mit autonomen Kindern. Die Webseite bietet Hilfe und Beratung für Eltern solcher Kinder an und ist an Familylab orientiert, das nach Juulschen Prinzipien arbeitet.

Bücher

In zwei weiteren Juulschen Büchern außer dem schon vorgestellten Elterncoaching: Gelassen erziehen habe ich Passagen über autonome Kinder gefunden: in Nein aus Liebe: Klare Eltern - starke Kinder und in Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen. Trotz einiger Wiederholungen und Überschneidungen zitiere ich hier alles, was dort beschrieben wird, um mal all die verstreuten Aussagen an einem Ort zu sammeln.

Jesper Juul “Nein aus Liebe: Klare Eltern - starke Kinder” (S. 84 ff.):
“Es gibt eine Gruppe von Kindern, für die die Möglichkeit, Nein zu sagen, bevor sie Ja sagen können, von ganz entscheidender Bedeutung ist. Ich nenne sie “autonome Kinder”, weil ihre Neigung, sich abzugrenzen, schon von Geburt an stärker ausgeprägt ist als bei anderen. (…) Sie unterscheiden sich (…) von der Mehrzahl der Kinder, die es liebt, mit ihren Eltern zu verschmelzen, und willig ihre eigenen Grenzen aufgibt, um Wärme und Fürsorge zu erfahren.

Oft, wenn auch nicht immer, kann man diese Kinder schon unmittelbar nach der Geburt daran erkennen, dass ihre Gesichter und ihre Körper “fertiger” erscheinen als die anderer Säuglinge. Sie haben keinen Babyspeck, ihre Muskulatur ist wohl definiert, und motorisch sind sie ihren Gleichaltrigen oft überlegen. 

Ihr Verhalten ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie weitgehend unempfänglich für das sind, was wir gemeinhin als Fürsorge verstehen. Sie sind oft allergisch gegenüber Körperkontakt, der nicht von ihnen ausgeht, und weichen vor jedem erwachsenen Verhalten zurück, das nicht vollkommen authentisch und frei von pädagogischer Manipulation ist. Bei einigen äußert sich dieses Verhalten vorwiegend zu Hause, bei anderen aber auch im Kindergarten und in der Schule.

Ihre Eltern stellen diese Kinder auf eine harte Probe, weil diese ständig das Gefühl haben, dass sie sich nicht richtig verhalten oder dass ihre Liebe abgewiesen wird. (…)

Autonome Kinder haben dasselbe Bedürfnis nach Nähe und Fürsorge wie alle anderen Kinder, doch insistieren sie darauf, selbst über deren Zeitpunkt und Umfang zu entscheiden. Ihr Verhalten verdeutlicht den grundlegenden Konflikt aller Menschen zwischen den Bedürfnissen nach Zusammengehörigkeit und Unabhängigkeit.

Bildlich gesprochen lassen sich andere Kinder gern füttern und später bedienen, während man den autonomen Kindern ein Büffet aufbauen muss, von dem sie sich selbst bedienen können. Sie nehmen ihre persönlichen Grenzen ungeheuer ernst und sagen nur dann Ja, wenn sie die absolute Wahlfreiheit haben. In vieler Hinsicht benehmen sie sich wie reife Erwachsene, die ein ausgeprägte Selbstbild haben. 

Wenn Eltern unaufdringlich ihre Hilfe anbieten und sich aller Erklärungs-, Motivations- und Manipulationsversuche enthalten, dann nehmen autonome Kinder diese Hilfe gern an. Ihr Körper entspannt sich, und ihre Erleichterung, der Einsamkeit entronnen zu sein, wird deutlich. Erst wenn die Eltern ihre Eigenart voll und ganz akzeptieren, lassen sie es zu, dass man sich um sie kümmert und sie umsorgt.”

In seinem Buch Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen berichtet Jesper Juul im Kapitel "Integrität" von einem autonomen Mädchen (ab S. 50), deren erschöpfte und ratlose Eltern sich Hilfe von ihm erhoffen. Sie erzählen, dass bei ihrer Tochter keine der üblichen "Erziehungsmethoden" funktioniert, sie wahnsinnig viel Aufmerksamkeit einfordert und es dennoch nie genug zu sein scheint, sie intensive und lang anhaltende Wutanfälle bekommt und so heftig provozieren kann, dass "ich fast den Verstand verliere" (S. 51). Die Eltern sind völlig ausgelaugt und können das Leben mit ihrer Tochter nur dadurch bestehen, dass sie sich immer wieder mit der Betreuung abwechseln. Juul vermutet, dass es sich um ein autonomes Kind handelt, und fasst nochmals die Grundzüge solcher Kinder wie folgt zusammen (ab S. 52):

Jesper Juul "Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen" (S. 50 ff.)
"Sie werden oft 'fertig' geboren, ohne Babyspeck, mit wohldefinierten Muskeln und einem Gesicht, das bereits Persönlichkeit hat. In ihrer motorischen Entwicklung sind sie Gleichaltrigen oft mehrere Wochen voraus, und der Wille zur Selbstständigkeit steht ihnen von Beginn an quasi ins Gesicht geschrieben. Sie weisen oft die Art von Zärtlichkeit zurück, die andere Babys lieben, und sind unempfänglich für das, was wir gemeinhin als 'Erziehung' bezeichnen. Circa die Hälfte von ihnen zeigt in Kindergarten und Schule ein anderes Verhalten, während die anderen sowohl innerhalb als auch außerhalb der eigenen vier Wände als sehr anstrengend und 'schwierig' empfunden werden.

Die Eltern dieser Kinder sind oft verzweifelt darüber, was eine Mutter einst folgendermaßen beschrieb: 'Ich habe das Gefühl, dass ich sie nicht auf dieselbe Art und Weise lieben kann wie meine anderen Kinder.' Diese Eltern haben (...) oft alles versucht, ohne den geringsten Erfolg. Denn autonome Kinder lassen sich nicht so schnell "kleinkriegen", und im Gegensatz zu den meisten anderen Kindern ziehen sie sich eher von den Eltern zurück, als sich ihnen zu unterwerfen. Das hört sich jetzt vielleicht sehr 'dramatisch' an. Doch wenn man ihre Persönlichkeit verstanden hat, dann ist das Zusammenleben mit ihnen ebenso lehrreich wie vergnüglich.

Das Besondere an den autonomen Kindern ist ihre überdurchschnittlich ausgeprägte Eigenverantwortlichkeit. Sie wollen selbst zu allem Stellung beziehen. Sie wollen selbst Entscheidungen treffen. Wenn sie sich falsch entschieden haben, wollen sie dies selbst erkennen und selbst einen Ausweg finden.

Ihre Tochter kann das meiste selbst, doch sie kann es nicht allein! Sie braucht ihre liebevolle Fürsorge, Ihre Hilfe und Ihren Rat - doch muss es sich stets um Angebote handeln. Alles andere erlebt sie als Angriff auf ihre persönliche Autonomie. Ich benutze oft das Bild, dass diese Kinder nicht essen wollen, wenn man einen vollen Teller vor ihnen auf den Tisch stellt. Sie wollen Angebote in Form eines Buffets. Dann können sie selbst entscheiden, was, wie viel und wann sie sich etwas nehmen wollen.

Doch Grenzen zu setzen ist bei diesen Kindern das Schlimmste, was man tun kann."

Alle diese Punkte kann ich ausnahmslos aus meiner Erfahrung mit dem Großen bestätigen. Einige Parallelen habe ich ja schon in dem ersten Beitrag geschildert. Das Besondere ist tatsächlich, dass man das im Prinzip ab Geburt erkennen konnte. Verständlicherweise steht man dann aber eher hilflos und allein da und fragt sich jeden Tag, was denn bloß mit dem Kind los sei. Dass ein Baby jeglichen Körperkontakt außer Stillen und Frei-Getragen-Werden völlig ablehnt und dies auch unmissverständlich zum Ausdruck bringt, ist für frischgebackene Eltern schwer bis gar nicht zu ertragen. Streicheln, Kuscheln, Massieren, Küssen etc. war so gut wie gar nicht möglich. Alles, was man mit einen Baby macht, blieb uns verwehrt. Obwohl wir keine direkte bzw. eigene Vergleichsmöglichkeit hatten, merkten wir dennoch sofort seine Andersartigkeit. Dass er ein reifes, "fertiges" Gesicht hatte, schilderte ich bereits. Dass er unempfänglich für unsere Liebesbezeugungen war und lieber seine Grenzen wahrte, als mit uns Eltern zu verschmelzen, setzt sich von Anfang bis heute fort, wenn auch in für uns erträglicherer Form. Er war motorisch in allem sehr früh entwickelt, kein Wunderkind, aber früher als alle anderen Kinder im Bekanntenkreis. Und bis er die jeweiligen motorischen Fähigkeiten beherrschte, hat er sichtlich gelitten und um jeden Fortschritt verbissen gekämpft. Das freie Laufen hat er nicht etwa an unserer Hand gelernt, nein, das hat er gehasst. Er hat lieber Stühle geschoben, als von uns gehalten zu werden.

Das Selbst-Entscheiden-Wollen ist bei ihm sehr ausgeprägt. Wenn Zeit und Gelegenheit ist, versuche ich, ihm soviel Entscheidungsfreiheit und Selbstständigkeit wie möglich zu gewähren. Er macht nichts, um uns zu Gefallen zu sein oder es sich leichter zu machen, wie andere Kinder. Strategien wie "Ich zähle bis drei, und dann kommst Du" o.ä. braucht man bei ihm gar nicht anzuwenden. Es bringt Nullkommanichts. Überhaupt wählt er eigentlich immer den schwersten, konflikt- oder hindernisreichsten Weg, nur um keine Hilfe anzunehmen/ seine Integrität zu wahren. Wenn er sich dann aber für etwas entschieden hat, ist er sichtlich erleichtert und kooperiert auch problemlos. Bis dahin ist es jedoch manchmal ein langer und steiniger Weg. Und im Alltag bzw. wenn 4 Familienmitglieder unter einen Hut gebracht werden wollen, nicht immer zu bewerkstelligen.

Seine Autonomiephase begann sehr früh und war heftig und intensiv. Das normale Grenzen-Setzen und Konsequent-Sein brachte überhaupt keinen Nutzen. Wir nahmen in dieser Zeit sogar zweimal eine über die Kita vermittelte Familienberatung wahr, weil wir uns so hilflos im Umgang mit ihm fühlten. Dort wurde aber auch nur mit den gängigen Erziehungsratschlägen, die wir ja alle schon durchprobiert hatten, "geholfen". Mit ca. 3 1/2 Jahren wurde es langsam besser, nachdem er vorher nochmal zur Höchstform aufgelaufen war. Der Grundzug bleibt natürlich bestehen und ist weiterhin deutlich zu erkennen. Nur die Umsetzung ist nicht mehr ganz so destruktiv und kräftezehrend für alle Beteiligten.

Worüber ich froh und dankbar bin, ist, dass er in der äußeren Welt ein anderes, angepasstes Verhalten zeigt. Das aber auch nur, wenn wir nicht dabei sind. Für uns bedeutet das einerseits die Sicherheit, dass er sich bei Fremden angemessen verhält und seine vielen positiven Seiten zeigt. Andererseits stimmt es uns auch oft traurig, dass er sich bei uns so fallenlässt. Ja, ich weiß, Zeichen einer guten Bindung und so weiter. Aber manchmal echt hart. An ganz schlimmen Tagen fühlt man sich wie sein Fußabtreter. Besonders ich, die ich mich so intensiv und verständnisvoll auf ihn einlasse.

Ich kann also feststellen, dass wirklich alle Charakteristika, die ich über autonome Kinder gefunden habe, auf meinen Großen passen. Einiges habe ich im ersten Beitrag erwähnt, einiges nun hier. Ich vermute, dass er gleichzeitig ein hochsensibles und ein autonomes Kind ist. Darüber werde ich sicherlich noch einmal gesondert schreiben.

Über die bereits erwähnten Bücher und Seiten hinaus habe ich noch den Blogeintrag Donnasensa - Mein autonomes Kind einer alleinerziehenden Mama gefunden, deren Beschreibung ihres Sohnes haargenau auf die Merkmale autonomer Kinder passt. Auch sie musste erst langsam die gängigen "Erziehungsstile" über Bord werfen und es mit einer anderen Taktik versuchen.

Ein weiterer Verweis auf autonome Kinder war in einer Rezension von Juuls Buch "Elterncoaching: Gelassen erziehen" auf der Seite von ADHS Deutschland e.V.:
"Abschließend möchte ich einen Blick darauf werfen, wie „ADHS“ im Elterncoaching behandelt wird. Das Buch will zwar kein Ratgeber für diesen besonderen Erziehungsfall sein, aber im einen oder anderen Gespräch klingt ADHS an. Hier geht Jesper Juul ganz eigene Wege. Er nennt Kinder, die ihre Eltern mit ihrem Eigensinn, Trotz und unbändiger Impulsivität an den Rand ihrer Kräfte bringen, „autonome Kinder“. In einem Gespräch mit einem solchen Elternpaar bemerkt er: „Der Grund, warum ich frage, ist der, dass ich über Kinder forsche, über die noch nicht so viel geschrieben ist, denen ich aber schon häufig begegnet bin.“ Wie sieht wohl die Forschung eines Jesper Juul aus, der der Ansicht ist, dass über solche Kinder noch nicht viel geschrieben wurde?"

Hier werden also, wenn ich es richtig verstehe, autonome Kinder gleichgesetzt mit ADHS-Kindern und Juul wird noch vorgeworfen, dass er sie nicht als ADHS-Kinder erkennt oder bezeichnet und behauptet, es gäbe keine Forschung darüber. Das ist meiner Meinung nach völlig unhaltbar, denn obwohl autonome Kinder sicherlich einige Überschneidungen mit ADHS-Kindern aufweisen, sagt Juul nirgends etwas über das Thema Reizverarbeitung, was bei ADHS-Kindern eines der Hauptprobleme ist (genau wie bei hochsensiblen Kindern). Hier wäre sicherlich noch einiges an Forschung ohne Vorverurteilungen zu leisten.

Festzuhalten ist, dass das Leben mit einem autonomen Kind sehr anstrengend ist und man sein eigenes Verhalten immer und immer wieder reflektieren muss. Und niemand, der ein solches Kind nicht schon einmal erlebt hat, kann nachvollziehen, was das bedeutet. Wenn mir selbst schon manchmal das Verständnis schwer fällt, wie sollen andere Menschen das verstehen, die solch ein Kind nicht kennen? Oder eben nur einen Teil des Kindes erleben? Es ist und bleibt eine tägliche Gratwanderung.

Jetzt würden mich natürlich andere Erfahrungsberichte interessieren. Wer erkennt sein Kind in den oben genannten Aussagen? Welche Strategien habt ihr entwickelt, um den doch sehr anstrengenden und herausfordernden Alltag mit einem autonomen Kind zu meistern? Könnt ihr Aspekte beitragen, die noch nicht erwähnt wurden?

Fortsetzung: Autonome Kinder Teil 3 - Interview mit Jesper Juul
und Autonome Kinder Teil 4 - Pubertät
und hier zurück zu Teil 1: Autonome Kinder

Hier ein Link zum Erfahrungsaustausch in einem Babyforum:
https://www.rund-ums-baby.de/erziehung_elternforum/Autonome-Kinder-suche-Erfahrungsaustausch_81648.htm

Weitere Blogbeiträge aus anderen Blogs:
https://derkleinegemischtwarenladen.wordpress.com/2015/09/23/autonom-und-energisch/

http://leichterlebenfamily.de/mein-wuetendes-kind/ 

http://www.inselfamilie.de/2016/06/07/mein-autonomes-kind-oder-beziehung-auf-augenh%C3%B6he/

http://blog.urnaturaen.de/2017/02/27/mein-autonomes-kind-willensstaerke-ist-kein-fluch-bildergeschichte/

http://www.tinapichler.com/8-tipps-willensstarke-kinder/

Wenn euch meine Artikel über "Autonome Kinder" weitergeholfen haben, würde ich mich sehr über ein kleines Dankeschön freuen. Über diesen Button könnt ihr mir einen Kaffee "spendieren":

Sonntag, 18. Januar 2015

Die Geschwister schlafen getrennt

Eigentlich wollten wir die Kleine schon vor längerer Zeit zum Schlafen ins Kinderzimmer stecken, wo der Große auch schläft. Bisher schläft sie mit mir im Schlafzimmer in ihrem Gitterbett, der Große im Kinderzimmer und mein Mann im Arbeitszimmer. Diese Aufteilung hat sich in den vielen Monaten, nein Jahren des Schlafdefizites bewährt, um allen Familienmitgliedern die größtmögliche Erholung zu gewähren. Naja, zumindest den anderen Familienmitgliedern. Für mich gab es lange Zeit keine nächtliche Erholung. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit stillte die Kleine nachts ca. alle 2 Stunden. Wir handhabten diese Aufteilung nicht nur wegen des Nachtschlafes so, sondern auch wegen des einfacheren separaten Zubettbringens und der unterschiedlichen Morgenrhythmen der beiden Kinder. Abends und morgens kümmert sich mein Mann um den Großen und ich mich um die Kleine. Jedes Kind weiß, woran es ist, und es funktioniert gut.

Dennoch behielten wir immer im Hinterkopf, dass die Kleine irgendwann mal im Kinderzimmer schlafen soll. Aber bisher war dafür noch nicht der richtige Zeitpunkt. Die Gründe dafür waren folgende:
1.) schläft sie ja erst seit ca. 4 Monaten deutlich besser als vorher (bis Oktober 2014 wäre es undenkbar gewesen, dass sie nicht bei mir schläft) und nun erst seit wenigen Wochen ziemlich zuverlässig durch.
2.) ist der Große morgens meistens doch früher wach als sie. Das wechselt phasenweise bei ihr. Im Moment ist es auch sehr früh bei ihr, aber in den Weihnachtsferien beispielsweise ist sie nach frühem Wachsein meist nochmal eingeschlafen. Da wäre es blöd, wenn der Große sie morgens wecken würde.
3.) kuscheln sie und ich beim Einschlafen im großen Bett, was sie unbedingt braucht und auch gerne bekommen soll, gerade weil sie seit ca. 8 Wochen nicht mehr einschlafgestillt wird. Ich kann sie dann schlecht durch die halbe Wohnung tragen, um sie ins Kinderzimmer zu bringen.
4.) hole ich sie morgens einfach zu mir ins Bett hinüber und wir stillen.
5.) funktioniert das Einschlafen bei beiden Kindern getrennt voneinander relativ reibungslos, was wir (im Moment noch) nicht aufs Spiel setzen wollen
6.) macht der Große am Wochenende nicht mehr zuverlässig Mittagsschlaf. Wenn die Kleine im Kinderzimmer schlafen würde und er eine Ruhezeit einhalten soll, müsste er sich im Wohnzimmer beschäftigen. Das wäre wiederum für uns doof.

Es ist also bei unserer Schlafstättenverteilung bisher alles beim Alten geblieben. Wir werden einfach noch abwarten und beobachten, ob die Kleine selbst den Wunsch anzeigt, im Kinderzimmer zu schlafen. Zur Zeit gewinnt noch die Nähe zur Mama gegen den Bruder. Einfacher wird ein gemeinsames Abendritual sicherlich, wenn man ihr genau wie dem Großen abends eine Geschichte vorlesen kann. Dann wäre es auch möglich, beide Kinder parallel ins Bett zu bringen. Bis dahin schläft sie in ihrem Bett mit mir im Schlafzimmer. Zum Glück wacht sie auch nicht mehr auf, wenn ich ins Bett gehe. Ehrlich gesagt, hat im Moment wohl keiner Lust, die seit kurzem sehr stabile Situation zu gefährden. Und dass die Kinder sich gegenseitig abends und nachts aufputschen, wenn sie in einem Zimmer schlafen, davon ist doch wohl auszugehen, oder? Ich vermute auch, dass die Kleine ein anderer Typ als der Große ist, was das mehrmalige abendliche Aufstehen angeht, wenn sie irgendwann kein Gitterbett mehr hat. Der Große hat das äußerst selten, nur in der Umstellungsphase vom Gitterbett auf ein offenes Bett, gemacht und ist im Ganzen überhaupt nur 2-3 Male (und die sind schon länger her) aus seinem Zimmer herausgekommen. Er ruft dann nach uns, was ich sehr gut finde. Ich befürchte, dass die Kleine da eher als er auf solche Ideen kommen und ihn damit anstecken wird. Außerdem hat keiner von uns Lust, nachts zwei Kinder zu beruhigen, wenn eines krank ist und durch Husten etc. das andere aufweckt. Deshalb bleiben wir im Moment und bis auf Weiteres bei der sicheren und ruhigen Variante.

Wie handhabt ihr Mehrfachmamas das? Schlafen eure Kinder zusammen? Wie wirkt sich das auf die Nachtruhe, das Einschlafen und das morgendliche Aufwachen aus? Habt ihr Tipps für das gemeinsame Schlafen der Kinder?

Dienstag, 13. Januar 2015

Meine Vorbereitung auf das zweite Kind

Da es auf Twitter einige liebe Frauen gibt, die gerade mit dem zweiten Kind schwanger sind und möglicherweise etwas zu optimistisch an die unberechenbare Situation der Hochschwangerschaft, Geburt und Wochenbettzeit mit einem schon vorhandenen ersten Kind herangehen, möchte ich heute einmal aufschreiben, was ich alles vorbereitet hatte, falls es bei mir zu Komplikationen vor oder nach der Geburt gekommen wäre. Zum Glück war das ja nicht nötig, aber ich wollte trotzdem vorbereitet sein. Ich bin kein Mensch, der etwas gern dem Zufall überlässt oder zu optimistisch an unvorhersehbare Dinge herangeht. Meines Erachtens nach ist das auch nicht angebracht, gerade, wenn man schon ein Kind zu versorgen hat. Oder wenn man eine Vorgeschichte hat (Komplikationen bei der ersten Schwangerschaft/ Geburt oder Schwierigkeiten in der Wochenbettzeit wie bei uns). Ich finde, gute Vorbereitung ist alles und macht den Kopf frei für die letzten Wochen und die Geburt. Der Große war übrigens 26 Monate alt, als die Kleine geboren wurde.

Vor der Geburt:

- Ich habe mit meinem Mann mehrere Notfallpläne entworfen, für den Fall, dass ich vor der Geburt liegen müsste und er unser Leben allein organisieren müsste. Zum Glück war unser Sohn in der Kita in Betreuung, so dass wir uns um die Kernstunden des Tages wenigstens keine Sorgen machen mussten. Mein Mann hätte in dem Fall abwechselnd mit Freunden den Großen zur Kita gebracht oder abgeholt. Auch die Großeltern wurden vorbereitet, sich im Fall der Fälle schnell ins Auto setzen zu müssen (sie wohnen 300 km entfernt).

- Ich habe die am nächsten wohnenden Freunde darauf vorbereitet, dass ich im Notfall mal morgens oder nachmittags spontan anrufe, damit sie den Großen in die Kita bringen bzw. abholen können, wenn ich mich so gar nicht in der Lage fühle. Gerade der vorletzte Monat der Schwangerschaft mit der Kleinen fiel mir extrem schwer und ich konnte manchmal kaum noch laufen, weil sie mir gefühlt so tief hing. Außerdem hatte ich schon oft fiese Vorwehen, was für die Betreuung eines aktiven Zweijährigen nicht gerade optimal war.

- Das Zu-Bett-Bringen hatte mein Mann schon ab dem 13. Monat des Großen übernommen, als er nicht mehr durch das abendliche Stillen einschlief. Das war natürlich sehr gut. Wenn nur ich den Großen hätte ins Bett bringen können, hätte mich das in Hinblick auf das Baby sehr gestresst. Wäre es nötig gewesen, hätten wir die Einschlafsituation in jedem Fall schon vorher mit dem Papa geübt. Ich stelle es mir für ein Kind schlimm vor, wenn die Mama, vielleicht noch mit Wehen, ins Krankenhaus verschwindet, sie ein paar Tage gar nicht da ist und dann noch erstmals der Papa das Schlafen-Bringen übernimmt. Das muss ein Kind doch ziemlich verstören. Ich bin überhaupt kein Freund der Haltung "Ach, das wird schon irgendwie." Optimismus in allen Ehren, aber Realismus ist oft gesünder. Die Situation ist für alle Beteiligten, vor allem für das erste Kind, verstörend genug. Da sollte man Sicherheit schaffen und nicht noch mehr neue, unbekannte Situationen heraufbeschwören.

- Da ich wirklich Angst hatte, dass ich meinen Mann nicht erreiche, wenn es losgeht, habe ich ihn immer wieder erinnert, das Handy nicht stumm zu schalten. Außerdem habe ich mir mehrere  Durchwahlnummern seiner Kollegen geben lassen, um ihn zu erreichen, falls er auf Arbeit nicht am Platz ist.

- Ich habe alles soweit vorbereitet, was vorzubereiten ging. Putzen, einkaufen, Wäsche etc. musste immer "auf Stand" sein, sonst hätte ich mich verrückt gemacht. Da die Kleine entgegen meiner Voraussagen ganze 9 Tage überfällig war, zog sich der Endspurt noch einmal zäh.

- Mein Mann hatte ein paar Tage vor dem Geburtstermin schon Urlaub und dann ab Geburt Elternzeit, so dass die nervenaufreibende Angst wegfiel, nicht rechtzeitig da zu sein oder nach einem langen Arbeitstag eine noch längere Geburt mitmachen zu müssen.

Für die Geburt:

- Wir haben mehrere Szenarien durchgespielt für die Organisation der Geburtssituation. Es war für uns keine Option, meine Eltern schon vor dem Termin bei uns zu beherbergen, damit sie gleich vor Ort sind, wenn es losgeht. Das hätte nur Stress gebracht und wäre im Nachhinein bei 9 übertragenen Tagen auch für alle viel zuviel gewesen. Im Idealfall hätte die Geburt während der Kitazeit des Großen stattgefunden. Nun, der Idealfall klappt selten, und sich darauf zu verlassen ist naiv. Beim Start zur Wachzeit des Großen hätten die beiden Männer mich in die Klinik gefahren und je nach Tageszeit/ Situation hätte mein Mann dann entweder versucht, den Großen direkt bei Freunden unterzubringen, oder er hätte sich eben weiter um ihn gekümmert, bis er wieder in Betreuung ist. Bei einem nächtlichen Beginn sollte mein Mann mich ins Krankenhaus fahren und dann wieder nach Hause zurückkehren.

So ist es dann auch gekommen. Die Wehen begannen nachts, frühmorgens um 4:30 Uhr weckte ich ihn und wir fuhren um 5:00 Uhr los. Um 5:30 Uhr war mein Mann wieder zuhause. Der Große wachte ziemlich zuverlässig gegen 6 Uhr auf. Er wollte ihn dann ganz normal und ruhig fertigmachen, in die Kita bringen und dann nachkommen. Da die Kleine schon um 6:35 Uhr geboren war, hat das nicht geklappt;). Das war aber überhaupt nicht schlimm; im Gegenteil, es war perfekt, weil ruhig und unaufgeregt für alle Beteiligten, und weil wir nicht erst in der Situation überlegen mussten, wie wir es denn nun machen, sondern einfach Plan X aktivierten. Dazu muss man sich selbst aber auch darauf vorbereiten, dass die Geburtssituation anders als beim ersten Kind und eventuell eben allein vonstatten geht. Es war für alle die schonendste und entspannteste Variante und ich bin super glücklich, dass es so gelaufen ist.

Für die Zeit nach der Geburt:

- Ich habe eine dreiseitige (!) Liste mit Wünschen und Anweisungen für meinen Mann und meine Eltern geschrieben, weil ich mich noch gut erinnerte, was ich nach der ersten Geburt alles vermisst hatte. Darin enthalten waren Wünsche nach regelmäßigen warmen Mahlzeiten, weil ich ab dem Milcheinschuss immer einen so existenziellen Hunger hatte. Getränke zum Stillen hinstellen. Frisches Obst. Dazu kamen nun noch Aspekte wie Organisatorisches für die Kita und Wichtiges zum Tagesablauf des Großen (vor allem für die Großeltern). Da ich nach der ersten Geburt wochenlang total geschwächt und kaum einsatzfähig war, hätte es ja auch wieder so kommen können. Es hat mich enorm entlastet, das alles niedergeschrieben zu haben. Das Meiste hat dann auch gut geklappt.

- Ich habe mehrere Essenslieferdienste, Reinigungsservices, Mütterpflegerinnen und Lebensmittellieferanten herausgesucht und zusammengestellt. Für den Fall, dass es ähnlich chaotisch wird wie nach der ersten Geburt, wo wir nichts gebacken bekamen. Nur hatten wir jetzt 2 Kinder zu versorgen. Die monatelange Babysittersuche war ja leider erfolglos verlaufen, wie hier beschrieben.

- Ich hatte sämtlichen Formularkram bis auf den Namen und das Geburtsdatum schon ausgefüllt, kopiert, Umschläge für die Geburtsanzeige vorgeschrieben und frankiert. Das war bei beiden Geburten segensreich, weil ich eigentlich nie danach den Nerv hatte, mich um diese Dinge zu kümmern. So aber ging alles total schnell und wir erhielten auch schnell die entsprechenden Zahlungen (Kindergeld, Elterngeld).

- Ich hatte mir auch Rückbildungskurse schon herausgesucht, so dass ich mich gleich nach der Geburt dafür anmelden konnte und nicht noch wertvolle Zeit mit dem Recherchieren verbringen musste.

- Ich habe immer wieder gesagt, dass ich mich mit der Kleinen wirklich ins Bett legen will (und habe das auch viel gemacht). Etwas, was nach der ersten Geburt völlig zu kurz kam. Da eine Mutter sich ja normalerweise nicht mal ins Bett legt, wenn sie krank ist, ist das auch ein wichtiges Signal an den Partner, jetzt Verantwortung zu übernehmen. Das müssen die meisten Männer auch erstmal lernen.

- Sollte das erste Kind noch zuhause betreut werden, ist die Situation ungleich schwerer. Hier kommt es vor allem darauf an, regelmäßig Unterstützung zu finden, um als Mama nicht auszubrennen. Je nach Charakter der Kinder kann es verdammt schwierig sein, die verschiedenen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Und wie ich vor kurzem in diesem Beitrag schon schrieb: "Erwartet nicht, dass das zweite Kind genauso wie das erste wird. (...) Wenn man ein Kind hat, das nur herumgetragen werden will, wochenlang Clusterfeeding betreibt und nur im fahrenden Kinderwagen schläft, kann man sich nicht adäquat um ein größeres Geschwisterkind kümmern. Macht einen Notfallplan für diesen Fall."

Ich kann die Zweitschwangeren nur ermutigen, sich gut vorzubereiten. Vor allem für diejenigen, die stark zur Grübelei und zum Perfektionismus neigen (wie ich), kann eine solche Vorbereitung sehr entlastend sein. Ich will nicht dramatisieren oder vom Schlimmsten ausgehen oder Optimismus rauben, aber es gibt doch immer wieder so viele Fälle, wo eben nicht alles gut gegangen ist und die Betroffenen dann völlig überstürzt ihr Leben neu organisieren mussten. Sei es vor oder nach der Geburt.

Ich wünsche den lieben Zweitschwangeren alles erdenklich Gute! Vielleicht habt ihr den einen oder anderen Tipp mitnehmen können.

Wie war es bei euch Mehrfachmamas, wie habt ihr euch auf die Geburt des zweiten (oder dritten) Kindes vorbereitet? Gibt es noch wichtige Tipps, die ihr teilen könnt und wollt?

Und so lief die Geburt und die Wochenbettzeit der Kleinen dann ab.

Sonntag, 11. Januar 2015

Liedtexte

Da ich derzeit an mehreren längeren Posts gleichzeitig arbeite, gibt es heute zur Erholung mal eine kleine Momentaufnahme aus dem Leben mit dem Großen, die sehr deutlich zeigt, wie er "tickt" und wie sein Stolz und Veränderungsunwille mit seinem starken Perfektionismus kämpfen. Er kennt ja viele Liedtexte, singt aber einige Wörter oder Passagen immer wieder falsch, weil er sie ursprünglich nicht richtig verstanden und sich dann falsch eingeprägt hat. Nun braucht er ja relativ lange, bis er etwas verinnerlicht hat. Wenn er es dann aber geschafft hat, ist es sehr schwer bis unmöglich, das wieder zu korrigieren. Er ist da sehr statisch. Außerdem hasst er es wie die Pest, verbessert zu werden. Man erreicht dann eigentlich nie das, was man will, sondern nur das Gegenteil.

Damit kollidiert mein Veränderungsanspruch und -wille enorm. Wenn man Fehler selbst nicht erkennt und nicht von anderen darauf hingewiesen wird, kann man sich ja nicht verändern. Trotzdem habe ich mir angewöhnt, mich beim Großen extrem zurückzuhalten, was mir zugebenermaßen schwer fällt, sich aber immer wieder bewährt. Ich selbst empfand es nicht als positiv, dass meine Eltern mich als Kind/ Jugendliche nicht ab und zu "zurechtgerückt" haben. Mir fehlte oft der Halt und eine eindeutige Aussage, was richtig und was falsch ist. Manchmal habe ich sie gefragt, warum sie mir denn nicht gesagt hätten, dass dieses oder jenes falsch sei. So richtig beantworten konnten sie die Frage nicht. Ich fand das fehlende Feedback jedenfalls nie gut. Deshalb will ich da irgendwie einen besseren Weg finden.

Der Große sang also schon seit Wochen eine Textpassage aus einem Lied immer wieder sinnentstellend falsch. Erst versuchte ich es damit, dass ich dieses Lied öfter selbst gesungen habe, ohne die Passage besonders zu betonen. Also die sanfte Merkmethode. Dann betonte ich die Passage extra, damit er den Unterschied zu seiner Variante hört. Nix. Gestern nun sangen wir es wieder zusammen und er immer wieder falsch. Daraufhin sagte ich 2x kurz, wie es richtig heißt. Wie erwartet, reagierte er beleidigt und eingeschnappt und verweigerte das Weitersingen. Ich lächelte ihn freundlich an, verließ den Raum, damit er seine Integrität wahren konnte, und werkelte im Nebenzimmer weiter. Eine Weile war Ruhe. Dann hörte ich ihn ganz leise das Lied singen und die Passage mehrmals korrekt wiederholen, um sie sich einzuprägen. Er sprach fast mit sich selbst, um sie sich einzutrichtern. Das Positive ist nämlich, dass er wie ich total perfektionistisch ist und Fehler eigentlich nicht auf sich sitzen lassen kann. Da muss man bei ihm ansetzen. Als ich kurz ins Zimmer kam, hörte er wieder auf zu singen. Es soll ja keiner mitbekommen, dass er an sich arbeitet;). Sehr rührend.

Nun bin ich natürlich extrem gespannt, wie er das Lied das nächste Mal singt.

Dienstag, 6. Januar 2015

Gute und schlechte Hebammen

Eine Hebamme sollte die wichtigste und verlässlichste Bezugsperson für eine frisch entbundene Mama sein. Es gibt sicherlich viele tolle Frauen, die diesen Beruf ausüben. Wir hatten leider das Pech, als Erstlingseltern an ein nicht zu empfehlendes Exemplar dieser Spezies zu geraten. Welchen Schaden sie bei uns unsicheren, völlig überforderten Neueltern anrichtete, kann ich nur erahnen. Glücklicherweise heilte unsere zweite Nachsorgehebamme diese Erlebnisse. Genau wie die zweite Geburt und das zweite Wochenbett die traumatischen Erfahrungen des ersten Males heilten. Aber der Reihe nach:

Unsere 1. Nachsorgehebamme hatte ich mir erst wenige Wochen vor der Geburt gesucht. Ich fühlte mich ärztlicherseits gut betreut und sah lange keine Notwendigkeit einer Hebamme. Da bei uns die Auswahl groß ist, fand ich über Internetrecherche eine ganz in der Nähe, die noch Kapazitäten hatte und ganzheitlich orientiert war. Das klang alles sehr gut. Die Vorgespräche waren auch für mich in Ordnung. Sie war kein superherzlicher Mensch, aber das störte mich nicht. Schließlich war ich stabil und gefestigt und der festen Überzeugung, ich würde Geburt, Wochenbett und Baby schon wuppen. Dass eine der wichtigsten Hebammen-Fähigkeiten, neben ihrer Kompetenz natürlich, für emotional labile, verunsicherte Eltern die Herzlichkeit ist, hätte ich vorher nie gedacht.

Nach der Geburt des Großen rief ich sie aus dem Krankenhaus an. Sie hatte gerade eine Grippe und konnte erst 3 Tage nach unserer Heimkehr zu uns kommen. Eine Vertretung schickte sie nicht. Ich weiß nicht mehr, ob ich danach fragte. Ich vermute nicht, war ich doch unendlich verstört und traumatisiert und zu nichts in der Lage. Als sie dann kam, ließ sie sich von mir den Geburtsablauf berichten. Ich brach sofort in Tränen aus. Wir hatten zu dem Zeitpunkt schon 8 Tage mit unserem schreienden, nie schlafenden, nicht ablegbaren Baby verbracht und waren nur noch Schatten unserer selbst. Sie fragte trocken, ob ich mir alles anders vorgestellt hätte. Jaaaa, verdammt! Sie ging in keinster Weise auf meine Geburtserfahrungen ein. Ich wollte doch immer wieder darüber sprechen! Sie hatte das Einfühlungsvermögen und die Herzlichkeit einer toten Fliege.

Wir berichteten von unseren Schwierigkeiten mit dem Großen. Sie schlug uns vor, ein Schlafprotokoll zu führen. Dieses ergab, dass er in 24h gerade mal 9-10h schlief. Und zwar häppchenweise (15-20min). Ihre Aussage dazu implizierte, dass das nicht sein könne und wir uns vertan hätten. Weiterhin mussten wir uns trotz kinderärztlich bestätigter sehr guter Gewichtszunahme eine Waage ausleihen und den Großen, der bei jedem An- und Ausziehen mörderisch schrie, vor und nach dem Stillen wiegen. Unmöglich. Sie hat ihn übrigens bei keinem einzigen Besuch mal selbst ausgezogen, nackt begutachtet und gewogen. Zur Nabelpflege hat sie lediglich die Windel etwas runtergeklappt. Wir baten sie mehrfach darum, uns zu zeigen, wie man das Baby badet. Sie redete sich immer wieder raus.

Als der Große Mundsoor bekam, experimentierte sie anderthalb Wochen lang mit homöopathischen Mitteln, und selbst als keine Besserung eintrat, sollten wir noch irgendwas in einer Glasflasche mischen, schütteln, klopfen und ihm geben. Wir gingen dann "heimlich" zum Kinderarzt und bekamen eine Salbe, die innerhalb von 2 Tagen half. Wie stark der Große darunter gelitten hat, kann natürlich keiner beurteilen. Aber für uns war das alles viel zuviel.

Zu unserem Hilfeschrei wegen seiner extremen Unruhe, seinem Überstrecken, seinem Schreien und Nicht-Beruhigen-Lassen meinte sie nur, was wir nur hätten, bei ihr wäre er doch ruhig. Also die klassische Schuldzuweisung, die ich auch von meinen Eltern immer wieder direkt oder indirekt zu hören bekam: der Stress der Eltern würde die Unruhe des Kindes erst hervorrufen. In der Minute, in der sie ihn auf dem Arm hatte, war er wahrscheinlich so überrascht und interessiert, dass er eben ruhig war.

Es gab also weder Anteilnahme noch Hilfestellung. Ich fühlte mich so verraten und allein gelassen. Wie kann ein solcher Mensch so einen wichtigen Beruf ausüben? Sie war selbst Mutter einer Tochter und hielt anscheinend ihre einmalig positive Erfahrung für das Nonplusultra. Wir fürchteten uns vor jedem Besuch und sehnten den Tag herbei, an dem sie nicht mehr kommen würde. Das Einzige, was mir weitergeholfen hat, waren anderthalbstündige Ganzkörpermassagen (sie hatte eine Massageausbildung in Indien gemacht), die für meine schlimmen Rückenprobleme nach der Geburt ein Segen waren. Irgendwann war es zuende. Ich traf sie danach noch mehrmals in unserer Wohngegend, aber sie grüßte nie... Dass solche Hebammen zwar hoffentlich selten, aber keine Ausnahmefälle sind, zeigen Texte von Weddingerberg oder Keins bestellt, 2 bekommen, die ähnliche Erfahrungen machen mussten.

In der 2. Schwangerschaft nahm ich mir vor, Hebammen zu casten. Ich suchte mir einige aus dem Internet (die Empfehlungen von Bekannten sagten mir leider immer nicht so richtig zu) und kontaktierte diese. Die erste Hebamme, die zu mir kam, war wirklich nett. Als ich ihr aber vom Schreibaby-Jahr des Großen erzählte, schaute sie mich mit großen Augen an und meinte, sowas hätte sie noch nie gehört. Eine Hebamme, die selbst Mutter von 3 Kindern war! Die große Angst, dass das 2. Kind ähnlich schwierig wird, konnte sie überhaupt nicht auffangen. Ich sagte ihr also ab. 

Und danach kam - sie. Eine junge, kinderlose, selbst schwangere Hebamme, frisch, herzlich, voller Elan und Ernsthaftigkeit, eine Seele von Mensch. Die Vorgespräche und Untersuchungen waren so angenehm, dass ich mich rundum wohlfühlte. Wir arbeiteten die traumatische Geburt und Schreibabyzeit auf. Sie erzählte mir von anderen solchen Fällen. Es war perfekt. Und so setzte es sich auch nach der Geburt der Kleinen fort. Sie kam gleich am 1. Tag nach unserer Heimkehr. Nahm die Kleine auf den Arm (und mich in den Arm), schaute sie an, sprach mit ihr, zog sie aus, wog sie und gab für alles, was anstand, Tipps, die auch für uns als Zweiteltern hilfreich waren. Sie untersuchte mich eingehend und half mir bei den ersten Stillproblemen durch zu starken Milcheinschuss. Freute sich mit uns über unser zweites - pflegeleichtes - Kind. Hatte immer gute Laune, obwohl es ihr sicherlich mit ihrer fortschreitenden Schwangerschaft nicht immer rosig ging. Sie erzählte Privates und stand uns sowohl emotional als auch mit Rat und Tat bei. Solch eine Hebamme wünscht man sich wirklich. Wir waren traurig, als sie sich verabschiedete. Sie bekam dann kurze Zeit später ihren Sohn. Ich würde sie immer empfehlen und wünsche jeder Frau eine solch liebe Hebamme. Das war eine sehr heilsame Erfahrung nach der großen Enttäuschung.

Es ist wirklich unglaublich traurig, dass manche Hebammen ihren Job, der ja eigentlich mehr eine Berufung sein sollte, so ausüben wie unsere 1. Hebamme.

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Hebammen gemacht?

Sonntag, 4. Januar 2015

Überstanden

Wir haben es geschafft! 16 Tage überstanden! Mit Dunkelheit, Kälte und Schnee. Mit Weihnachtskoller und kleiner Kurzreise. Und seit gestern, man glaubt es kaum, bin ich ein miniklitzekleines Bisschen traurig, dass es vorbei ist. Naja, ich gebe zu, das wird wohl eher der Aussicht auf das baldige Ende zuzuschreiben sein. Aber das Gefühl, egal woher es stammen mag, ist trotzdem ganz nett. Weil ich es so gar nicht kenne.

Nach unserem schlimmen Weihnachtskoller sind wir ja ein paar Tage verreist. Das war eine sehr gute Entscheidung. Obwohl im Urlaub natürlich der gleiche Ablauf beibehalten wird wie zuhause, gab es insgesamt weniger Belastendes. Man glaubt gar nicht, was es ausmacht, wenn die Wäsche, das Putzen und der ganze organisatorische Krempel, den man zuhause hat, wegfällt. Dann geht man automatisch entspannter mit den Kindern um, wenn man nicht immer soviel im Hinterkopf hat, was noch zu erledigen wäre. Außerdem kommt uns im Urlaub häufig eine offene Wohnküche entgegen, da die Kinder sich in einem gemischten Koch-/ Wohn-/ Essbereich, wo sie uns immer sehen, viel wohler fühlen als zuhause in unseren separaten Zimmern.

Wir hatten zwei Tage wunderschönsten Schneefalls während unseres Kurztrips, an denen wir Schneemänner und -Iglus bauten, uns einen Schlitten ausliehen und ausgelassen Schlitten und Poporutscher fuhren sowie durch einen verwunschen aussehenden Wildpark spazierten/ schlitterten. Das hat uns allen total Spaß gemacht, viele Spannungen aufgelöst und wieder einmal gezeigt, dass gemeinsame außergewöhnliche Unternehmungen sehr wichtig für die gute Stimmung in einer Familie sind. Wir waren oft im Spielhaus unseres kleinen Ferienparks, im Schwimmbad planschen, haben eine Massage genossen und die Großeltern getroffen. Ein unschlagbarer Vorteil mit Kindern ist, wenn sie die Gegebenheiten schon kennen und mögen. Diesmal hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass sich beide Kinder an den Ferienpark erinnerten. Jedenfalls fühlten sie sich wieder total wohl. Naja, schließlich waren wir 2014 insgesamt 4x da...

Nach unserer Rückkehr machte ich noch ein paar Verabredungen aus und dann waren es ja nur noch 4 Tage. Heute nachmittag waren wir als schönen Abschluss zusammen im Kindertheater in "Hänsel und Gretel". Die Kleine hat sich leider sehr geängstigt, aber der Große fand es total klasse. Ich denke, wir werden zukünftig öfter mit ihm ins Kindertheater gehen. Er bekommt externe Anregungen für seine Phantasie und trainiert seine Geduld, seine Aufmerksamkeit und sein Gedächtnis. Ich muss sagen, ich hätte früher nie gedacht, dass sich dieses hyperaktive Baby/ Kind, das er lange Zeit war und ab und zu immer noch ist, eine Stunde oder länger hoch konzentrieren und still sitzen könnte. Das ist für mich unglaublich schön zu sehen.

Insgesamt sind die Geschwister in den 16 Tagen wahnsinnig zusammengewachsen. Mussten sie ja auch, hatten sie doch keine Kitabespaßung. Natürlich gab es täglich Reibereien, Kämpfe, Zickereien, Geschrei, Rumgetobe etc. Sehr laut und sehr nervenaufreibend für uns Eltern. Aber zwischendurch auch viele schöne, berührende, spaßige Momente. Sie haben angefangen, miteinander zu spielen. Es ist noch kein Rollenspiel o.ä., sondern Herumrennen, Fangen, Verstecken etc. Aber immerhin. Die Kleine spricht unglaublich viel mehr, singt Unmengen an Liedern und ist soviel bewusster geworden. Die Zwei-Wort-Sätze purzeln jetzt nur so. Und das Schönste und Rührendste war: seit 2 Tagen kuschelt sie sich beim Essen (sie sitzen zusammen auf einer Bank) an den großen Bruder, schlingt die Arme um seinen Hals, macht ein seliges Gesicht und murmelt etwas, das ganz deutlich nach "Hab dich lieb" klingt. Und er (der absolute Antikuschler!) genießt es und kuschelt sie zurück. Ich muss wirklich sagen, das waren die schönsten Momente in den letzten Tagen. Was einen Geschwister lehren, können Eltern nie vollbringen;)

Nun geht es morgen zurück in den Alltag und ich hoffe, wir können einige der schönen Momente und Gefühle mit hinüberretten. Für die Kleine war es die längste Auszeit seit ihrem Kitastart. Und wie der Große die Zeitdrucksituation am Morgen wieder verkraftet, werden wir sehen. Darauf vorbereitet haben wir die Kinder. Aber die Umstellung wird schon sehr groß sein. Genau wie für uns die Umstellung auf 16 Tage nonstop mit den Kindern;)

Freitag, 2. Januar 2015

Mamalobeshymne

Auf den letzten Drücker will ich nun auch noch zur #Momsrock Blogparade von Lucie Marshall beitragen, nachdem ich mir wochenlang das Hirn zermartert habe. Ich finde das Thema aber sehr wichtig und glaube, dass es mir gut tut, mal aufzuschreiben, was mich zu einer guten Mutter macht. Lob hört man ja als Mama doch leider viel zu selten und vieles wird für selbstverständlich genommen. Deshalb hier meine ganz subjektive Lobeshymne:

- Ich habe zwei Kinder zur Welt gebracht. Das zweite Kind sogar ganz allein (also mit Hebamme und Arzt, aber eben ohne Unterstützung, weil mein Mann unseren Sohn versorgt hat). Ja, das haben sicherlich viele, aber ich bin trotzdem nicht weniger stolz darauf. Ich habe eine traumatische Geburt verarbeitet und danach noch eine wunderschöne Geburt gehabt.

- Ich habe eine furchtbare Schreibaby-Zeit mit meinem Großen überlebt. Und das umfasste nicht nur wenige Wochen, sondern das gesamte erste Babyjahr war für mich die Schreibaby-Zeit. Ich sage nicht, dass es keine Spuren in meiner Seele hinterlassen hat, aber ich habe es überstanden.

- Ich habe mich von Beginn an auf die Suche nach Erklärungen für sein spezielles Wesen begeben, um ihn besser zu verstehen und dadurch auch adäquater mit ihm umgehen zu können. Ich habe Unmengen an Literatur über Hochsensibilität gelesen, tausche mich dazu viel in der virtuellen Welt aus und das hilft mir oft weiter.

- Ich habe immer versucht, meine Kinder, vor allem den Großen, behutsam an für sie problematische Dinge heranzuführen. Zum Beispiel bin ich, was das Abgeben an die Großeltern angeht, was ich mir eigentlich schon viel früher, viel öfter und länger gewünscht hätte, Schritt für Schritt vorgegangen und habe den Großen lange Zeit nur stundenweise, dann mal von morgens bis abends und erst mit 3 Jahren, als ich die innere Überzeugung hatte, dass er reif genug dafür ist, zum Übernachten zu den Großeltern gegeben. Und es hat sich als erfolgreich erwiesen.

- Ich habe ein kleines soziales Netz aufgebaut und pflege es, damit wir einerseits ab und zu eine Entlastung haben, andererseits aber auch der Große als tendenzieller Einzelgänger lernt, wie Freundschaften funktionieren.

- Ich habe (für mich unglaublich) viele Abstriche hingenommen, was Ordnung, Sauberkeit, Struktur, Unternehmungen, Privatsphäre etc. betrifft. Und trotzdem beharre ich standhaft auf den wenigen Aspekten, die realistischerweise durchzusetzen sind.

- Ich reflektiere mich permanent, korrigiere mein Verhalten, wenn nötig, versuche mich auszutauschen, um meinen Weg zu finden und den Kindern in ihren individuellen Gegebenheiten gerecht zu werden. Ich bin empathisch, verständnisvoll, gerecht und bedauere und bereue es sehr, wenn die Nerven mal wieder dünn sind oder reißen. Ich zeige nicht nur meine Gefühle, sondern will meinen Kindern auch den konstruktiven Umgang damit beibringen.

- Ich versuche, für mich und meine Bedürfnisse zu sorgen, damit ich gut für meine Kinder sorgen kann. Das heißt auch manchmal, egoistisch auf Auszeiten zu bestehen und etwas für mich selbst zu machen. Im Endeffekt kommt das meinen Kindern zugute, weil ich dann ausgeglichener, geduldiger und verständnisvoller bin.

So, das war eine kleine Auswahl an Punkten, die mir wichtig sind. Und wenn ich mal wieder an mir und an allem zweifle, werde ich diesen Text hervorkramen und als kleine seelische Stärkung konsumieren. Macht ihr auch mit?

#MOMSROCK oder “Sie machen das wirklich gut!”