Freitag, 17. Februar 2017

Eine Spielplatzbegebenheit und die Frage der richtigen Reaktion

Seit Tagen grübele ich über eine Begebenheit auf dem Spielplatz nach und über der Frage, ob und wie ich (richtig) darauf hätte reagieren können/ müssen. Gestern las ich dann den Text der Grummelmama "Kinder müssen Grenzen erkennen: die anderer Menschen" und er passte so gut auf die begrübelte Situation, dass ich mir klarer darüber wurde, falsch (nämlich nicht) reagiert zu haben. Daraufhin sprach ich mit meinem Großen darüber, der betroffen gewesen war, sagte ihm, dass ich einen Fehler gemacht hatte, indem ich nicht reagiert hatte, und versprach ihm, mich beim nächsten Mal anders zu verhalten. Er wirkte sichtlich erleichtert. Ganz sicher bin ich mir aber immer noch nicht, was nun richtig gewesen wäre.

Wir waren gerade auf dem Spielplatz angekommen, als ein gleichaltriger Freund des Großen (knapp 6) mit Papa und Schwester kam. Der Freund schlich miesepetrig herum und der Papa warnte uns schon, dass er schlechte Laune habe und "bockig" sei. Er brachte also eine Hypothek mit, die nichts mit uns zu tun hatte. Mein Großer versuchte vorsichtig, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Dabei trat der Freund ihn grundlos, ohne Vorwarnung und heftig vor's Schienbein. Er hat sich wahrscheinlich bedrängt gefühlt. Der Große kam verwirrt zu uns und ich sagte lediglich zu ihm: "Hat ... Dich getreten? Der hat schlechte Laune, am besten, wir lassen ihn erstmal in Ruhe." Mehr nicht. Der Papa sagte auch nichts, weder zu seinem Sohn noch zu meinem Großen. Nur zu mir, dass das jetzt öfter ein Problem wäre und sein Sohn auch zu den Eltern körperlich aggressiv sei. Wir beließen es dabei, der Freund kriegte sich wieder ein, die Kinder näherten sich wieder etwas an und spielten noch miteinander. Ich aber hatte den ganzen Nachmittag/ Abend und am nächsten Tag ein komisches Gefühl, spürte eigentlich, dass meine Reaktion nicht zufriedenstellend war, wusste aber auch nicht genau, wie ich besser und angemessener hätte reagieren können.

 Bildquelle: Pixabay

Einerseits will ich definitiv nicht, dass mein Sohn einfach grundlos getreten wird und ich sollte einschreiten. Andererseits hätte ja der anwesende Papa reagieren müssen. Und zum Dritten war mein eigener Sohn beim letzten Besuch des Freundes zwar nicht körperlich aggressiv ihm gegenüber gewesen, hatte ihn aber komplett ignoriert und geschnitten. Das war auch überhaupt nicht in Ordnung gewesen, und ich habe ihm das hinterher deutlich gesagt. Dazu kamen Gedanken wie, dass die Kinder das unter sich regeln müssten und man ein Kind, was in einer schlechten Laune und Aggression feststeckte, nicht noch durch Zurechtweisen weiter reizen sollte. Es waren also vielerlei Impulse, die dazu führten, dass ich nicht reagierte bzw. nur so, wie oben geschildert. Aber richtig fühlte sich das nicht an. Ich hatte mit dem, was ich zu meinem Großen sagte, Verständnis für die Miesepetrigkeit des Freundes gezeigt, ohne ihm oder jenem zu sagen, dass körperliche Aggression nicht tolerierbar ist. Was macht man in solchen Fällen? Den anwesenden Papa, der den Hergang auch gesehen hatte, um Reaktion bitten? Ich wusste, dass der Papa des Freundes ein weniger großes Problem mit körperlichen Aggressionen hat als ich und eine in seinen Augen "übertriebene" Reaktion meinerseits nicht verstehen wird. Oder selbst das fremde Kind unter den Augen des Papas zurechtweisen? Aber hätte ich das gut gefunden, wenn der Papa des Freundes meinen Großen beim letzten Besuch zurechtgewiesen hätte, als er wirklich unhöflich zu seinem Freund war? Hätte ich das selbst in der Situation deutlicher tun müssen und nicht erst danach? Hat der Papa das vielleicht damals genauso von mir erwartet wie ich nun von ihm?

Es ist wirklich schwer, in solchen Situationen schnell alle Aspekte abzuwägen, um angemessen reagieren zu können. Ich hatte nach diesem Spielplatzereignis ein schlechtes Gefühl und der Text der Grummelmama hat mich darin bestärkt, beim nächsten Mal anders zu reagieren. Allerdings habe ich auch schon erlebt, wie schnell man als überbesorgte Mama abgestempelt wird (siehe dieser Text). Das schlimmste Gefühl ist jedoch, das eigene Kind im Stich zu lassen. Das war zum Glück diesmal nicht so stark, weil der Große es relativ gut weggesteckt hatte (was ungewöhnlich für ihn ist). Ich greife eigentlich immer recht schnell ein, wenn ich ein Missverhältnis oder Gewalt sehe, zumal meine Kinder sehr zurückhaltend und eher passiv sind. Außerdem möchte ich ihnen natürlich zeigen und vorleben, dass bestimmte Dinge nicht tolerierbar sind. Vor nun schon fast 2 Jahren hatten wir mal den Fall der Störenfriede in der Kita, die meinen Großen und andere Kinder ärgerten und wo ich deutlich eingriff. Bei der geschilderten Spielplatz-Begebenheit konnte ich das irgendwie nicht, da es um seinen Freund ging, der gerade mit sich zu kämpfen hatte, was natürlich keine Entschuldigung für das Treten ist. Der Ärger auf meinen Sohn beim letzten Treffen mit seinem Freund, als er diesen komplett ignorierte, trug dazu bei, dass ich den Großen nicht deutlicher in Schutz nahm. Bei einem fremden Kind wäre meine Reaktion mit Sicherheit anders ausgefallen. Es sind also immer sehr viele verschiedene Aspekte, die in solche Situationen hineinspielen, und ich finde es wahnsinnig schwierig, schnell den richtigen Weg zu finden. Das habe ich am nächsten Tag mit dem Großen nochmal geklärt und ihm versprochen, in solch einem Fall anders zu reagieren. Ganz genau wie, weiß ich aber immer noch nicht.

Was würdet ihr machen, wie löst ihr solche Situationen? Verhaltet ihr euch gegenüber befreundeten Kindern anders als gegenüber fremden? Bekommt ihr Verständnis für eure Reaktionen oder eher ein Kopfschütteln?

Dienstag, 14. Februar 2017

Ein Frage- und Antwortspiel nach Bloggerart

Die liebe Mo von 2kindchaos hat mir Fragen gestellt und die möchte ich aus virtueller Zuneigung gern beantworten. Das Ganze nennt sich Liebster Award und ist sowas wie ein Kennenlern-Kettenbrief unter Bloggern. Ihre Fragen sind spannend und abwechslungsreich und durch Antworten auf konkrete Fragen zeigt man nochmal ganz andere Aspekte von sich, das merke ich auch immer, wenn ich Interviewfragen beantworte. Also los.

Die Fragen:

1. Was macht Dich zum Menschen?

Mein Leben, meine Erlebnisse, meine Träume, meine Leidenschaften und Interessen, das Reflektieren, Erinnern, Lachen, Lieben, Genießen, Leiden, das Fröhlich- und das Traurig-Sein.

2. Wenn Du träumen könntest: Wie sieht Dein Leben in 10 Jahren aus?

Ich hoffe auf mehr Platz, mehr Naturnähe und natürlich viel mehr Freizeit und Selbstbestimmtheit als jetzt. Ein großer Traum wäre, so flexibel und von überall arbeiten zu können, dass ich die ungeliebte kalte und dunkle Jahreszeit in milderen Gefilden verbringen könnte. Das wird allerdings in 10 Jahren noch nix, weil meine Kinder dann noch in der Schule sind.

3. Wofür bist Du dankbar?

Dafür, dass wir bisher keine gravierenden gesundheitlichen Probleme hatten. Und dafür, dass am Ende eines langen Kinderwunschweges dann doch zwei Kinder zu uns gekommen sind. So anstrengend die letzten Jahre auch gewesen sind (und das waren sie!), bin ich trotzdem dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen kann, weil ich jahrelang auf der anderen Seite stand und weiß, wie sich das anfühlt.

4. Wobei steht die Zeit für Dich still?

Das habe ich bisher an meinen Kraftorten erlebt, vor allem in den Bergen von Gran Canaria an meinem Lieblingsplatz. Oder wenn wir früher über Ausgrabungsstätten im Mittelmeerraum vagabundiert sind. Oder als ich vor 20 Jahren an der Klagemauer in Jerusalem stand und mich am Mittelpunkt von Raum und Zeit fühlte. Da hab ich alles um mich herum vergessen. Das gelingt mir, je älter ich werde, schlecht bis gar nicht, je mehr Menschen (Kinder) um mich herum sind. Deshalb habe ich zwar einerseits Sehnsucht nach Wiederholung dieser Erfahrungen, weiß aber gleichzeitig, dass das zusammen mit den Kindern in dieser Tiefe nicht möglich sein wird und scheue mich deshalb davor.

5. Was tut Dir gut?

Alleinsein. Die Natur. Verreisen, Ausflüge, die Welt entdecken, meine Interessen pflegen. Wieder Alleinsein. Ausruhen. Die Seele baumeln lassen. Dinge tun, die ich gern mache und nach denen ich Sehnsucht habe.

6. Worauf freust Du Dich im Frühling?

Auf alles eigentlich. Das Erwachen der Natur, die zarten Blüten, das helle Grün, die längeren Tage, die kräftigeren Sonnenstrahlen. Außerdem auf die Geburtstage meiner Frühlingskinder und den Beginn der Gartensaison. Der Frühling ist meine allerliebste Jahreszeit.

Quelle: Pixabay

7. Was wäre der ideale Job für Dich? („Job“ umfasst dabei alles: von Nichtstun in der Hängematte über Ehrenämter, Familienzeit und Nebenjob bis hin zu US-Präsidentin.)

Der ideale Job für mich ist einer, wo ich Dinge abarbeiten kann und reagieren muss. Wo ich nicht von meiner Intuition, meiner Tagesform, meinen Ideen und Geistesblitzen abhängig bin, denn all das kann sehr stark schwanken. Deshalb könnte ich z.B. niemals professionell schreiben, weil es eben einfach nicht immer fließt. Auf Knopfdruck kreativ sein kann ich nicht. Ich muss etwas machen, was ich täglich nach einem Muster erledigen kann, unabhängig von Kreativität. Das können durchaus auch stupide Tätigkeiten sein. Ich freue mich dann, wenn ich sehe, dass ich eine bestimmte Menge abgearbeitet habe, das sind meine Erfolgserlebnisse. Ich kann auch keine Arbeit brauchen, die ich gedanklich mit nach Hause nehme, gerade in der aktuellen kräftezehrenden Lebensphase.

8. Wenn Du frei wählen könntest, finanziell unabhängig: Bei welchem Modell hättest Du ein gutes Beruf-Familie-Balance-Gefühl? (Kann natürlich auch Fulltimejob oder Vollzeit-Mama bedeuten!)

Weder Fulltimejob noch Vollzeit-Mamasein käme für mich infrage. Arbeiten möchte ich gern. Das aktuelle Pensum von 50% finde ich im Grunde passend und gut, würde aber gern zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten. Das ist leider nicht möglich. Die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe (nachmittags sind wir viel draußen unterwegs), ist genau richtig für mich. Unser Problem ist auch weniger die Balance zwischen Beruf und Familie, sondern vielmehr die fehlende Entlastung, also dass wir außerhalb der Kita alles selbst machen und schaffen müssen. Ich hätte gern einfach mal ein Wochenende nur für mich. Das fehlt und ist sehr kräftezehrend.

9. Deine beste Mama-Version unterhält sich mit Deiner fiesesten Mama-Version. Was sagen sie?

Die Fiese: "Verdammt nochmal, warum sind die Kinder eigentlich so schrecklich anstrengend?! Du hast sie mit Deiner bedürfnisorientierten Mutterschaft völlig verzogen! Schau sie Dir doch an, sie fordern den ganzen Tag, sind undankbar, respektieren Deine Bedürfnisse nicht und alles muss sich um sie drehen. Sie müssen mal lernen, sich zurückzunehmen und nicht all ihre Befindlichkeiten an euch auszulassen!"
Die Gute: "Ja, Du hast Recht, sie sind anstrengend. Aber sie sollen sich zuhause fallenlassen dürfen, sie sollen spüren, dass sie aufgefangen werden, egal wie sehr sie fordern. Und sie sollen sagen dürfen, was ihnen nicht gefällt. Sie trauen sich viel mehr, als Du Dich je in dem Alter getraut hättest, und das ist auch meist gut so. Du weißt, wieviel Du selbst als Kind unterdrücken musstest und wie Du Dich dabei fühltest. Das möchtest Du doch nicht für die Kinder! Also hilf mir bitte, indem Du mir zeigst, wie ich meine eigenen Bedürfnisse mehr achten kann, ohne dabei den Weg zu verlassen, den ich mit den Kindern gehe!"

10. Dein Leben als Film. Wie heißt er, und wo läuft er?

Puh, schwere Frage. Für die aktuelle Lebensphase kann ich das gar nicht beantworten. Insgesamt auf mein Wesen, mein Dasein bezogen wäre das vielleicht "Die Päpstin". Der Konflikt zwischen einem weltlichen und ideellen Leben (unabhängig von Religiösität), das Streben nach Wissen, das Anderssein, das Hinter-Sich-Lassen von Herkunft und Prägung beschreiben zentrale Punkte meiner Existenz. Der Film hat mich schon immer stark berührt, ich erkenne vieles wieder, was mich umtreibt. Wo er läuft? Zuhause manchmal, und zwar nur, wenn ich allein bin:-)

11. Wofür brennst Du?

Im Moment brenne ich kaum noch, sondern dümpele meist auf Sparflamme vor mich hin. Wenn ich allerdings eine tolle Ausstellung oder ein spannendes Museum besuche, einen schönen Film sehe, ein interessantes Buch lese oder eine ersehnte Reise mache, dann schlagen die Fünkchen wieder höher und ich merke, dass sich das Brennen vielleicht dereinst, wenn mehr Zeit und Muße in meinem Leben ist als jetzt, wieder wecken lässt.

So, liebe Mo und liebe Leser, das waren die Antworten zu den Fragen. Ich hoffe, ihr habt ein paar neue Aspekte über mich erfahren oder konntet euer Bild ergänzen. Meinerseits nominiere ich niemanden weiter, denn einige von denen, die ich nominieren würde, sind schon zusammen mit mir nominiert worden, und von anderen weiß ich, dass sie bei solchen Fragerunden nicht gern mitmachen. Also, wer mitmachen möchte, kann gern auch die Fragen von Mo beantworten und in den Kommentaren verlinken. Und jeder Leser darf sich gern eine Frage heraussuchen und mir dazu ein paar Worte schreiben. Ich freue mich!

Sonntag, 12. Februar 2017

Meine 12 von 12 im Februar 2017

Heute mache ich seit Ewigkeiten wiedermal bei #12von12 von Draußen nur Kännchen mit und zeige euch 12 Bilder von unserem Sonntag.

Am Vormittag spielten, malten und bastelten wir zuhause. Ein bisschen Proviant gehört auch immer dazu. Und ich versuchte nebenbei, neue Klamotten für die Kinder zu bestellen. Der Große (knapp 6 Jahre) geht gerade zur Gr. 134 über. Er rast nur so durch die Größen durch...


Auch die Eisenbahn wurde wieder einmal hervorgeholt. Eigentlich könnten wir sie verkaufen, so selten, wie sie bespielt wird.


Nach dem Mittagessen wurde der Mittagsschlaf natürlich wieder verweigert und wir machten uns auf den Weg zu einem Ausflugsziel. Es war grau in grau und eiskalt. Ich sehne den Frühling herbei!


Das passiert, wenn die Kinder "nicht müde" sind: sie schlafen im Auto ein.


Angekommen bei unserem Ausflugsziel, probierte die Kleine ihren neuen Roller* aus. Ein tolles Teil, das ich euch demnächst kurz vorstellen werde. Die Räder leuchten im Dunklen!


Die Frühlingsboten zeigen sich schon langsam. Ich kann es kaum erwarten.


Es gab eine kleine Schlittschuh-Bahn aus Kunststoff, die wir ausprobieren wollten. Leider gab es für die Kleine nicht die passende Schuhgröße. Deshalb machten das nur der Große mit dem Papa. Die Kleine führte den Großen zur Bahn.


Es war aber ziemlich schwierig für die beiden Jungs und der Große fiel oft hin.


Dann tobten sich die Kinder noch im Spielhaus aus. Zum Glück war es nicht überfüllt.


Als wir heimfuhren, dämmerte es gerade. Zum Glück ist es schon wesentlich länger hell als noch vor kurzem.


Zuhause angekommen, ging es für die Kleine nach dem Abendbrot in die Badewanne.


Der Große legte sich mit Wärmekissen und Handy auf's Sofa, da er Bauchschmerzen hatte.


Nun hoffen wir, dass die neue Woche ohne Krankheiten durchgehalten wird und sich die Sonne wirklich so viel blicken lässt, wie vorhergesagt. Das wäre toll und gäbe Kraft für den Winterendspurt!


Mehr #12von12 gibt es bei Draußen nur Kännchen.

*Affiliate Link

Donnerstag, 9. Februar 2017

Anzeige: Die perfekte Ferienwohnung für unseren Ostsee-Urlaub mit BestFewo


Seit wir Kinder haben, schätzen wir nicht zu weit entfernte, möglichst bekannte Urlaubsziele und vertraute Ferienwohnungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Anreise ist entspannt, die Örtlichkeiten sind vertraut und die Kinder fühlen sich gleich wohl, da sie die Ferienwohnung und Umgebung schon kennen. Denn viele Kinder mögen Veränderungen nicht so sehr und fahren deshalb gern an die bekannten, vertrauten Wohlfühlorte.


Auch bei uns haben sich in den letzten Jahren ein paar Urlaubsziele etabliert, wo wir immer wieder gern Urlaub machen. Eines davon liegt an der Ostseeküste zwischen Warnemünde und Kühlungsborn. Die Region ist wunderschön und hat auch bei etwas unbeständigerem Wetter unheimlich viel zu bieten. Der Rostocker Zoo und der Hafen, das Traditionsschiff und der IGA-Park, der Gespensterwald Nienhagen, die Sommerrodelbahn und das Münster in Bad Doberan, eine Fahrt mit der Molli (Eisenbahn), die Orte Warnemünde, Heiligendamm und Kühlungsborn sowie Karl's Erlebnishof in Rövershagen sind abwechslungsreiche Ausflugsziele. Selbst einen Tagesausflug nach Dänemark schafft man dank der häufigen Fährverbindungen. Unser Ostsee-Urlaub hatte zwar oft keine Schönwetter-Garantie, aber immer eine Erlebnis-Garantie. Im letzten Jahr wollten unsere Kinder gar nicht wieder nach Hause, und das will schon was heißen.


Unsere vertraute Ferienwohnung fanden wir seinerzeit über das Online-Portal BestFewo.de und buchen sie seitdem immer wieder über diesen Anbieter. BestFewo.de bietet eine große Auswahl an Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland an. Schon die Startseite ist sehr ansprechend gestaltet und weckt Reisesehnsucht. Die Handhabung und Buchung gestaltet sich sehr komfortabel und wir waren mit der Abwicklung immer rundum zufrieden. Die aktuellen Verfügbarkeiten der ausgewählten Ferienwohnung werden direkt angezeigt und man spart sich mühsame Terminanfragen. Ist der gesuchte Termin frei, kann man sofort online den Buchungsprozess durchführen und abschließen. Gerade für Eltern mit wenig Zeit und Muße ist dies Gold wert. Wir waren gleich bei unserer ersten Buchung sehr angetan von der einfachen Handhabung und schnellen Buchungsdurchführung. Und man findet wirklich wunderschöne Ferienwohnungen für jeden Geschmack und Geldbeutel bei BestFewo.de.

https://link.blogfoster.com/SJa3i4Uvx
Bildquelle: Bestfewo.de

Auch für den Sommer 2017 haben wir unsere vertraute Ferienwohnung wieder über BestFewo.de gebucht. Nun wollen wir zusätzlich dazu im Frühjahr eine neue Ostsee-Region erkunden, nämlich die Insel Usedom, und haben uns dafür natürlich bei BestFewo.de über Ferienwohnungen informiert. Gibt man seine Reiseeckdaten ein, gelangt man auf eine Übersichtsseite mit passenden Ferienwohnungen und -häusern. Diese Liste kann man sortieren nach Bewertungen, Anzahl der Schlafzimmer oder Personen. Leider fehlt die Sortierung nach dem Preis. In der linken Spalte kann man außerdem die individuellen Filterkriterien auswählen und bekommt dann die entsprechenden Treffer angezeigt. Für uns sind z.B. 2 Schlafzimmer unabdingbar, ebenso ein Geschirrspüler und wir wohnen im Urlaub gern ebenerdig, d.h. mit Gartennutzung, damit die Kinder schnell vor die Tür können. Hier sieht man die ausgewählten Kriterien sowie den ersten Treffer der Liste.

Bildquelle: Bestfewo.de

Klickt man nun ein bestimmtes Objekt an, erhält man nähere Details zur Ausstattung, Lage, Umgebung, zu Bewertungen und freien Reisezeiträumen sowie meist sehr viele ansprechende Fotos, hier am Beispiel eines zufällig ausgewählten Ferienhauses in Zinnowitz, das mich optisch und ausstattungsmäßig gleich ansprach, gezeigt.

Bildquelle: Bestfewo.de

Gefällt das Objekt und sind alle Kriterien erfüllt, startet man den Buchungsprozess, den man mit wenigen Klicks abgeschlossen hat. Jeder Schritt ist sehr übersichtlich und benutzerfreundlich gestaltet. Das Design der Webseite finde ich sehr ansprechend und die Fotos, die oft nicht nur die Ferienwohnungen oder -häuser zeigen, sondern auch das Ostsee-Flair vermitteln, wecken die Reiselust. Wir haben für unseren Usedom-Urlaub auch wieder die passende Ferienwohnung bei BestFewo.de gefunden und freuen uns schon sehr darauf, mal diese Ecke der deutschen Ostseeküste kennenzulernen.

Bildquelle: Bestfewo.de

Als ich einmal Hilfe von der Buchungshotline benötigte, wurde schnell, kompetent und freundlich Auskunft gegeben. Die Telefonnummer der Hotline steht gut sichtbar oben rechts auf der Startseite. Die Übergabe der Ferienwohnung und Abwicklung vor Ort war immer perfekt organisiert und sehr bequem. Da haben wir mit anderen Anbietern tatsächlich schon unschöne Erfahrungen gemacht. Wir sind sehr zufrieden mit BestFewo.de. Suchen wir eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus an der Ostsee, ist dieses Online-Portal immer unsere erste Adresse. Probiert es selbst mal aus!

https://link.blogfoster.com/SJa3i4Uvx
Bildquelle: Bestfewo.de

Wohin geht euer Sommerurlaub 2017? Und welche Aspekte sind für euch beim Buchen einer Ferienwohnung am wichtigsten? Habt ihr damit bereits Erfahrungen gesammelt?

Sonntag, 5. Februar 2017

Als Mutter anders als gedacht

Wie seid ihr als Eltern? Seid ihr solche Eltern wie in eurer Vorstellung geworden oder ganz andere? Kommt ihr mit der Elternrolle bzw. -aufgabe besser, schlechter oder genauso zurecht wie vorher gedacht? Konntet ihr euch überhaupt realistisch vorstellen, wie es ist, Mutter oder Vater zu sein? Hattet ihr viele Gelegenheiten zu üben, sei es durch deutlich jüngere Geschwister, Babys im Freundeskreis oder Babysittererfahrungen? Meint ihr, das hat überhaupt einen Einfluss darauf, wie man selbst als Mama/Papa wird bzw. klarkommt, oder spielen da noch viele andere Faktoren hinein, z.B. die hormonellen Veränderungen, der Charakter des Kindes und individuelle Faktoren wie die Unterstützung des Partners oder fehlende Entlastung? Ist eure Partnerin/ euer Partner vielleicht als Mutter/ Vater ganz anders geworden als vorher gedacht?

Es gibt mit Sicherheit alle möglichen Konstellationen: Eltern, die sich nie vorstellen konnten, ein Kind zu bekommen und sich als ungeeignet für die Elternschaft hielten, die aber die erfülltesten und liebevollsten Eltern für ihr Kind wurden, genauso wie diejenigen, bei denen sich ihre Vorahnung oder Selbsteinschätzung bewahrheitete, als sie (vielleicht ungewollt) Eltern wurden. Eltern, die sich sehnlichst ein Kind wünschten und, falls es schwierig war, enorme Mittel und Wege in Kauf nahmen, für die dann aber alles gar nicht so rosig war wie vorgestellt, genauso wie diejenigen, die nach der Erfüllung dieses möglicherweise langgehegten Wunsches ihr Lebensglück tatsächlich fanden. Einige werden sich sicherlich vorher kaum Gedanken gemacht haben und das setzt sich als Eltern fort, indem sie einfach ihren Weg gehen, sei dieser nun besonders reflektiert oder nicht.

Bei mir ist eigentlich alles anders gekommen, als ich es mir vorgestellt und ausgemalt habe. In beide Richtungen, das möchte ich gleich dazu sagen. Als Mama bin ich tausendmal empathischer, einfühlsamer, verständnisvoller, bindungs- und kindorientierter geworden als ich es je für möglich gehalten hätte. Ich hatte in diesem Text schon einmal beschrieben, dass ich früher eher eine "Erziehungs-Hardlinerin" war und den Charakter von Kindern größtenteils dem Erziehungs(un)vermögen der Eltern zugeschrieben habe. Meine eigenen Kinder, vor allem deren Gegensätzlichkeit, haben mich eines Besseren belehrt. Aber gleichzeitig war und bin ich als Mama, vor allem in den ersten sehr anstrengenden Jahren, auch deutlich ungeduldiger, genervter und stressanfälliger als in meiner früheren Vorstellung. Der Schlafmangel und die fehlende Entlastung trugen hier sicherlich einen großen Anteil. Und was noch gravierender ist: ich selbst und sicherlich auch mein Umfeld haben damit gerechnet, dass mich die Mutterrolle hundertprozentig aus- und erfüllen würde, dass ich eine überglückliche Mutter wäre und nichts anderes mehr als Mutter sein wöllte, gerade nach unserer langen und schmerzhaften Kinderwunsch-Vorgeschichte. Dass das anders gekommen ist, und zwar anfänglich extrem anders, hat nicht nur mich selbst aus der Bahn geworfen, sondern auch meine Umgebung überrascht und ratlos gemacht. Denn wenn ein Mensch plötzlich so ganz andere Emotionen zeigt als erwartet, dann erkennt man ihn erstmal gar nicht wieder. Und wenn man dann weder Zeit noch Gelegenheit hat (wie es oft im Babyjahr der Fall ist), um die völlig neue emotionale Situation intensiv zu besprechen und zu reflektieren, fühlt sich jede Seite allein gelassen und missverstanden.

Ich jedenfalls bin eine ganz andere Mutter geworden als ich gedacht hatte, sowohl was meine Beziehung zu meinen Kindern angeht als auch meine eigenen Gefühle, die Mutterrolle, das "Mutterglück" betreffend, und ich glaube, nicht nur ich selbst, sondern auch mein gesamtes Umfeld mussten sich erst einmal daran gewöhnen, dass vieles anders gekommen ist als erwartet, dass ich anders reagierte als erhofft, dass die Umstände insgesamt viel schwieriger waren und dass wir alle viel Zeit brauchten, um uns an das neue Leben zu gewöhnen. Ich habe sehr viel Unverständnis für meine heftigen Emotionen kassiert, denn damit, wie ich mich als Mutter und Mensch fühlte, was ich sagte und hinausschrie, was ich mir wünschte und wonach ich mich sehnte, hat keiner gerechnet, so kannte mich vorher keiner, das war völlig unerwartet. Und deshalb sage ich, man kann nie wissen, wie man als Mutter/ Vater wird, wie man mit der Elternrolle klarkommt und wie sich alles entwickelt.

 Bildquelle: Pixabay

Ab und zu lese ich Bemerkungen wie "Du hast doch gewusst, wen du dir als Vater/ Mutter deiner Kinder aussuchst" etc., oft bezogen auf Männer, die sich aus ihrer Verantwortung als Väter zurückziehen, die nicht zugewandt mit ihren Kindern umgehen, die sich das Leben als Eltern anders vorgestellt hatten. Diese Fälle gibt es sicherlich zuhauf, aber darauf will ich gar nicht hinaus. Ich will eher an meinem eigenen Beispiel als Frau und Mutter zeigen, dass man eben vorher nicht weiß, "wen man sich als Vater/ Mutter seiner Kinder aussucht". Mein Mann, meine Eltern, meine Freunde hätten sicherlich niemals damit gerechnet, dass ich so eine unzufriedene, ja unglückliche Mutter werde, wie ich es die ersten Jahre war, dass mich die Mutterschaft eben nicht per se erfüllte, sondern ich stattdessen so einschneidend wie noch nie in meinem Leben geschwächt, überfordert und verzweifelt war. Das hätte ich ja selbst nie für möglich gehalten. Mein Umfeld war davon genauso überfordert wie ich. Und nein, das kann man vorher nicht wissen, woher auch. Weder von sich selbst noch vom Partner. Elternschaft ist für viele Menschen ein mehr oder weniger großer Einschnitt, für einige jedoch bedeutet sie eine radikale Neuorientierung, ein Neu-Erkennen der eigenen Persönlichkeit und damit viele Veränderungen für sich selbst und die Umgebung. Auch das persönliche Umfeld braucht Zeit dafür und es ist für beide Seiten nicht einfach. Ich/ wir haben das durchgemacht und dieser Prozess ist noch nicht beendet.

Gleichzeitig habe ich mich, was meine Überzeugungen und Werte als Mama betrifft, auch völlig neu orientiert. Ich bin keine strenge, regelbewusste, konsequente Mama geworden wie gedacht, sondern weich, bindungsorientiert, verständnisvoll, nachgiebig, empathisch. Das war auch keine bewusste Entscheidung, sondern es hat sich so ergeben und entwickelt im Leben mit meinen Kindern, vor allem mit meinem Großen, der von Anfang an ein bedingungsloses Eingehen auf seine Bedürfnisse einforderte. Die Lektüre von vielen Büchern und Blogs haben ebenso dazu beigetragen wie die Erinnerungen an eigene Kindheitserfahrungen. Nicht nur fühlt sich also das Muttersein für mich anders an als gedacht, sondern ich bin auch in der Beziehung zu meinen Kindern eine andere Mutter geworden als vorgestellt. Auch diese Entwicklung hat mein Umfeld sicherlich überrascht und bis heute habe ich immer noch ab und zu den Eindruck, dass mancher nicht wirklich verstanden hat, welchen Weg ich als Mutter gehe. Das ist schade, aber bei so krassen Veränderungen sicherlich auch verständlich. Umgekehrt würde mir das bestimmt genauso gehen.
 
Aus meiner eigenen Geschichte und vielen ähnlichen Erfahrungen heraus bin ich überzeugt davon, dass man vorher tatsächlich nicht wissen kann, wie man selbst oder der Partner als Mutter/ Vater wird und wie man bzw. der Partner mit der Elternrolle klarkommt. Es ist ein Weg, ein Prozess, der mehr oder weniger weitab von der früheren Persönlichkeit und den alten Überzeugungen führen kann. Und das ist weder für sich selbst noch für das Umfeld einfach. Deshalb bin ich vorsichtig mit solchen Aussagen, dass man doch gewusst hätte, wen man sich als Vater/ Mutter seiner Kinder aussucht. Nein, ich glaube, im Endeffekt kann man das nicht wissen. Elternschaft ist für jeden Menschen eine Überraschung, auf die sich keiner wirklich vorbereiten kann.

Was meint ihr dazu, könnt ihr das aus eurer Erfahrung bestätigen oder seid ihr als Mutter/ Vater genauso wie vorgestellt? Erzählt mal...

Dienstag, 31. Januar 2017

Angst und Sorge um die Kleine

Gestern war eigentlich mein freier Montag, meine wichtigste Kraftquelle für den Alltag. Gestern war einer der anstrengendsten Tage seit langem. Und dazu noch sehr emotional. Gespickt mit Migräne und Erkältung bei mir sowie einer aus Sorgen und Befürchtungen heraus wachgelegenen Nacht und einem grippalen Infekt beim Mann. Eine ungute Mischung, zumal wir für unsere Kleine stark sein mussten. Sie hatte gestern einen Eingriff unter Vollnarkose. Den Termin hatten wir überraschend erst am vergangenen Freitag beim Vorgespräch bekommen. Jemand anderes hatte abgesagt. Mir war das eigentlich zu kurzfristig, brauche ich doch immer Zeit, um mich mental vorzubereiten, aber mehrere Gründe sprachen dafür. Und so sagten wir zu. Ich hatte große Angst, denn eine hundertprozentige Garantie dafür, dass das Kind wieder aufwacht, gibt es natürlich nicht. Seit den bei der U7a festgestellten, aber zum Glück harmlosen Herzgeräuschen des Großen und einer Situation, als wir die Kleine am offenen Fenster (2. Stock) erwischten, habe ich nicht mehr solche Angst um eines meiner Kinder gehabt. In der schlaflosen Nacht vorher habe ich immer wieder geweint. Aber es gab eben leider keine andere Wahl.

Wir frühstückten ausgiebig und ab 7:30 Uhr durfte die Kleine dann nichts mehr essen. Das ist für sie wirklich eine Folter, denn sie ist ein "Snack-Kind", sie isst generell nur homöopathische Mengen, dafür aber oft über den Tag verteilt. Das zu ändern ist schier unmöglich, beim Großen war das ähnlich und es hat sich bei ihm erst im letzten Jahr gewandelt. Die Kinder spielten noch ein wenig und dann brachte der Mann den Großen zusammen mit der Kleinen zur Kita. Zurück zuhause spielten die beiden noch miteinander, bis wir um 11:30 Uhr losfuhren. Die Kleine war zu diesem Zeitpunkt schon sehr hungrig und ihre Laune schwankte zwischen aggressiv und apathisch. Als wir in der Praxis ankamen, teilte man uns mit, dass es Verzögerungen gäbe. Das war großer Mist, da wir die Kleine nun nochmal eine Stunde länger ziehen mussten. Für ein Kind von 3 3/4 Jahren wirklich eine Zumutung. In der Kita hätte es bis zu diesem Zeitpunkt schon 2 Mahlzeiten, nämlich Obst- und Mittagessen gegeben. Alle 10 Sekunden jammerte sie im Wartezimmer, dass sie Hunger habe, verständlicherweise. Uns ging es genauso, hatten wir doch auch nichts bzw. nur Kleinigkeiten heimlich gegessen. Sie tat mir wirklich leid, denn genau wie ich bekommt sie bei Hunger schlechte Laune. Zusammen mit der Mittagsmüdigkeit denkbar schlechte Voraussetzungen für den Eingriff. Mit viel Mühe hielten wir sie abwechselnd bei Laune.

Wir hatten vorher ausgemacht, dass der Mann sie in den OP-Raum begleitet, wenn sie dies zulässt, da ich nicht für meine Fassung und Stärke garantieren konnte. Das klappte glücklicherweise, mit einer Stunde Verspätung ging es endlich los. Ich wartete draußen. Im Vorgespräch waren wir darüber informiert worden, wie der Ablauf ist. Nach dem Umziehen wird die Narkose über eine Maske eingeleitet. Der Mann war bei der Kleinen und verließ sie erst, als sie schon schlief. Der Kleinen waren die Tränchen gekullert, aber sie hatte immerhin alles über sich ergehen lassen, woran ich vorher ziemlich gezweifelt hatte, und auch an meinem Mann ging das Ganze nicht spurlos vorbei. Wenn man sein Kind bewusst und geplant, wenn auch alternativlos, einer Vollnarkose aussetzt, dann bekommt die generelle diffuse Angst, die man als Eltern um sein Kind hat, eine neue Qualität und Konkretheit.

Bildquelle: Pixabay

Dann mussten wir auf das Röntgen-Ergebnis warten, um die konkreten Schritte zu besprechen. Auch dies dauerte sehr lange und wir brüteten im Wartezimmer vor uns hin. Endlich kam die Schwester, wir unterschrieben, was gemacht werden musste, und durften dann eine halbe Stunde an die frische Luft und etwas essen gehen. Das war bitter nötig, mittlerweile war es 14:30 Uhr. Als wir zurück kamen, hatten wir gehofft, die OP sei fast fertig, aber wieder mussten wir lange warten. Und danach mussten wir noch einmal 1,5 Stunden im Aufwachraum einplanen sowie die Fahrtzeit von ca. 45 Minuten. Da wir befürchteten, es nicht rechtzeitig zur Kitaschließung um 17:30 Uhr zu schaffen, um den Großen abzuholen, bat ich eine befreundete Mama, den Großen spontan mitzunehmen. Sie sagte sofort zu. Ich rief noch in der Kita an, um Bescheid zu geben. Meine Migräne verstärkte sich und der Mann hing in den Seilen. Wenigstens hatten wir nun keine Sorge um den Großen mehr.

Gegen 15:30 Uhr durften wir endlich in den Aufwachraum. Und da lag sie, unsere Kleine, im Krankenhaushemd und schlief friedlich im Gitterbett. Ein ganz unbeschreibliches, furchtbares und dennoch erleichterndes Gefühl, wir mussten beide weinen, als wir sie so sahen. Die Ärztin kam zu uns und besprach den Verlauf der OP und die Nachbereitung. Danach wachte die Kleine ziemlich schnell auf. Man hatte uns gesagt, dass manche Kinder ziemlich heftig weinen, viele aber auch einfach wieder einschlummern. Nicht so die Kleine. Sie wollte sofort hoch. Zuerst war sie noch ziemlich kuschelig und ließ sich von mir herumtragen. Aber als sie merkte, dass sie noch nicht so konnte, wie sie wollte, wurde sie wütend. Außerdem wollte sie dringend etwas von unseren Mitbringseln essen, was aber von der Krankenschwester verwehrt wurde. Sie wollte nicht mehr auf den Arm, nicht auf den Schoß, zum Papa und ins Bett auch nicht, sondern laufen und essen. Beides ging nicht, sie torkelte herum und wir mussten aufpassen, dass sie sich nicht wehtat. Sie ließ uns nicht an sich heran. Wir durften sie nicht anfassen, nicht ansprechen, nichts vorschlagen. Sie war verstört und außer sich, rief immer wieder, dass sie raus und losgehen will. Irgendwann lag sie auf dem Fußboden und wir saßen daneben, genau wie bei einem Wutsturm. Das war für uns die anstrengendste Stunde dieses ganzen Tages. In solchen Momenten wünscht man sich ein Kind, das "wie viele andere Kinder einfach nochmal einschläft".

Nach einer schieren Ewigkeit kam die Anästhesistin und gab grünes Licht zur Abreise und damit zum Essen. Die Kleine stürzte sich auf ihren Quetschie, den man ihr unsinnigerweise verwehrt hatte, und war glücklich. Wir verließen die Praxis in Windeseile und fuhren nach Hause. Im Auto mampfte sie weiches Toastbrot und Banane, war aber auch sehr unruhig. Kurz vor Ankunft schlief sie doch tatsächlich ein. Ich blieb also im dunklen Auto bei ihr sitzen und der Mann holte den Großen von seinem Freund ab. Wir waren alle fix und fertig, aßen noch schnell Abendbrot und brachten die Kinder ins Bett. Das war wirklich der anstrengendste Tag seit langem. Aber als ich abends neben ihr lag und sie einschlief, war ich einfach nur dankbar und froh, dass sie da war, wo sie immer liegt.

Heute war die Kleine noch krankgeschrieben und ich betreute sie zuhause. Der Mann lag bis nachmittags krank im Bett. Ich quälte mich auch mehr recht als schlecht durch den Tag. Die Kleine wirkte heute noch recht schwach, redete wenig für ihre Verhältnisse und sagte, dass ihr übel sei. Im Spielzeugladen durfte sie sich wie versprochen etwas aussuchen und wählte einen Bibi-Blocksberg-Puzzlekoffer. Morgen soll sie wieder in die Kita gehen und in 2-3 Wochen gibt es einen Nachsorgetermin. Ich kann nur hoffen, dass das für eine lange Zeit die erste und letzte Vollnarkose bei einem meiner Kinder bleibt. Denn die Angst und Sorgen sind wirklich riesengroß. Nun ist alles gut gegangen und ich bin unendlich froh und erleichtert. Meine tapfere kleine Maus!

Donnerstag, 26. Januar 2017

Die Herausforderungen hochsensibler Jungen: "Ist unser Sohn hochsensibel?" (Rezension)

Das Buch, das ich heute vorstellen möchte, ist ganz neu auf dem Markt und im Herder Verlag erschienen: "Ist unser Sohn hochsensibel? Hochsensibilität bei Jungen erkennen und verstehen"*. Die Autorin Uta Reimann-Höhn ist Pädagogin, Mutter zweier Söhne und hat schon einige Ratgeber verfasst, u.a. zum Thema AD(H)S. Soweit mir bekannt ist, handelt es sich bei diesem neu erschienenen Buch um das erste und bisher einzige Werk, das sich speziell dem Thema "Hochsensible Jungen" widmet. Über hochsensible Männer gibt es seit kurzem das Buch Der sanfte Krieger von Oliver Domröse, doch die Hochsensibilität bei Jungen wird in den diversen Sachbüchern nur angeschnitten, z. B. in Hochsensibel ist mehr als zart besaitet von Sylvia Harke auf S. 222ff. Mich interessiert das Thema sehr, denn mein Großer ist vermutlich hochsensibel und seine in diesem Jahr bevorstehende Einschulung beschert mir viele Gedanken und Sorgen, die um sein spezielles Wesen und sein Klarkommen in diesem unindividualistischen System Schule kreisen. Dafür habe ich im Buch viele wertvolle Anregungen und Tipps bekommen. Es ist allerdings, und das habe ich fast erwartet, im Wesentlichen ein Buch über hochsensible Kinder, nicht nur Jungen.

Die Autorin startet mit einer kurzen Einführung anhand von Fallbeispielen und geht erfrischend schnell ins Detail, ohne sich an langen Erklärungen oder Diskussionen über das Phänomen der Hochsensibilität aufzuhalten. Man sollte also schon ein wenig Vorwissen zu dem Thema haben. Danach folgt das Kapitel "Positive Merkmale von hochsensiblen Jungen", in dem sie zum einen beschreibt, was hochsensible Kinder besonders gut können, zum anderen aber auch erwähnt, worunter solche Kinder gerade in der heutigen Zeit leiden. Und sie geht auf die speziellen Herausforderungen hochsensibler Jungen/ Männer ein, denn: "Besonders schwer haben es die Jungen, denn noch immer wird von ihnen erwartet, einem klassischen Rollenbild zu folgen. Ein Junge, der nicht tobt, kämpft und sich durchsetzt, wird häufig nicht ernst genommen." (S. 41f.) Und: "Hochsensible Jungen können ihre Gefühle und ihre Wahrnehmung der Welt selten mit anderen Männern teilen." (S. 139)

Spezielle Herausforderungen von hochsensiblen Jungen im Vergleich zu ihren nicht hochsensiblen Geschlechtsgenossen sind z.B.:

- die Abneigung gegen Körperlichkeit und Konkurrenzkampf: "Gerangel und Kämpfchen mögen sie nicht und vermeiden Auseinandersetzungen, wo immer es geht. Streitereien und Konflikte - Alltag im Kindergarten und für manche Jungen ein großer Spaß - sind ihnen verhasst." (S. 46)

- die Abneigung gegen Gruppen- und Wettkampfspiele

- die Abneigung gegen den Genuss von Fleisch bzw. überhaupt das selektive Essverhalten

- ihre Vorsichtigkeit, Ängstlichkeit und mangelnde Experimentierfreudigkeit, Abneigung gegen Höhe und Geschwindigkeit, fehlende Risikofreude

- ihre Emotionalität, ihr Einfühlungsvermögen, ihre Tendenz zum Vermittler und Nicht-Eignung zum "Anführer", ihre Entscheidungsscheu und Bedachtsamkeit

Nach der Einführung folgt ein Test mit 25 Fragen, der sich am bekannten Test von Elaine Aron orientiert und deren Fragen auf Jungen fokussiert. Die Fragen passen naturgemäß auf Kinder beides Geschlechts. Ich finde die diversen Tests zwar immer interessant, denke aber, dass es genau wie bei der Frage der eigenen Hochsensibilität genauso stark darauf ankommt, ob man sich selbst oder sein Kind in den Beschreibungen der Literatur bzw. den Erfahrungsberichten erkennt. Sucht man Antworten auf Fragen oder Hilfestellungen für Herausforderungen, dann beschäftigt man sich weiter mit dem Thema, unabhängig davon, wieviele Punkte man oder das Kind erreicht hat.

Danach geht die Autorin ausführlich auf die verschiedenen Lebensphasen eines Kindes ein: Baby- und Kleinkindzeit, Schuljahre und Pubertät. Sie bestätigt, dass man schon bei Säuglingen erste Anzeichen einer Hochsensibilität wie schnelle Überreizung, schlechtes Abschalten, unstillbares Schreien, starkes Fremdeln, Einforderung von Struktur und gewohnten Dingen etc. erkennen kann, konstatiert aber, dass "vielen Eltern [...] die Besonderheit dieses Verhaltens gar nicht auf[fällt], besonders wenn es sich um das erste Kind handelt" (S. 41). Das kann ich aus unserer Geschichte heraus nicht bestätigen, ich habe von Anfang an Erklärungen für das in meinen Augen auffällig ungewöhnliche und kräftezehrende Verhalten meines Großen gesucht. Auch in der Kleinkindzeit sieht man deutlich die Anzeichen für eine Hochsensibilität von Kindern, vor allem beim Thema Essen und Kleidung, Körperpflege (Waschen, Friseur, Nägelschneiden etc.), Fixierung auf wenige Bezugspersonen, Überforderung im Kindergartenalltag, Geräuschempfindlichkeit, Konfliktscheu usw. Eltern können hier durch viel Verständnis und Einfühlsamkeit großen Einfluss auf die Entwickung des Kindes nehmen.

Eine besondere Herausforderung für hochsensible Kinder ist die Schulzeit, die man gerade für diese Kinder sehr gut vorbereiten sollte. Aus diesem Kapitel habe ich angesichts der bei uns bald bevorstehenden Einschulung viele interessante Anregungen und Tipps mitgenommen. Die Umstellung auf diesen (wie auch auf jeden) neuen Lebensabschnitt kann bei hochsensiblen Kindern deutlich mehr Zeit einnehmen als bei anderen. Schule ist in fast allen Komponenten wesentlich anstrengender als der Kitaalltag. Das Kind braucht also noch mehr Regenerationsmöglichkeiten und Ruheoasen. Der Beziehung des Kindes und der Eltern zum Lehrer/zur Lehrerin kommt eine enorm große Bedeutung zu. Da hochsensible Kinder auf jegliche Art von Druck negativ reagieren, müssen bis dahin Strategien gefunden werden, um mit dem steigenden schulischen Druck umzugehen. Auch das Thema Freundschaften bringt nun besondere Herausforderungen mit sich, die Ansprüche an die Anpassungsfähigkeit an die Peergroup wachsen und Klassenfahrten sowie Teamsport sind nicht immer positive Erfahrungen für hochsensible Kinder. Perfektionismus, geringe Frustrationstoleranz, Kritikempfindlichkeit, Ruhebedürftigkeit, starkes Gerechtigkeitsempfinden, mangelndes Selbstbewusstsein machen sich während der Schulzeit noch deutlicher bemerkbar als vorher.

Besonders in der Pubertät, dieser extremsten Phase der Selbstfindung, hat die Veranlagung hochsensibler Jungen keinen Platz. Vieles, woran andere Jugendliche Freude haben, ist für Hochsensible Folter (Konzerte, Disko, Fußballspiele, Partys). Sie fühlen sich deshalb schnell ausgegrenzt und einsam, wenn sie bis dahin nicht einen oder mehrere Gleichgesinnte gefunden und diese Freundschaften auch gepflegt haben. Eine gute Methode nicht nur zum Finden von Gleichgesinnten, sondern auch zum Aufbau von Selbstbewusstsein ist das möglichst frühzeitige Aussuchen eines passenden Hobbys, wodurch sowohl Selbst- als auch Fremdbestätigung erlangt werden kann. Hierbei sollten gerade die Eltern unterstützend wirken und gemeinsam mit dem Kind/ Jugendlichen eine Leidenschaft/ ein Hobby suchen, was fordert, ohne zu überfordern, das den Kontakt zu Gleichgesinnten herstellt und Bestätigung gibt. Wenn dies nicht vorhanden ist, besteht gerade für hochsensible Jungen in der Pubertät das Risiko, an falsche Freunde zu geraten: "Werden sie von einer Gemeinschaft freundlich und ohne Bewertung ihrer Persönlichkeit aufgenommen, stellen sie deren Motive möglicherweise nicht mehr infrage." (S. 140) Deshalb ist es unabdingbar, das eigene Kind mit all seinen Facetten anzunehmen und ihm Wege zu zeigen, wie es Selbstbewusstsein und Resilienz erlangen kann. Bei der späteren Berufswahl sollten nicht nur die Interessen, sondern auch die Rahmenbedingungen (Großraumbüro, Außenkontakte, Flexibilität) berücksichtigt werden.

Zum Abschluss des Buches folgen in gebündelter Form wichtige Tipps für Eltern hochsensibler Kinder, eine Zusammenfassung und ein paar Anlaufstellen sowie Literaturvorschläge.

Zusammenfassung:

Das Buch liest sich sehr gut und flüssig, ist verständlich und praxisnah geschrieben. Ein paar Vorkenntnisse über Hochsensibilität sollte man schon besitzen. Die Fallbeispiele veranschaulichen die theoretischen Aspekte, man findet Situationen wieder, die jeder, der ein hochsensibles Kind hat, schon erlebt hat. Für mich war besonders die ausführliche Behandlung der Schulzeit unglaublich interessant und ich habe in diesem Kapitel viele sehr gute Ratschläge gefunden, die ich berücksichtigen werde. Vieles mache ich schon richtig und doch bleibt die Sorge vor den großen Herausforderungen der Schulzeit. Das Buch hat mir sehr geholfen, meinen diffusen Ängste etwas zu ordnen und zu beruhigen. Ich werde dezidiert auf die beschriebenen Punkte achten und hoffe, dadurch zu einer sicherlich nicht unanstrengenden, aber von Verständnis und Unterstützung getragenen Schulzeit für meinen Großen beizutragen.

Einige Äußerungen haben mir überhaupt nicht gefallen und mich sehr an veraltete pädagogische Muster erinnert, z.B.: "Achten Sie darauf, dass Ihr Kind solche Wutanfälle nicht dazu benutzt, seinen Willen durchzusetzen.[...] Diese Unterscheidung müssen Sie treffen, um Ihrem Kind klare Grenzen aufzuzeigen und sich nicht von ihm manipulieren zu lassen." (S. 43) oder auch "Vermeiden Sie es, gerade auch bei Schulkindern, bis zum Einschlafen am Bett sitzen zu bleiben." (S. 94) Solche pauschalen Aussagen kann ich nicht nachvollziehen, man sollte sich aber auch nicht zu sehr daran festbeißen.

Insgesamt kann ich die Lektüre dieses Buches jedem, der sich für das Thema hochsensible Kinder, speziell bei Jungen, interessiert, empfehlen. Viele der beschriebenen Aspekte passen auf beide Geschlechter und einige Bereiche sind für hochsensible Jungen besonders brisant. Sicherlich ist es für hochsensible Jungen noch schwieriger, ihren Weg zu finden, als für Mädchen. Der Rolle der Eltern bzw. Bezugspersonen kommt hier große Bedeutung zu. Im Buch finden sich äußerst wertvolle Tipps für das liebe- und verständnisvolle Navigieren durch die Kindheit und Jugend eines hochsensiblen Jungen.

Die Eckdaten:
Uta Reimann-Höhn: Ist unser Sohn hochsensibel? Hochsensibilität bei Jungen erkennen und verstehen*, Herder Verlag, Januar 2017, 192 Seiten, ISBN 978-3451614040, € 19,99

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Montag, 23. Januar 2017

Was für ein schöner Sonntag!

Oft genug gab es hier von anstrengenden, nervenaufreibenden Wochenenden, Urlauben und Ferien zu lesen, ja selbst einzelne Schließtage brachten mich, genauso wie den Mann, manchmal an den Rand unserer Nerven. Deshalb möchte ich heute ganz bewusst mal von einem wunderschönen Tag mit den Kindern erzählen, als positiven Gegenpart zu manchem Negativbericht hier und für mich selbst als Erinnerung daran, dass diese Tage existieren, dass vieles jetzt möglich ist, was früher undenkbar war, dass ich mittlerweile viel mehr Dinge als früher ohne Nervenzusammenbrüche oder völlige Erschöpfung schaffe und dass es nicht nur anstrengend, sondern auch richtig toll mit den Kindern sein kann. Ich kam gestern so zufrieden, ausgeglichen, erfüllt, selig, vollgetankt mit frischer Luft, Kinderteamgeist und Stärke von meinem Ausflug mit den Kindern nach Hause und dachte, warum kann es nicht immer so sein? Nicht mal meine Erkältung hat gestört...

Als der Mann sich morgens mit Migräne ins Bett legte, spielten wir erst noch ein bisschen zuhause, aber mich zog es raus, denn das Wetter war grandios, Sonne, blauer Himmel, eiskalt, aber trocken und die Vögel zwitscherten, als wäre schon Frühling. Wir packten uns total dick ein, denn ich wollte mit den Kindern in den Zoo fahren. Erst fürchtete ich, dass der Große bei der Bekanntgabe des Ausflugsziels mosern würde, denn bekanntlich ist er nicht gerade tiervernarrt und hat noch vor wenigen Wochen kundgetan: "Boah nee, für Zoo bin ich zu alt!" Aber die Kleine war beim letzten Besuch eines Zoos in einer anderen Stadt (in unserem Weihnachtsurlaub) total traurig gewesen, dass sie keine Elefanten gesehen hatte (wir hatten ein Abendticket und keine Zeit mehr), so dass ich ihr versprochen hatte, bald Elefanten zu besuchen. Erstaunlicherweise kam der Große bereitwillig mit und so fuhren wir drei mit Bus und U-Bahn zum Zoo, wo wir um 11:30 Uhr ankamen. Ich war gespannt, wie lange die Kinder durchhalten würden (zwar schlafen sie nun mittags nicht mehr, aber wir machen immer eine Mittagspause zuhause) und besonders war ich auf die Laune des Großen gespannt, denn er hatte tatsächlich von Anfang an bei jedem Zoobesuch schlechte Laune gehabt. Früher fragten wir uns immer, was denn mit ihm los sei, immerhin begeisterten sich doch "ALLE" anderen Kinder für Tiere, nur er nicht und war im Gegenteil immer total motzig und mies drauf. Mittlerweile wissen wir, dass Tiere ihn eben nicht so superdoll interessieren und es ihm sicherlich auch oft alles zu viel und zu fremd war, die strengen Gerüche, das Gedrängel vor den Gehegen etc. Ehrlich gesagt, ging mir das auch oft so. Je älter er wird, umso mehr fragt er aber, wo bestimmte Tiere leben, wie alt sie werden etc., interessiert sich also mehr für die Fakten als die Lebewesen. Ich glaube, auch dies war bei mir früher ähnlich.

Die Kleine war selig, als sie ihre Elefanten sah, und auch der Große zeigte keine Ansätze seiner sonstigen Zoo-Aversion. Wir gingen zu den Giraffen und schauten lange zu; dass die eine Giraffe den Urin der anderen, gerade pullernden Giraffe mitten im Strahl mit der Zunge auffing, fanden sie natürlich zum Schießen und erzählten es dem Papa abends überschwänglich. Dann ging es an einigen anderen Freigehegen entlang zum Restaurant, denn wir hatten Hunger. Nach dem Mittagessen schwächelten beide Kinder etwas, der Große jammerte, die Beine täten ihm weh, obwohl wir gerade gesessen hatten, und die Kleine wollte immer öfter in den Buggy. Wir besuchten noch die Fütterung im Affenhaus...

und waren kurz im Raubtierhaus, aber dann ging erstmal nichts mehr - außer: Spielplatz! Auf dem (wirklich tollen Abenteuer-) Spielplatz war alle Müdigkeit vergessen und die Kinder turnten ausgelassen herum. Auch dieser Spielplatz hatte den Großen wegen seiner Größe und Vielfältigkeit lange Zeit überfordert. Man kann /muss sehr viel klettern, es gibt verschlungene Wege durch die Holztürme, wackelige Hängebrücken in luftiger Höhe und schnelle und hohe Rutschen, vor denen er immer Respekt hatte. Nun entfernt er sich sogar freiwillig von mir, probiert alles aus, traut sich Dinge zu und schaut, was die größeren Jungs machen. Immer mehr findet er die Herausforderungen klasse. Es ist so schön, solche Entwicklungen zu sehen. Naja, und die Kleine hat ja sowieso kaum Berührungsängste und klettert manchmal sogar dem Großen voran. Auch für mich war es total schön, denn ich musste zwar aufpassen und die Kinder im Auge behalten, aber hatte ansonsten mental Ruhe und konnte die Luft und Sonne genießen.

Nach dem Spielplatz gingen wir noch einen Kakao trinken und anschließend nochmal in eine andere Ecke des Zoos, wo wir selten waren. Es gab kein Gemecker und Gejaule, sie machten alles super mit. Um 16:30 Uhr fuhren wir wieder nach Hause. Ich fürchtete, dass die Kleine in der U-Bahn einschläft, aber das war zu aufregend. Kurz nach 17 Uhr kamen wir zuhause an und waren über 6 Stunden unterwegs gewesen. Solche Ganztagesausflüge machen wir eigentlich sehr selten, wegen der (uns wichtigen) Mittagspause und weil das auch für die Kinder anstrengend ist, aber diesmal bot es sich aufgrund des grandiosen Wetters wirklich an und ich war begeistert, dass es so gut klappte.

Zuhause angekommen, hatten wir alle rote Wangen und glänzende Augen, auch die Kinder waren ausgeglichen, fröhlich und gar nicht überdreht, wie sonst manchmal, wenn alles zuviel war. Sie berichteten dem Papa ausgelassen von ihren Erlebnissen. Und ich selbst war so richtig glücklich und erfüllt. Dass so etwas jetzt geht, dass ich es genieße und dass ich nicht abends völlig erschöpft zusammenbreche, ist ein unglaublicher Fortschritt auf allen Ebenen. Nun nehme ich diese positive Energie mit in die Woche und wenn wiedermal ein Ausflug so richtig mies lief, die Kinder nur meckerten und nichts klappte, dann lese ich diesen Text und erinnere mich an diesen WUNDERSCHÖNEN SONNTAG, der wirklich so war, wie ich es mir immer wünschen würde.

Montag, 16. Januar 2017

Wie die Kita den Mittagsschlaf der Kleinen abschaffte

Meist hört und liest man ja Klagen von Eltern, deren Kinder in der Kita noch mittags schlafen müssen, obwohl sie dies eigentlich nicht mehr brauchen, und die dann abends nicht vor 22 Uhr müde sind, so dass die Eltern kaum einen Feierabend haben. Gespräche mit der Kita nützen meist nichts oder nur kurzfristig. Das muss wirklich sehr ärgerlich sein und ich kann den Frust der betroffenen Eltern absolut nachvollziehen. Wir haben nun jüngst genau das Gegenteil erlebt: die Kita hat den Mittagsschlaf unserer eigentlich noch schlafenden Kleinen stillschweigend abgeschafft, was bedeutet, dass sie nun auch zuhause nicht mehr schlafen will und nach der Kita extrem quengelig ist. Und das ausgerechnet im Winter mit den langen dunklen Nachmittagen!

Im Herbst fragte ich nach mehreren weinerlichen und müden Nachmittagen mit der Kleinen in der Kita nach, ob sie denn noch schlafen würde. Sie war extrem knatschig gewesen und ich konnte mir das nur so erklären, dass sie nicht mehr oder zu kurz geschlafen hatte. Denn krank war sie nicht gewesen und auch sonst war nichts verändert. Selbstverständlich, wurde mir empört mitgeteilt, würde sie noch schlafen, das würden die Erzieher ja wohl merken und wieso ich denn daran zweifeln würde. Ich erklärte es und mir wurde versichert, dass sie zu den schlafenden Kindern gehöre. Nun gut. Zuhause schlief sie in den allermeisten Fällen auch, brauchte zwar lange zum Einschlafen, aber es war selbstverständlich, dass wir uns mittags zusammen hinlegten. Das wollten wir eigentlich auch noch eine Weile so beibehalten. Der Große hat übrigens noch bis April 2016 (kurz nach seinem 5. Geburtstag) in der Kita geschlafen und macht zuhause eine zuverlässige, ruhige Mittagspause.

Bildquelle: Pixabay

Als die Kleine im Dezember wieder an mehreren Nachmittagen ausnehmend quengelig oder wütend war, ohne krank zu sein, fragte ich erneut in der Kita nach. Diesmal wurde mir mit erstauntem Blick kundgetan, dass sie schon seit einiger Zeit NICHT mehr mittags schlafen würde. Ich fiel aus allen Wolken. Ja, sie wäre wohl innerhalb von 20 Minuten nicht mehr eingeschlafen (sie braucht immer, auch im Auto, mindestens eine halbe Stunde, oft länger zum Einschlafen) und nach den 20 Minuten dürfen die nicht eingeschlafenen Kinder aufstehen. Das wäre schon einige Zeit bei ihr der Fall gewesen. Schön und gut, aber sollte man dann nicht die Eltern wenigstens informieren, damit sie wissen, warum sie sich nachmittags mit so einem miesgelaunten Kind herumschlagen?! Zumal ich wenige Wochen vorher extra noch nachgefragt hatte... Ich war ziemlich angesäuert und brachte das auch zum Ausdruck. Klar, wenn sie nicht mehr einschläft, können sie sie nicht zwingen, um Gottes willen. Der Mittagsschlaf in der Kita findet ja auch recht früh statt, da ist sie noch nicht müde genug. Aber vielleicht hätte man in einem Gespräch besprechen können, dass man bei ihr länger abwartet, ob sie doch noch einschläft, weil sie eh' lange braucht. Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen und die Kita hat den Mittagsschlaf der Kleinen stillschweigend und ohne Absprache abgeschafft. Und den am Wochenende natürlich gleich mit, denn selbstredend will sie nun am Wochenende auch nicht mehr schlafen.

Das bedeutet, dass sie nachmittags oft ziemlich quengelig ist, keinen Schritt laufen will und kurz davor ist, im Buggy oder Fahrradanhänger einzuschlafen. Termine wie Arzt oder so sind am späteren Nachmittag deshalb sehr schwierig mit ihr. Fahren wir am Wochenende nachmittags mit dem Auto, döst mindestens ein Kind ein und der Nachmittagsausflug ist gestört. Es ist für uns echt ärgerlich, zumal die stattdessen eingeführte Mittagsruhe der Kleinen am Wochenende nicht so zuverlässig und ruhig abläuft wie beim Großen. Wie gesagt, die Kita kann natürlich nichts machen, wenn sie nicht mehr einschläft, aber man hätte wenigstens ein Gespräch mit uns suchen können. So aber fühlten wir uns ziemlich überfahren und nicht ernst genommen. Wir hätten gern mindestens bis zu ihrem Wechsel in die obere Etage, zu den Großen, mit der Abschaffung ihres Mittagsschlafs gewartet. An ihrer abendlichen Einschlafzeit hat sich kaum etwas verändert, wohl aber an ihrer nachmittäglichen Kraft und Laune. Sie sagt dann auch ganz oft, dass sie schlapp und müde ist, und das tut mir so leid, denn ich gehe äußerst selten direkt nach der Kita mit den Kindern nach Hause, sondern bin bei (fast) jedem Wetter noch draußen unterwegs. Doch selbst auf dem Spielplatz hat sie kaum Kraft.

Wir können es nun nicht mehr ändern, aber optimal gelaufen ist das nicht. Was ist eigentlich so schwer daran, sich mit den Eltern auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu suchen? Letzten Endes müssen die Eltern so oft Dinge ausbaden, die gar nicht in ihrem Sinne gelaufen sind! Noch schlimmer ist das sicherlich in den Fällen, wo das Kind mittags zum Schlafen angehalten wird und dann abends nicht einschlafen kann. Nun hoffen wir, dass der Frühling schnell kommt, es nachmittags länger hell ist und die Kleine dadurch wieder mehr Energie gewinnt. Das Kapitel Mittagsschlaf scheint jedenfalls nun bei beiden Kindern unsererseits unfreiwillig beendet zu sein. Heul!

Montag, 9. Januar 2017

Meine Bücherliebe und die Kinder

Wenn ich meine Mutter frage, was ich gemacht habe, als sie sich damals um meinen kleinen Bruder gekümmert hat (ich war bei seiner Geburt 2 Jahre und 4 Monate alt und nicht im Kindergarten), sagt sie immer: "Du hast Dir Bücher angeschaut." Als Teenager saß ich stunden-, nein tagelang (zumindest in den Ferien) in meinem Zimmer und las, teilweise immer die gleichen Bücher nochmal und nochmal, denn in der DDR gab es bekanntlich nicht so viel Auswahl. Neben meinem Studium arbeitete ich viele Jahre als Quereinsteigerin in einer Buchhandlung und auch danach habe ich noch sehr viel gelesen. Allerdings war ich nie eine freiwillige Bibliotheksgängerin und lese nicht gern ausgeliehene Bücher. Sie müssen mir gehören und unberührt sein, neu riechen und knacken beim Aufschlagen.  Unsere Wohnung ist voll von Bücherregalen mit gelesenen und ungelesenen, teilweise zweireihig stehenden, mittlerweile recht eingestaubten Büchern. Seit ich Kinder habe, lese ich nämlich leider kaum noch, zumindest kaum Romane, dafür fehlt mir der Flow, ich kann nicht richtig eintauchen und mir fehlen die tiefen Emotionen von früher. Dafür lese ich aber, mehr als früher, das eine oder andere Sachbuch zu Themen, die mich interessieren, denn diese kann ich "durcharbeiten", und schreibe sogar ab und zu Rezensionen auf meinem Blog. Bücher sind sehr wichtig für mich und auch wenn ich derzeit eine Kinder-Leseflaute habe, weiß ich, das wird zurückkommen.

Ich hoffe, dass diese Bücherliebe ein Stück weit auf meine Kinder abfärbt, da sie ihnen sozusagen in die Wiege gelegt wurde, und frage mich, ob sie durch mein Vorbild selbst zu Büchernarren werden oder so gar kein Interesse am Lesen entwickeln. Wahrscheinlich wird das, wie bei so vielen Dingen, gar keinen Einfluss auf ihren Entwicklung haben, denn schon jetzt sehe ich deutlich die Unterschiede zwischen beiden Kindern. Mit dem Großen haben wir von Anfang an viele Bücher angeschaut und vorgelesen, obwohl er früher ziemlich unruhig war und es lange dauerte, bis er sich wirklich darauf einlassen konnte, still auf unserem Schoß oder an unserer Seite zu sitzen und zuzuhören. Ich hatte aber nie den Eindruck, dass er sich großartig für Bücher interessierte. Mit einem Erwachsenen zusammen ja, aber allein so gut wie gar nicht. Aber das war und ist ja bei fast allen Beschäftigungen bei ihm der Fall. Auch heute noch nimmt er sehr selten ein Buch selbst in die Hand. Er zeigt auch kein Interesse daran, Buchstaben oder Wörter darin zu erkennen. Vorgelesen bekommt er dagegen sehr gern und kann das mittlerweile auch ruhig und konzentriert genießen. Ich selbst mag zwar die Situation des Vorlesens, habe aber Schwierigkeiten, einer Geschichte zu folgen, die ich selbst vorlese. Das ging mir auch bei Hörbüchern immer so, ich habe die Geschichte gar nicht richtig mitbekommen und bin deshalb (und auch, weil meine Gedanken viel zu stark dabei wandern) bis heute kein Fan von Hörbüchern. Der Große hört zum Einschlafen immer ein Hörbuch, macht sich aber tagsüber nie selbst eins an. Kindgerechte Sachbücher wie die tolle Pixi Wissen Serie* lese ich dagegen gern vor, weil ich selbst noch etwas dabei lerne und mich nicht auf eine Geschichte konzentrieren muss. Der Große merkt sich übrigens manche Namen oder Details aus Büchern sehr lange, die wir schon längst wieder vergessen haben. Die Fakten aus den Kindersachbüchern kennt er teilweise schon nach dem ersten Lesen. Dafür kann er schlecht Geschichten reproduzieren bzw. erzählen, worum es ging. Insgesamt würde ich ihn bis jetzt nicht als Bücherfan einordnen und bin gespannt, ob sich das verändert, wenn er selbst lesen kann.

Die Kleine dagegen interessiert sich deutlich mehr für Bücher, obwohl wir uns mit ihr weniger (vor allem weniger exklusiv) beschäftigten. Schon als Baby faszinierten sie die Klappen in Kinderbüchern oder das Herausziehen bestimmter Teile. Sie liebt wirklich ihre Tiptoi-Bücher* und setzt sich damit auch mal alleine hin. Manchmal nimmt sie sich einen Stapel Bücher aus dem Regal und drapiert diese um sich herum, um sie zu sichten. Sie mag auch gern Märchenbücher und weiß oft, wo welches Buch gerade ist (im Gegensatz zum Großen). Beim Vorlesen ist sie leider noch sehr unruhig, was es schwierig bis unmöglich macht, beiden Kindern gleichzeitig ein Buch vorzulesen. Das finde ich ziemlich schade. Und was mir richtig körperlich weh tut, ist ihr Umgang mit Büchern. Sie blättert schrecklich kraftvoll und unbedacht um, schert sich nicht um Knicke und Eselsohren, um eingerissene Seiten und abgerissene Pop-Up-Figuren. Sie beschädigt Bücher, lässt sie ins Waschbecken fallen etc., ohne traurig oder beschämt zu sein. Das spiegelt wirklich ihr Temperament, der Große ist da viel behutsamer und achtsamer, auch wenn ihm Bücher weniger bedeuten. Auch hier sieht man, dass das Vorbild weniger Einfluss hat als das Temperament/ der Charakter. Mit dem Großen bin ich früher manchmal in Buchhandlungen gegangen, da er nicht alles angefasst hat, sondern sorgfältig war. Das machen wir nun ganz selten, wenn die Kleine nicht mit dabei ist. Mit ihr ist das sehr stressig, weil sie sich alles im Schnelldurchlauf und nicht gerade vorsichtig anschaut. Dafür weiß sie genau - im Unterschied zum Großen - wo die Kinderbuchabteilung unserer hiesigen Kette ist, obwohl wir nur ganz selten dorthin gehen. Und sie interessiert sich total für die Bücher, die Bilder und übrigen Produkte, erkennt Figuren, zeigt mir begeistert neue Bücher und will unbedingt das eine oder andere haben. Der Große macht das kaum. Schon lustig, diese Unterschiede!

Die Kinder sehen uns äußerst selten dabei, wie wir mit einem Buch herumsitzen und lesen. Denn Lesen erfordert Konzentration und das ist für mich in Anwesenheit meiner (wachen) Kinder absolut nicht möglich. Ich lese eigentlich nur abends oder wenn ich frei habe. Leider erleben sie demzufolge nicht, dass sich Erwachsene mit einem Buch auf dem Sofa entspannen und ausruhen. Gestern, als die Kleine mit dem Papa in der Badewanne war, probierte ich mal, mich mit einem Buch hinzusetzen. Der Große war im gleichen Raum und langweilte sich zu Tode, setzte sich immer wieder neben mich und schaute, was ich mache. Für Kinder ist das stille Lesen, glaube ich, sehr schwer greifbar, weil so gar nichts passiert. Natürlich konnte ich mich so nicht konzentrieren, aber ich wollte es ihm einfach mal zeigen, dass nach viel Beschäftigung MIT den Kindern auch mal Elternzeit ist. Und dass ich gern Bücher lese. Er ist eigentlich in dem Alter, wo man das auch verstehen und akzeptieren kann. Aber er kennt es halt so gar nicht, weil es kaum möglich ist. Ein Kreislauf.

Ich hoffe, dass ich ein bisschen was von meiner Bücherliebe an meine Kinder weitergeben kann. Vielleicht finden sie Spaß am Lesen, wenn sie dies selbst können. Vielleicht werden sie aber auch eher Kindle- oder Hörbuchliebhaber, was ich so gar nicht bin. Auf jeden Fall bekommen sie mal eine riesige Heimbibliothek vererbt;-).

Wie ist es bei euren Kindern, sind sie büchervernarrt oder eher desinteressiert, beschäftigen sie sich allein mit Büchern und sind, falls ihr mehrere Kinder habt, diese unterschiedlich in ihrem Interesse für Bücher?

Bildquelle: Pixabay
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